CFP: ‚Netzwerke des Lebendigen‘: multispecies agencies und Formexperimente in hybriden Genres, Graz (15.02.2022)

Lara-Marie Leopoldt's picture

7. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft

„Posthumanismus. Transhumanismus. Jenseits des Menschen?“

25.-28. Mai 2022, Universität Graz

 

Panelvorschlag

 

Gabriele Dürbeck, Urte Stobbe und Evi Zemanek

‚Netzwerke des Lebendigen‘: multispecies agencies und Formexperimente in hybriden Genres

 

In den Environmental Humanities richtet sich der Fokus stark auf die Frage, wie die klassisch dichotomisch gedachte Vorstellung von Mensch-Natur-Verhältnissen neu gedacht werden kann. Statt weiterhin den Menschen im Zentrum zu sehen und alle anderen Lebewesen in ihrer Relevanz hierarchisierend auf ihn zu beziehen, setzt sich zunehmend die Vorstellung eines weitgehend hierarchiefreien ‚Netzwerks des Lebendigen‘ durch. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen multispecies agencies, die in dynamische und wechselseitige Beziehungen zueinander treten und in Koexistenz oder einem ‚becoming with‘ gedacht werden. Menschen sind dabei nur eine Spezies unter sehr vielen anderen (Tieren, Pflanzen, Pilzen, Mikroorganismen) – und Teil dessen, was an organischen und anorganischen Stoffen um sie – und teilweise auch in ihnen – existiert und von denen vielfach ihr Leben abhängt. Dieses grundlegend andere Verständnis inspiriert, so unsere Hypothese, auch andere Formen der künstlerischen Praxis wie beispielsweise die Entwicklung hybrider Genres und Cross-media-Projekte.

Im Rahmen dieses Panels wollen wir Fallbeispiele diskutieren, die genau diese Vorstellung eines Netzwerks des Lebendigen mit multispecies agencies zum Gegenstand haben und in diesem Kontext Darstellungs- und Ausdrucksformen entwerfen, die die bisherigen Zuordnungen und Einteilungen ästhetisch untergraben, zerfasern oder überwuchern und auf andere Weise neu konstituieren. Der Fokus soll sich dabei auf Formexperimente richten, welche die Perspektive einer artenübergreifenden Agentialität und Dynamik auch in hybriden Genres erprobt.

In dem Panel sollen u.a. folgende Fragen berücksichtigt werden:

  • Inwiefern wird in der jeweiligen medialen Repräsentation die nicht-menschliche lebendige Welt in ihrer Agentialität dargestellt und welche Auswirkungen hat dies auf die formale Gestalt?
  • Lässt sich sagen, dass in der medialen Darstellung die Grenze zwischen menschlicher und nicht-menschlicher Welt verschoben wird und sich vielleicht feinere Unterscheidungen oder gar Umkehrungen anthropozentrischer Vorstellungen zeigen?
  • Spielt in der jeweiligen medialen Darstellung eine Anthropomorphisierung nicht-menschlicher Entitäten eine Rolle?
  • Welche Genres erweisen sich als besonders fruchtbar für solche Formexperimente zur Repräsentation von multispecies agencies?

Das Panel findet in Kooperation mit der KWG-Sektion Naturen-Kulturen statt.

Vorschläge von max. 200 Wörtern können bis zum 15.02.2022 eingereicht werden an:

gabriele.duerbeck@uni-vechta.de; urte.stobbe@uni-vechta.de; evi.zemanek@mkw.uni-freiburg.de


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Johannes Schmidt] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu