CFP: Literatur und Wissenschaft bei E.T.A. Hoffmann (15.02.2022)

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links. Rivista di letteratura e cultura tedesca / Zeitschrift für deutsche Literatur- und Kulturwissenschaft 22 (2022)

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DEUTSCH

Literatur und Wissenschaft bei E.T.A. Hoffmann

Das Verhältnis von Literatur und Wissenschaft ist ein breites und heterogenes Untersuchungsfeld in der deutschen Kultur, das bereits in dem klassisch-romantischen Diskurs erforscht wurde. Die ästhetische Konzeption Goethes, des Künstlers und Wissenschaftlers, entwickelte sich aus einer tiefgründigen und scharfen wissenschaftlichen Analyse der Natur, in einer Beziehung der Verwandtschaft zwischen den morphologischen Gesetzen, die die Naturwelt bestimmen, und den ästhetischen Konfigurationen, die die Welt der Kunst artikulieren. In der deutschen Romantik stellt sich die Beziehung zwischen Literatur und Wissenschaft in der zwischen Theorie und künstlerischer Praxis, zwischen Philosophie und Poesie dar, durch die Diskurse konstruiert werden, die oft durch neue wissenschaftliche Entdeckungen oder durch die Moden, die im kulturellen Bereich des aufstrebenden Bürgertums aufkamen, bedingt sind.

Das Werk von E.T.A. Hoffmann, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum zweihundertsten Mal jährt, bietet sich in diesem Zusammenhang für verschiedene Interpretationen an, die „Wissenschaft“ als literarisches Mittel zur realistischen Beschreibung der zeitgenössischen Welt oder als Mittel zur dialektischen Überwindung der Dichotomie zwischen materieller und geistiger Welt, zwischen sozialer Realität und träumerischer Darstellung, zwischen dem Politischen und dem Fantastischen sehen. Seine Texte sind in der Tat von einer tiefen Spannung zwischen der Unbestimmbarkeit der Natur und der kritischen Rationalität gekennzeichnet, welche sich in der literarischen Konstruktion entfaltet.

Die Jahre in Bamberg, die Begegnung mit Fichtes Wissenschaftstheorie und dann vor allem mit Schellings Naturwissenschaft bestimmten E.T.A. Hoffmanns intellektuelle Ausbildung. Doch erst mit dem Einzug der Naturwissenschaften in die Medizin und der Begegnung des Schriftstellers mit Adalbert Friedrich Marcus und den innovativen, wenn auch umstrittenen Theorien Mesmers nimmt das poetische Universum Hoffmanns Gestalt an, das ständig zwischen verschiedenen Dimensionen der Wirklichkeit schwebt, die nicht mehr als widersprüchlich und unvereinbar, sondern als ineinanderfließend wahrgenommen werden. Diese Kombination heterogener Elemente und diese Bedeutungsvielfalt sind das Markenzeichen vom Stil Hoffmanns, dessen Suche nach einer höheren künstlerischen Realität, die sich bereits im Moment seiner literarischen Ausarbeitung manifestiert.

Ausgehend von Gotthilf Heinrich von Schuberts Studie Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft aus dem Jahr 1808 ist das Werk E.T.A. Hoffmanns daher nicht nur als Versuch zu verstehen, den abstrakten Charakter der Aufklärung mit dessen mechanistischen und materialistischen Sichtweise zu überwinden, sondern auch als Versuch, den wissenschaftlichen Gegenstand, den Horizont der Forschung zu erweitern, um die Wirklichkeit der Natur in all ihren sichtbaren und unsichtbaren Aspekten zu untersuchen. Die neuen wissenschaftlichen Grundlagen, mit denen der Autor in seinen Romanen und Erzählungen experimentiert, von den Nachtstücken bis Meister Floh, von Prinzessin Brambilla bis zum Goldnen Topf, bringen den obskuren, psychologischen, geheimnisvollen, doppelbödigen Aspekt der Natur ans Licht, oder, um den von Freud übernommenen Ausdruck von Ernst Jentsch zu verwenden, ihren unheimlichen Aspekt.

Es ist kein Zufall, dass die psychoanalytische Kultur des frühen zwanzigsten Jahrhunderts ihre Wurzeln in der klassisch-romantischen Literatur und in E.T.A. Hoffmann hat. Der wissenschaftliche Experimentalismus der Zeit spiegelt sich im „avantgardistischen“ Stil des Autors und in der Vielstimmigkeit seiner Werke wider, die damit die Theorien und Ausdrucksformen der europäischen Avantgarde vorwegnehmen, aber auch zeitgenössische künstlerische und philosophische Praktiken beeinflussen – vom Perceptual Turn bis zur „Neuen Subjektivität“, vom Cyberpunk bis zu den modernsten Theorien der Bioethik.

Ziel dieser Ausgabe von "links" ist es daher, die Verbindung zwischen Literatur und Wissenschaft bei E.T.A. Hoffmann, die verschiedenen Aspekte von Magnetismus, Mesmerismus und Somnambulismus in seinem Werk, aber auch die Beziehung zur Medizin der Zeit zu untersuchen, indem der Schwerpunkt auf der therapeutischen und medialen Funktion der Literatur liegt. Schließlich wäre es interessant, die Resonanz seines Werkes in der Kultur des zwanzigsten Jahrhunderts und insbesondere in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur zu untersuchen.

Wer sich für diese Themen interessiert, wird gebeten, bis zum 15. Februar 2022 einen Aufsatzvorschlag von maximal 300 Wörtern an die Adresse des Redaktionsausschusses, links.rivista@gmail.com, und des Herausgebers der Zeitschrift, gabriele.guerra@uniroma1.it, zu senden.

Das redaktionelle und wissenschaftliche Gremium der Zeitschrift wird die Abstracts im Vorfeld bewerten und den Autoren mitteilen, welche Aufsätze angenommen werden. "Links" ist eine Fachzeitschrift mit Peer-Review, daher werden die angenommenen Aufsätze anonym per double-blind-review zur Bewertung vorgelegt. Die Aufsätze können in Englisch, Deutsch, Französisch oder Italienisch verfasst werden und sollten 30.000 Zeichen (Leerzeichen inkl.) nicht überschreiten.

Zeitplan:

1. 15. Februar 2022: Einreichung der Kurzfassung in englischer Sprache (max. 300 Wörter).

2. 15. März 2022: Interne Bewertung der Abstracts und Bestätigung der ersten Annahme der Texte

3. 30. Mai 2022: Abgabe der Autorentexte (max. 30.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

4. 15. Juli 2022: Abschluss des Bewertungsverfahrens

5. 30. September 2022: Endgültige Lieferung der überarbeiteten Texte

ITALIENISCH

Letteratura e scienza in E.T.A. Hoffmann

Il rapporto tra letteratura e scienza costituisce un ambito di studi della cultura tedesca ampio ed eterogeneo, già battuto nella letteratura tedesca classico-romantica. La concezione estetica di Goethe, artista-scienziato, si sviluppa a partire da una profonda e acuta analisi scientifica della natura, in un rapporto di affinità tra le leggi morfologiche che governano il mondo naturale e le configurazioni estetiche che strutturano il mondo dell’arte. Nel romanticismo tedesco il rapporto tra letteratura e scienza si declina nel rapporto tra teoria e prassi artistica, tra filosofia e poesia, costruendo discorsi che vengono condizionati non di rado dalle nuove scoperte scientifiche o dalle mode che si andavano profilando nel campo culturale della borghesia emergente.

In questo contesto l’opera di E.T.A. Hoffmann, di cui ricorre quest’anno il bicentenario della morte, si presta a diverse interpretazioni che vedono la “scienza” ora come espediente letterario per descrivere realisticamente il mondo contemporaneo, ora come mezzo per superare dialetticamente la dicotomia tra mondo materiale e mondo spirituale, tra realtà sociale e rappresentazione onirica, tra il politico e il fantastico. I suoi testi sono infatti percorsi da una profonda tensione tra l’indecibilità della natura e la razionalità critica che si dispiega attraverso la costruzione letteraria.

Gli anni a Bamberga, l’incontro con la teoria della scienza di Fichte e poi soprattutto con la Naturwissenschaft di Schelling hanno determinato la formazione intellettuale di E.T.A. Hoffmann. Ma è a partire dall’ingresso delle scienze naturali nell’ambito medico e dall’incontro dello scrittore con Adalbert Friedrich Marcus e con le innovative, seppur controverse, teorie di Mesmer che comincia a prendere forma l’universo poetico dello scrittore prussiano, costantemente sospeso tra diverse dimensioni del reale, non più percepite come contraddittorie e incompatibili, ma come confluenti le une nelle altre. Questa combinazione di elementi eterogenei e questa pluralità di significato rappresentano la cifra peculiare dello stile hoffmanniano, della sua ricerca di una realtà artistica superiore che si manifesta proprio nel momento della sua elaborazione letteraria.

Partendo dallo studio di Gotthilf Heinrich von Schubert, Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft, del 1808, l’opera di E.T.A. Hoffmann non va interpretata dunque come semplice volontà di superare la prospettiva meccanicistica e materialista dell’illuminismo, ma come un tentativo di ampliare la materia scientifica e allargare l’orizzonte di ricerca, andando a studiare la realtà della natura in tutti i suoi aspetti, visibili e invisibili. Le nuove basi scientifiche che l’autore sperimenta nei suoi romanzi e racconti, dai Notturni, a Mastro Pulce, dalla Principessa Brambilla a Il vaso d’oro, portano alla luce l’aspetto oscuro, psicologico, misterioso, doppelbödig della natura, o per usare l’espressione di Ernst Jentsch ripresa da Freud, il suo aspetto unheimlich.

Non è un caso che la cultura psicoanalitica del primo Novecento si richiami proprio alla letteratura classico-romantica e a E.T.A. Hoffmann. Lo sperimentalismo scientifico del secolo si proietta nello stile “avanguardistico” dell’autore e nella polifonia delle sue opere, a partire dalle quali si riconfigureranno teorie e modalità espressive delle avanguardie europee, e che continuano a risuonare anche in prassi artistiche e filosofiche contemporanee – dal perceptual turn, alla Neue Subjektivität, dal cyberpunk fino alle più moderne teorie della bioetica.

Scopo del presente fascicolo di “links” è dunque quello di indagare il legame tra letteratura e scienza in E.T.A. Hoffmann, i vari aspetti relativi al magnetismo, al mesmerismo e al sonnambulismo presenti nella sua opera, ma anche il rapporto con la medicina del tempo, con una sottolineatura della funzione terapeutica e medianica della letteratura. È interessante infine indagare le risonanze della sua opera nella cultura del Novecento e in particolare nella letteratura contemporanea di lingua tedesca.

Si invitano coloro che sono interessati a queste tematiche a proporre un saggio, inviando un abstract di max. 300 parole entro il 15 febbraio 2022 all’indirizzo della redazione, links.rivista@gmail.com e del direttore della rivista, gabriele.guerra@uniroma1.it.

Il comitato editoriale e scientifico della rivista valuterà preventivamente gli abstracts e comunicherà agli autori quali sono i saggi accettati. “Links” è una rivista peer review, quindi i saggi accettati saranno sottoposti alla valutazione anonima di referees in forma doppia cieca. I saggi possono essere scritti in inglese, tedesco, francese, italiano e non devono superare le 30.000 battute (spazi inclusi).

Timing:

1. 15 febbraio 2022: invio Abstract in inglese (max 300 parole)

2. 15 marzo 2022: Valutazione interna abstract e conferma prima accettazione testi

3. 30 maggio 2022: Consegna testi degli autori (max 30.000 battute spazi inclusi)

4. 15 luglio 2022: conclusione del referaggio

5. 30 settembre 2022: consegna definitiva testi revisionati

Website: https://links-rivista.wixsite.com/links