CFP: Johann Christian Günther (1695–1723). Neue Beiträge zu Leben und Werk (Sammelband und Tagung), Heidelberg (28.02.2022)

Sylvia Brockstieger's picture

Sammelband und Tagung, 29.9. bis 1.10.2022

Am 15. März 2023 jährt sich der Todestag des Dichters Johann Christian Günther (geb. 1695) zum 300. Mal. Aus diesem Anlass laden wir Interessierte herzlich dazu ein, wissenschaftliche Beiträge für eine Tagung und einen Sammelband zu verfassen, die Günthers Leben und Schriften im Lichte neuerer Forschungsansätze zur Frühen Neuzeit in einer Reihe von Einzelstudien erschließen sollen. Die Tagung ist (vorbehaltlich der Finanzierung) für den Zeitraum vom 29.9. bis 1.10.2022 geplant. (Weil der Band noch im Jubiläumsjahr 2023 erscheinen soll, erbitten wir die fertigen Beiträge bis zum Jahresende 2022.)

Seit der letzten großen Günther-Tagung, die 1995 zu seinem 300. Geburtstag abgehalten wurde, hat die Germanistik im Dialog mit anderen Disziplinen ihre Gegenstände, Methoden und Fragestellungen bedeutend erweitert. Der geplante Sammelband soll diesen Entwicklungen Rechnung tragen und zugleich den Neuansatz in der Günther-Philologie dokumentieren, der durch die kritische Edition von Günthers Werken (2013–2015) durch Reiner Bölhoff (gest. 2020) ermöglicht worden ist. Sie löst die ebenfalls von Reiner Bölhoff besorgte Ausgabe im Deutschen Klassikerverlag (1998) ab. In einer Rezension zu den ersten Bänden der kritischen Edition sprach Rüdiger Zymner 2014 von den „langen Zyklen“ der Günther-Forschung, deren letzter Höhepunkt mit Bölhoffs Klassiker-Ausgabe und einer Reihe von Forschungen um das Jubiläumsjahr 1995 herum ihre letzte „Verdichtung“ erlebt habe (Rüdiger Zymner: Rez. zu Johann Christian Günther: Textkritische Werkausgabe in vier Bänden und einer Quellendokumentation. In: Arbitrium 32 [2014], S. 192–194, S. 194). Er prognostizierte auch einen „neuen Aufschwung“ im Umfeld des 300. Todestags, zu dem der geplante Sammelband einen Beitrag leisten soll (ebd.).

Erwünscht sind Studien zu Leben und Werken, Orten, Medien und Bezugspersonen, Kontexten und Diskursen in einem thematisch, disziplinär und methodisch breiten Spektrum. Beiträge zu den (gelehrten) Konstellationen in Leipzig und Schlesien, zu Fragen der epochalen Einordnung (Günther als ‚Figur des Übergangs‘), auch anhand von neuen Grenzziehungen zwischen Barock und Aufklärung unter dem Dachkonzept ‚Frühe Neuzeit‘ und Forschungsdiskussionen über die ‚kulturelle Orientierung um 1700‘, sind ebenso denkbar wie Arbeiten zur brieflichen Hintergrund-Kommunikation und handschriftlichen Überlieferung im Anschluss an materialitätsgeschichtliche und editionsphilologische Fragestellungen. Willkommen sind außerdem disziplinenübergreifende Themen, etwa zum Verhältnis von Literatur, Theologie und Frömmigkeitspraxis oder zu den Liedvertonungen aus intermedialer Perspektive. Auch die klassische Frage nach Günthers Beitrag zur Geschichte der Erlebnislyrik könnte vor dem Hintergrund neuerer Theorien von Autorschaft und Fiktionalität reformuliert werden.

Bitte senden Sie einen Abstract im Umfang von ca. 2.500 Zeichen und eine Kurzbiographie bis zum 28. Februar 2022 an Sylvia Brockstieger oder Björn Spiekermann.

Organisation und Kontakt:

Dr. Sylvia Brockstieger (sylvia.brockstieger@gs.uni-heidelberg.de)

PD Dr. Björn Spiekermann (bjoern.spiekermann@gs.uni-heidelberg.de)


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu