KONF: Schlesische Sprachreform, niederländische Netzwerke, pommerscher Petrarkismus: Sibylla Schwarz (1621-1638) im Kontext, Greifswald (28.-30.10.2021)

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Schlesische Sprachreform, niederländische Netzwerke, pommerscher Petrarkismus: Sibylla Schwarz (1621-1638) im Kontext

 

Internationale literaturwissenschaftliche Tagung an der Universität Greifswald, 28.-30. Oktober 2021

 

Im Jahr der 400. Wiederkehr ihrer Geburt wird der Greifswalder Dichterin Sibylla Schwarz (1621-1638) erneuerte Aufmerksamkeit zuteil. Oszillierend zwischen regelgeleiteter poetischer Nachahmung und Übernahme der abendländischen poetischen Tradition und einer ungewöhnlich freien, selbstbestimmt weiblichen literarischen Schreibgeste, stellt das Werk von Sibylla Schwarz im literarischen Kosmos des 17. Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung dar, deren Bedeutung weit über das bloß Regionale hinausreicht. Im Jubiläumsjahr 2021 liegen drei neue Ausgaben des Werks der Dichterin vor, die veränderte Zugänge und neue Fragestellungen ermöglichen. Die internationale literaturwissenschaftliche Tagung, die an die Ergebnisse einer 2013 in Greifswald abgehaltenen Konferenz zu Sibylla Schwarz anschließt, unternimmt den Versuch, Schwarz und ihr Werk in den Kontexten des Literatursystems der Frühen Neuzeit zu sehen und darüber die Bedingungen zu rekonstruieren, unter denen sich Werk und Rezeption bewegen. In den Blick geraten dabei insbesondere die Bezüge zur Sprachreform der ‚Schlesischen Schule‘ im Gefolge von Martin Opitz, die Bedeutung der niederländischen Dichtung für Schwarz sowie die Rezeption des europaweit verbreiteten Petrarkismus.    

Anmeldung und Kontakt: Prof. Dr. Klaus Birnstiel – klaus.birnstiel@uni-greifswald.de .

 

PROGRAMM

 

Universität Greifswald

Konferenzraum

Hauptgebäude, Eingang 2

Domstraße 11

17489 Greifswald

 

Donnerstag, 28. Oktober 2021

 

15:00-15:30      - Willkommen und Registrierung, Kaffee -

 

15:30-15:45      Grußworte: Konstanze Marx (Universität Greifswald) und Thomas Stamm-Kuhlmann (Sibylla Schwarz e.V.)

 

15:45-16:00      Klaus Birnstiel (Greifswald): 400 Jahre Sibylla Schwarz – zur Einführung in das Tagungsthema

 

                        I Zugänge und Perspektiven (Moderation: Monika Schneikart, Greifswald)

 

16:00-17:00      Christian Schmitt (Oldenburg): „Mehrer theils auß dem Niderlendischen verteutscht“. Spielräume des Übersetzens bei Sibylla Schwarz

 

17:00-18:00      Kai Bremer (Osnabrück): Kanonbildung im Vergleich: Anna Roemers Visscher, Anna Maria van Schurman und Sibylla Schwarz

 

 

Freitag, 29. Oktober 2021

 

                        II Opitz-Rezeptionen (Moderation: Monika Unzeitig, Greifswald)

           

9:30-10:30        Gudrun Bamberger (Leipzig): Aus Europa nach Greifswald: Sibylla Schwarz in Auseinandersetzung mit Martin Opitz

 

10:30-11:00      - Kaffeepause -

 

11:00-12:00      Paola Bozzi (Milano): Cosa ria, böse Lust. Martin Opitz, Sibylla Schwarz und der ‚Antipetrarkismus‘

 

12:00-13:00      Uwe Maximilian Korn (Heidelberg): Poetik der Tiefe oder Poetik der Oberfläche? Opitz-Epigonalität als Zuschreibungskategorie der Aufklärungsepoche und der Germanistik am Beispiel Sibylla Schwarz’ und des ‚Leipziger Dichterkreises‘

 

                        - Mittagspause -

 

                        III Forschungsperspektiven (Moderation: Heide Volkening, Greifswald)

 

14:30-15:30      Gudrun Weiland (Berlin): „Klugrede“ und „Liefdes Kort-sprak“ – die Epigrammatik der Sibylla Schwarz im Kontext

 

15:30-16:00      - Kaffeepause -

 

16:00-17:00      Klaus Birnstiel (Greifswald): Wer agiert im Netzwerk der Sibylla Schwarz? Nachfragen neuerer literaturwissenschaftlicher Frühneuzeitforschung

 

17:00-18:00      Samantha Philipps (Kiel): „Was Sappho für ein Weib gewesen …“ − Die Bedeutung der Sapphorezeption für die Lyrik von Sibylla Schwarz

 

- anschließend gemeinsames Abendessen der Referentinnen und Referenten -

 

 

Samstag, 30. Oktober 2021

 

                        IV Deutungsperspektiven (Moderation: Christfried Böttrich, Greifswald)

 

9:30-10:30        Julia Sommer (Fribourg): „Warheit wil gesaget sein“ - der Gegensatz von Schreiben und Schweigen im Werk von Sibylla Schwarz

 

10:30-11:00      - Kaffeepause -

 

11:00-12:00      Lina Saar (Saarbrücken): „guhte Nacht du liebster Ort“ – die Bedeutung der Nacht für die Autorschaftsinszenierung von Sibylla Schwarz

 

12:00-12:45      Resümee und Diskussion: Perspektiven der Sibylla-Schwarz-Forschung und Anschlüsse für die Barock-Forschung im 21. Jahrhundert (Impuls und Moderation: Anna Axtner-Borsutzky, Bielefeld)

 

                        - Stehlunch/Ausklang/Abreise -

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu