CFP: Der Autor SAID (15.03.2022)

Hamid Tafazoli's picture

Wenn die Presse über deutschsprachige Autoren nicht-deutscher Herkunft berichtet, bedient sie sich zumeist reduktionistischer Kategorien wie „Grenzgänger“, „Grenzüberwinder“, „Brückenbauer“ und „Kulturvermittler“. An ihren Geburts- und Herkunftsorten werden sie jedoch als Heimat-Autoren gefeiert. Durch Kategorisierungen solcher Art lässt sich der Autor SAID, dessen Werk die Herausgeber, Rolf Stolz und Hamid Tafazoli, mit ihrem Sammelband würdigen möchten, nicht vereinnahmen. Es sei falsch, bekräftigt Salman Rushdie in Der Boden unter meinen Füßen (2013), „über Autoren nur mit dem Blick auf die Nationalliteratur zu reden, der sie angehören“.

Im Mai 2021 starb der in Teheran geborene Dichter und Autor SAID in München. Sein literarisches Werk ist  in kultur- und literaturwissenschaftlichen Kreisen durchaus bekannt; mit ihm hat sich aber selten die Germanistik befasst, obwohl SAIDs Lyrik über eine reichhaltige Symbolik und polysemantische Metaphorik verfügt und der deutschen Sprache neue Inhalte zur Verfügung stellt. SAID liebte und würdigte die persischsprachige Literatur, übertrug bisweilen ihre Bilder in die deutsche Sprache und bildete hier neue Formen, die Elemente in sich tragen, welche das um Tradition und Moderne kreisende literarische Bewusstsein herausfordern.

Dieser Herausforderung möchten sich die Herausgeber mit ihrem Sammelband annehmen. Gesucht werden wissenschaftliche Beiträge genauso wie poetische, die sich SAID aus verschiedenen Perspektiven annähern. Lyrik, Prosa, Kinderbücher und Hörspiele bilden das breite Spektrum seines Werks, für das sich der Sammelband interessiert, um die Vielfältigkeit von SAIDs literarischem Schaffen vielleicht ansatzweise zu beschreiben und zu erörtern. Gewünscht sind Beiträge in Erstveröffentlichung und in einem Umfang von nicht  mehr als 40.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen und Fußnoten), die in einem gängigen Textformat, vorzugsweise in WORD, geschrieben sind. Einsendeschluss ist der 15. März 2022. Bitte senden Sie Ihren Beitrag gleichzeitig an beide Herausgeber, Rolf Stolz (rolf.stolz@gmx.net) und Hamid Tafazoli (hamid.tafazoli@uni-bielefeld.de). Für Fragen stehen die Herausgeber gerne zur Verfügung.


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu