KONF: Literaturpop. Zur pop- und rockmusikalischen Rezeption literarischer Texte, online (10.02. - 12.02.2022)

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Dass sich Songtexte aus Pop- und Rockmusik auch als Literatur oder Lyrik lesen lassen, ist nicht erst seit der Verleihung des Literaturnobelpreises an Bob Dylan 2016 bekannt. Wenig beachtet worden ist dagegen die popmusikalische Vertonung von Literatur bzw. die Rezeption literarischer Texte durch die Pop- und Rockmusik. Sie ist so vielfältig wie vielgestaltig und findet statt in Form von wörtlichen Vertonungen, von vertonten Um- und Nachdichtungen, Zitaten, Anspielungen, Hommagen, Pastiches oder auch rein instrumentalen Umsetzungen, die ganz auf Text verzichten. Und das seit der frühen Phase der Popmusik in den 1960er Jahren bis heute, von der Verarbeitung der literarischen Moderne durch die musikalischen Protagonisten der Beat-Generation bis zu den literarischen Anspielungen der Hamburger Schule. Wie aber lässt sich dieser zwischen die Stühle der Literatur- und Musikwissenschaft, zwischen Hoch- und Populärkultur fallende Gegenstandsbereich systematisieren, wie erschließt er sich methodisch? Wie wirken sich musikalische Performanz und Popularität auf die literarische Bezugsebene aus, was macht die Literarizität mit dem Oberflächenphänomen Pop? Wie man dem hier in den Fokus gerückten Übersetzungsprozess zwischen den Künsten gerecht wird, ist eine offene Frage − die Tagung gibt Gelegenheit erste Antworten zu diskutieren.

 

Donnerstag, 10.2.2022

15:00 Uhr

Michael Eggers

Begrüßung und Einführung

 

Musikalische Ordnungen

15:30 -16:15 Uhr

Moritz Baßler (Münster)

"Der langweiligste Junge, den ich kannte". Literatur in deutschsprachiger Pop-Musik

16:15-17:00 Uhr

Ole Petras (Kiel)

Beim Stromwirt. Literatur und Liedermacher

 

Kaffeepause

 

17:30-18:15 Uhr

Christoph Jacke/Nils Kirschlager (Paderborn)

Anti-Künste, Künste und das ganze Dazwischen: Nick Cave als prominente Figur der Popmusikkulturen

 

Freitag, 11.2.2022

9:45-10:30 Uhr

Frieder von Ammon (Leipzig)

Der Kunstsong. Anmerkungen zu einem Genre des Literaturpop

 

Transmediale Performanzen

10:30-11.15 Uhr

James Hodkinson (Warwick)

German Lit. meets British Space Rock. Interculturality, Intermediality and Performativity in the Works of Hawkwind

 

Kaffeepause

 

12:00-12:45 Uhr

Gerrit Althüser/Irene Husser (Münster)

Macht, Masochismus und Gegenkultur. Leopold von Sacher-Masochs Venus im Pelz (1870) und The Velvet Undergrounds Venus in Furs

 

Mittagspause

 

14:15-15:00 Uhr

Marcus Erbe (Köln)

(Literarischer) Text als Geräusch: Das Problem der Wortverständlichkeit im Extreme Metal

15:00-15:45 Uhr

Manuela Günter/Simon Wagner (Köln)         

Reproduzierte Engel. Von Klonen und Zitaten in Laurie Andersons The Dream Before

 

Kaffeepause

 

Literarische Ordnungen

16:30-17:15 Uhr

Gerhard Kaiser (Göttingen)

„We skipped the light fandango“ – Formen und Funktionen surrealistischer Erzählmuster in der Popmusik der Sattelzeit 1965-1970

17:15 Uhr-18:00 Uhr

Charis Goer (Utrecht)

„`Der David Bowie der deutschen Lyrik`: Masha Qrellas Thomas-Brasch-Adaptionen“

 

Samstag, 12.2.2022

9:30-10:15 Uhr

Antonius Weixler/Christoph Jürgensen (Wuppertal/ Bamberg)

The Real Me – Die Geburt des Konzeptalbums aus dem Geist des Bildungsromans.

10:15-11:00 Uhr

Jens Ole Schneider (Jena)

Ästhetik der Schwäche. Zur Décadencerezeption in Texten von Tocotronic

 

Kaffeepause

 

11:30-12:15 Uhr

Markus Schleich (Belfast)

Sex, Faust und Rock’n’Roll – Der Fauststoff in der Popularmusik

12:15-13:00 Uhr

Nicolas Pethes (Köln)

„You´re very well read, it´s well-known”. Intertextualität bei Bob Dylan

 

Online-Tagung, Anmeldung: meggers@uni-koeln.de