KONF: Workshop & Lesung: Literatur + Care, Berlin und online (24.-25.2.2022)

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„Wer kochte den Siegesschmaus?“, fragte schon Bert Brecht. Und wer hat eigentlich Fausts Studierzimmer nach seiner Eskapade mit Mephisto wieder aufgeräumt? Irgendjemand muss diese Tätigkeiten – kochen, putzen, trösten, pflegen, stillen – verrichtet haben, aber die Literatur erzählt oft nicht viel darüber. Angesichts dessen überrascht es nicht, dass sich auch die Literaturwissenschaft bisher kaum für Care-Arbeit interessiert hat. Unter den literarischen Neuerscheinungen der letzten Jahre finden sich nun zunehmend Texte, die Care-Tätigkeiten ins Zentrum stellen und den politischen Diskurs um Sorgearbeit reflektieren. Das nehmen wir zum Anlass, uns mit den Genres, ästhetischen Formen und Verfahren für die Literarisierung von Sorge-Verhältnissen zu beschäftigen. Wie werden herrschaftsförmige Verhältnisse der Care-Arbeit dargestellt und kritisiert? Bietet die Literatur utopische Perspektiven auf Care an?

Der Workshop findet im hybriden Modus statt. Teilnehmer:innen erhalten im Vorfeld Zugang zu einer schriftlichen Version der Beiträge. Diese werden in den jeweiligen Panels nur kurz vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf der Diskussion.

Anmeldung zum Workshop bis 17.02. unter info[at]lfbrecht.de. Bitte angeben, ob Teilnahme per Zoom oder in Präsenz gewünscht ist.

 

DONNERSTAG (24.02.2022)

14:15 Uhr Begrüßung

14:30–16:00 Uhr: (Queer-)Feministischer Materialismus
❖ Liza Mattutat und Judith Niehaus: Doing Care – Telling Care. Ein Gespräch über Konstellationen von Sorge- und Lohnarbeit in Romanen von Caroline Muhr bis Anke Stelling
❖ Ute Kalender und Aljoscha Weskott: Narrative der digitalen Sorgearbeitsdebatte

Moderation: Florian Kappeler

16:30–18:00 Uhr: Care und Krankheit
❖ Sona Srivastava: M/Othering and Care: On the Politics of Caretaking and Gender
❖ Diego Léon-Villagrá: Krankenpflege, Selbstsorge und Gender in zeitgenössischen deutschsprachigen Krebsberichten von Angehörigen: Szuzsa Bánk, Mely Kiyak und Charlotte Link

Moderation: Christian Wimplinger

20:00 Uhr: Lesung und Gespräch "Writing with Care" mit Jacinta Nandi ("Die schlechteste Hausfrau der Welt", 2020), Frédéric Valin ("Pflegeprotokolle", 2021) und Maren Wurster ("Papa stirbt, Mama auch", 2021), moderiert von Annika Klanke
Klo putzen, Kranke pflegen, Abendessen kochen, Angehörige umsorgen: Was hat das mit Literatur zu tun? Erzählen Texte von diesen (Care-)Tätigkeiten? Wenn ja, wie und vor allem: Wieso?! Antworten auf diese Fragen können die Autor:innen Jacinta Nandi, Frédéric Valin und Maren Wurster geben. Sie widmen sich unterschiedlichen Aspekten von Care-Arbeit und haben dafür ganz eigene Formen und Schreibweisen gefunden. Bei einer Lesung geben sie Einblicke in ihre Texte und diskutieren über die vielfältigen Verschränkungen von Literatur und Care sowie die gesellschaftliche Bedeutung ihrer Schreibprojekte.

Die Lesung wird auch via Youtube gestreamt: https://lfbrecht.de/event/writing-with-care/

 

FREITAG (25.02.2022)

11:15–12.45 Uhr: Historische Perspektiven
❖ Charlotte Carl: Who cares? Zum Verhältnis von care und gender in mittelhochdeutscher Epik
❖ Alena Heinritz: Books or Babies? Books and Babies? Poetologische Perspektiven auf das Verhältnis von Mutterschaft und Autorinnenschaft um 1800, 1900 und 2000

Moderation: Mareike Gronich

14:00–15:30 Uhr: Subversion & Kritik
❖ Charlotte Alex: Care under Neoliberalism in Douglas Stuart's Shuggie Bain
❖ Wiebke von Bernstorff und Yasemin Dayioglu-Yücel: „Wir kehren die Sorge aus dem Haus“

Moderation: Sebastian Schweer

16.00–18:00 Uhr: Gespräch und anschließende Abschlussdiskussion
Lene Albrecht (CARE/RAGE) mit Katharina Bendixen und Barbara Peveling (Other Writers Need to Concentrate) über Schreiben, Care-Arbeit und den Literaturbetrieb

Moderation: Stephanie Marx

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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