CFP: Mehrsprachigkeit in der deutschsprachigen Presse des östlichen Europas (31.01.2022)

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CfA

Journal für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (JKGE)

Journal for Culture and History of the Germans in Eastern Europe

 

Themenausgabe 4 (2023):

„Mehrsprachigkeit in der deutschsprachigen Presse des östlichen Europas“

Herausgeber: Jörg Meier (Innsbruck und Košice)

 

Deutsch- und mehrsprachige Tages- und Wochenzeitungen gehörten in vielen Regionen und Städten des multilingualen östlichen Europas bis zum Zweiten Weltkrieg selbstver­ständlich zum Alltag der Menschen. Neben Zeitungen mit überregionaler Bedeutung gab es zahlreiche Periodika mit eher regionaler Relevanz, die für uns heute jedoch in vielerlei Hin­sicht von mindestens ebenso großem interdisziplinären Interesse sind.

Zeitungen und Zeitschriften greifen Neuartiges rasch auf, verbreiten es und üben dadurch einen nicht zu unterschätzenden gesellschaftlichen, politischen und sprachlichen Einfluss aus. Daher bietet die Beschäftigung mit Periodika, die am Rande oder außerhalb des ge­schlossenen deutschen Sprachgebiets erschienen sind, neben den sprachlichen und his­torischen Erkenntnissen die Möglichkeit, vielfältige soziokulturelle Zusammenhänge zu be­greifen.

Einen ersten Überblick über die deutschsprachige Presse des östlichen Europas gibt der von Jörg Riecke und Britt-Marie Schuster 2005 herausgegebene Sammelband Deutsch­sprachige Zeitungen in Mittel und Osteuropa. Durch Projekte wie den Heidelberger Katalog Deutschsprachige Zeitungen im östlichen Europa (2019), das von der Österreichischen National­bibliothek koordinierte Projekt „ANNO“ oder die verschiedenen Digitalisierungsprojekte des Digitalen Forums Mittel- und Osteuropa (DiFMOE), wurden in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagen für eine Archivierung und bibliographische Erschließung sowie für eine Bestandssicherung stark gefährdeter Materialien, aber auch für eine systematische, dia­chrone und synchrone Erforschung – vor allem historischer – deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften im Ausland geschaffen.

Ungeachtet einer Reihe von Untersuchungen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu diesem Themenfeld entstanden sind, gibt es jedoch insbesondere in Hinblick auf Mehrspra­chigkeit in Periodika erhebliche Forschungsdesiderate. Dies gilt vor allem für Zeitungen und Zeitschriften des 19. Jahrhunderts, doch auch zu Periodika aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegen trotz einer kaum überschaubaren Fülle von allgemeinen pressehistori­schen Untersuchungen nur wenige interdisziplinär fundierte, historische Analysen vor.

So lässt die allenfalls punktuelle Bearbeitung kaum Rückschlüsse auf etwaige Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede von Periodika in verschiedenen deutsch- und mehrsprachigen Regionen zu. Nicht nur vergleichende Analysen von Zeitungen und Zeitschriften verschiedener Spra­chen einer Region gehören zu den Desiderata der Forschung, sondern auch größere dia­chrone Längsschnitt- bzw. Reihenuntersuchungen, die darüber informieren könnten, wie sich bestimmte Periodika im historischen Verlauf entwickelt haben. Ebenso fehlen inter­disziplinär angelegte, empirische „Zeitreihenanalysen“, die synchron und diachron die glei­chen Variablen möglichst verschiedener Periodika untersuchen und damit Aussagen über den sprachlichen Wandel ermöglichen könnten.

Der geplante Band möchte diese Forschungsdesiderate insbesondere in Hinblick auf Mehrsprachigkeit aufgreifen und dabei die Vielfalt der Presse im östlichen Europa sowohl räumlich als auch zeitlich abbilden, wobei die Schwerpunkte auf dem „langen“ 19. Jahrhundert und dem 20. Jahrhundert bis 1945 liegen sollen. Insbesondere Beiträge aus folgenden Bereichen sind willkommen:

•     Kritische Analysen zum Sprach- und Medienwandel sowie zur Rolle des Mediums Zeitung

•     Historische Periodika im Zentrum gesellschaftlicher Kontroversen und Debatten

•     Untersuchungen zu Sprachkontakten und Mehrsprachigkeit sowie zur Kulturvermittlung

•     Studien zur Rolle deutschsprachiger Periodika für die Entwicklung oder Bewahrung kultureller Zugehörigkeiten

•     Untersuchungen zur Sprachnormierung, Sprachpolitik und Ideologisierung der Sprache

•     Vergleichende Untersuchungen zur historischen mehrsprachigen Situation und Entwicklung

Bitte senden Sie ein Abstract Ihres geplanten (unveröffentlichten) Beitrags in deutscher oder englischer Sprache (max. 2.500 Zeichen), dazu einen kurzen Lebenslauf bis zum 31.01.2022 per E-Mail an Prof. Dr. Jörg Meier (joerg.meier@uibk.ac.at) sowie an die Redaktion des JKGE (redaktion@bkge.uni-oldenburg.de).

Die für eine Veröffentlichung im JKGE 4 (2023) ausgewählten Beiträge müssten dann spätestens bis zum 1. November 2022 in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden (max. 50.000 Zeichen). Zur Qualitätssicherung durchlaufen die eingereichten Beiträge ein doppelt anonymisiertes Peer Review-Verfahren, bevor sie im JKGE online im Open Access sowie in einer kleinen Print-Auflage erscheinen werden.

 

Univ.-Prof. Dr. Jörg Meier

Universität Innsbruck / Pädagogische Hochschule Tirol

Institut für fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Forschung und Entwicklung (IFE)

RECC Deutsch und Mehrsprachigkeit

Pastorstraße 7

A-6010 Innsbruck

joerg.meier@uibk.ac.at

Universität Košice

Lehrstuhl für Germanistik

Professur für Germanistische Linguistik und Didaktik der deutschen Sprache

Moyzesova 9

SK-040 49 Košice

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Journal für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (JKGE)

Journal for Culture and History of the Germans in Eastern Europe

 

Special issue 4 (2023):

“Multilingualism in the German-language press in Eastern Europe”

Editor: Jörg Meier (Innsbruck and Košice)

 

Until the Second World War, German-language and multilingual daily and weekly papers were part of the normal everyday experience of many multilingual regions and cities in Eastern Europe. Alongside newspapers covering extensive regions, there were numerous periodical publications relevant on a more local basis; these are at least as interesting from an interdisciplinary point of view.

Newspapers and periodicals seize on what is novel and disseminate it, thereby exerting a considerable influence in social, political and linguistic terms. The periodical publications that appeared at or beyond the edges of the exclusively German-speaking lands thus not only yield information on linguistic and historical matters but also open a window on sociocultural links and connections.

The collected volume edited by Jörg Riecke and Britt-Marie Schuster, Deutschsprachige Zeitungen in Mittel und Osteuropa (2005), provides an initial overview of the German-language press in Central and Eastern Europe. Projects such as the catalogue Deutschsprachige Zeitungen im östlichen Europa (2019), the ANNO project coordinated by the Austrian National Library, and the various digitalisation projects of the Digitales Forum Mittel- und Osteuropa (DiFMOE), have in recent years done important work towards laying down an archive and providing opportunities not only to explore it, but also to establish the current state of extremely vulnerable materials. It will also enable a systematic, diachronous and synchronous investigation of German-language – principally historical – newspapers and periodicals beyond the main German-speaking lands.

In spite of a number of works researching this field over the past couple of decades, there are still considerable desiderata, especially in relation to multilingualism in periodical publications. This is true particularly for newspapers and periodicals in the 19th century; although periodicals of the first half of the 20th century have given rise to a large number of general investigations on the history of the press, there are very few historical analyses on an interdisciplinary basis.

The specific studies that have been carried out have therefore not yet yielded broader conclusions on similarities or differences between periodicals in different German-speaking of multilingual regions. The desiderata in current research encompass not only comparative analyses of newspapers and periodicals in the different languages spoken in a region, but also longer diachronic studies, longitudinal or widely scoped, that might reveal how particular periodicals developed during the course of history. There is also a need for empirical time series analyses presented from an interdisciplinary angle, exploring the same variables in the widest possible range of periodicals both synchronistically and diachronistically in order to elicit observations about changes in language.

In the issue we are planning we would like to make up these research deficiencies, in particular from the point of view of multilingualism, in order to describe the full range and variety, over both space and time, of the press in Eastern Europe, with a particular emphasis on the ‘long’ 19th century and the 20th century until 1945. We would especially welcome contributions on the following topics:

  • Critical analyses of the changes in language and in media, and in the role of the medium of the newspaper
  • Historical periodicals at the heart of social controversies and debates
  • Explorations of the points of contact between languages, of multilingualism, and of the transmission of culture
  • Studies of the part played by German-language periodicals in the development or preservation of cultural affiliations
  • Exploration of the issue of standardisation in language, the politics of language, and the ideologisation of language
  • Comparative examinations of the historical phenomenon of multilingualism and its development.

Please send, by 31 January 2022, an abstract of the (unpublished) article you are proposing, in German or in English (max. 2,500 characters, incl. spaces), together with a brief biographical note. Email to Prof. Dr. Jörg Meier (joerg.meier@uibk.ac.at) and to the editors of the JKGE (redaktion@bkge.uni-oldenburg.de).

The articles selected for publication in JKGE 4 (2023) must be submitted, in German or in English, at the latest by 1 November 2022 (max. 50,000 characters, incl. spaces). For quality control purposes, articles submitted will be subjected to double-blind peer review before publication online in open access and in a printed issue.

 

 

Univ.-Prof. Dr. Jörg Meier

Universität Innsbruck / Pädagogische Hochschule Tirol

Institut für fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Forschung und Entwicklung (IFE)

RECC Deutsch und Mehrsprachigkeit

Pastorstraße 7

A-6010 Innsbruck

joerg.meier@uibk.ac.at

Universität Košice

Lehrstuhl für Germanistik

Professur für Germanistische Linguistik und Didaktik der deutschen Sprache

Moyzesova 9

SK-040 49 Košice

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu