ANK: Workshop “Kleinprosa und Mikroformate”, onlline (05.02.2022)

Sourenna Djafari 's picture

Mal als ‚prosetry‘, ‚twitterature‘ oder ‚texticules‘ bezeichnet: Kurze und kürzeste Prosatexte und Mikroformate beherrschen die aktuelle Literaturszene. Prägnant und bündig formuliert und nicht selten im kleinen Format publiziert, eignen sie sich für die schnelle Konsumtion und Zirkulation – oder regen zum vertieften Nachdenken an. Gegen allen Anschein haben diese Mikrogattungen eine lange Geschichte. Der virtuelle Workshop “Kleinprosa und Mikroformate” widmet sich dieser Geschichte ausgehend von der Novelle und verfolgt Wandlungen kurzer und kürzester Prosatexte in ihren komplexen Verflechtungen vom frühen 19. Jahrhundert bis heute. Die Keynote gibt Florian Fuchs (FU Berlin). Das Werkstattgespräch wurde von Studierenden der RWTH Aachen unter der Leitung von Sourenna Djafari und Jan N. Claßen organisiert.

14:00 Christiane Frey (RWTH Aachen) / Sourenna Djafari (RWTH Aachen): Einführung

14:10-15:00 Uhr: Florian Fuchs (FU Berlin): Die Novelle als gesellschaftliche Form und Konfiguration

Gemeinhin wird die Novelle als das vielleicht wichtigste aufstrebende literarische Genre des 19. Jahrhunderts gesehen. Meist kurz, pointiert und lesbar in einem einzigen Zug, verschafft sie gesellschaftlichen Diskursen, Fragen und Spannungen Prägnanz, oft bevor diese durch Politik, Medien und Wissenschaften vollumfänglich durchdrungen worden sind. Es ist daher paradox, dass die Novelle im 20. Jahrhundert zu verschwinden beginnt und heute fast zu einem Anachronismus geworden ist. – Versteht man die Novelle jedoch nicht nur als einstmals populäres Genre, sondern betrachtet sie nach ihrer Form, die schon Friedrich Schlegel in den Jahren um 1800 herausgearbeitet hatte, dann wird die Novelle erkennbar als ein grundlegendes Paradigma der Literatur der Moderne, das bis in postliterarische Bilderzählungen hineinreicht. Novellen und ihre Nachfolgeformen vermögen es, so will dieser Vortrag zeigen, das Verhältnis von Alltag und Gesellschaft so zu konfigurieren, dass sie als eigenständige Akteure auftreten, zu denen sich die Welt verhalten muss.

15:00-16:00: Stephanie Petras (RWTH Aachen): Literature meets Instagram 

16:00-17:00: Jan N. Claßen (RWTH Aachen): Miniaturen des literarischen Schreibens heute – ein Werkstattgespräch

 

Bitte melden Sie sich bei sourenna.djafari@rwth-aachen.de, um den Zoom-Link zu der Veranstaltung zu erhalten. 

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu