KONF: Ästhetisches Aushandeln. Normen und Praktiken in der Vormoderne, Tübingen (11.11. –13.11,2021)

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Eberhard Karls Universität Tübingen, SFB 1391 Andere Ästhetik, Tagung des Querschnittsbereichs „Norm und Diversität“ (Hybrid-Veranstaltung)

11.–13. November 2021

Organisation: Sandra Linden, Sarah Dessì Schmid

Der Querschnittsbereich „Norm und Diversität“ im SFB 1391 Andere Ästhetik möchte die dynamische Situation eines ästhetischen Aushandelns und eines Aushandelns des Ästhetischen zugleich in den Blick rücken: Zwar zielt jede Formulierung einer Norm auf Allgemeingültigkeit, zugleich existiert aber einerseits eine Pluralität der Normen, die sich gegenüberstehen, andererseits wird der Geltungsanspruch von Normen durch eine vielfältige Praxis reflektiert und immer wieder neu zur Diskussion gestellt. Die Tagung möchte dem noch immer wirkungsmächtigen Forschungsnarrativ begegnen, das vormoderne Artefakte in normativen Vorstellungen gegründet sieht, ohne dabei den Konterpart der Diversität ausreichend in Rechnung zu stellen.

Es wird um Anmeldung bei Sandra Linden gebeten (sandra.linden@uni-tuebingen.de); die Zoom-Zugangsdaten erhalten Sie nach der Anmeldung.

Weitere Informationen: SFB 1391 Andere Ästhetik

 

Programm

Donnerstag, 11. November

9:00  Begrüßung (Sarah Dessì Schmid, Sandra Linden)

Moderation: Sarah Dessì Schmid

9:15  Bernhard Jussen (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Arbeit am historischen Langzeitnarrativ. Ikonen der „Mittelalter“-Imagination auf dem Prüfstand „anderer Ästhetik“

10:00  Lucinde Braun (Universität Regensburg): „Lobt Gott in seinem Heiligtum“ – Psalm 150 als Ausgangspunkt impliziter ästhetischer Normierung

10:45  Kaffeepause

Moderation: Sandra Linden

11:15  Manuel Braun (Universität Stuttgart): Ästhetische Normen und Normen des Ästhetischen im mittelhochdeutschen Sangspruch

12:00  Lina Herz (Ruhr-Universität Bochum): Versprechen, verkiesen, vertuon. Über Norm und Ästhetik der verbotenen Frage in Konrads von Würzburg Schwanritter

12:45  Mittagspause (mit Catering)

Moderation: Katharina Fezer

14:30  Nils Reiter, Jan Wieners, Enes Türkoglu (Universität zu Köln, Universität Stuttgart): Normierte Ästhetik? – Über quantitative Verfahren zur Erkennung von Ausreißern

15:15  Melissa Müller (Universität Hamburg): Quantitative Analyse der poetischen Normabweichung im Barock am Beispiel des Dramas Cardenio und Celinde von Andreas Gryphius

16:00  Kaffeepause

Moderation: Martin Sinn

16:30  Marion Darilek (Eberhard Karls Universität Tübingen): Mittelhochdeutsche Dichterkataloge und -verweise als poetische Praktiken ästhetischen Aushandelns zwischen Norm und Diversität

17:15  Florian Mehltretter (Ludwig-Maximilians-Universität München): Regelbruch als Regel? Oder: Wie die Barockpoetik ausgehandelt wurde

19:00  Abendessen

 

Freitag, 12. November

Moderation: Manuel Braun

9:00  Christiane Frey (RWTH Aachen): Die andere Ästhetik der Ellipse: Verhandlungen zwischen Kepler und Lobkowitz

9:45  Rebecca Sauer (Universität Heidelberg): Ästhetisches Aushandeln zwischen Tradition, Pragmatismus und pädagogischem Auftrag: Die Literaturkritik eines Kanzleisekretärs im mamlukischen Kairo (15. Jahrhundert)

10:30  Kaffeepause

Moderation: Marion Darilek

11:00  Fabian David Scheidel (Universität zu Köln): Der Körper der Dichtung. Die Position der ‚anderen‘ Poesis zwischen aisthesis und Ästhetik bei Eberhard dem Deutschen und Hugo von Montfort

11:45  Stephanie Béreiziat-Lang (Universität Heidelberg): Andere Körper – Zur ästhetischen Aushandlung von Alterität an der Schwelle zur Moderne

12:30  Mittagspause

Moderation: Annette Gerok-Reiter

14:30  Anna Pawlak, Laura Di Carlo (Eberhard Karls Universität Tübingen): Visuelle Autorität und die Diversität der Normen. Kulturelle Hybridität in der Antwerpener Malerei des 16. Jahrhunderts

15:15  Julia Kloss-Weber (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): Transkulturelle ästhetische Aushandlungsprozesse: Differenz und Einheit bildkultureller Notionen im Mexiko des 16. Jahrhunderts

16:00  Kaffeepause

Moderation: Sandra Linden

16:30  Käthe Wenzel (Ästhetische Praxis, Flensburg/Berlin): Zeichnen & Sprechen - eine praktische Verhandlung

19:00  Abendessen

 

Samstag, 13. November

Moderation: Sebastian Schmidt-Hofner

9:00  Ulrich Gotter (Universität Konstanz): Der Schlächter als Herrscher. Zur Gewalt auf Kaiser Mark Aurels Säule

9:45 Alexander Heinemann (Eberhard Karls Universität Tübingen): Der Audienzsaal als Spiegelkabinett. Repräsentation und Raumgestaltung im palatium des Kaisers Domitian

10:30  Kaffeepause

Moderation: Laura Di Carlo

11:00  Katharina Fezer, Martin Sinn (Eberhard Karls Universität Tübingen): „[C]ome tavole di pittura poste al suo bono e natural lume” – Der Beitrag von Architektur- und Malereibezügen für die Thematisierung von Norm und Diversität in lateinischen, italienischen und französischen Sprachtraktaten der Frühen Neuzeit

11:45  Ann-Kristin Fenske (Eberhard Karls Universität Tübingen): Ästhetisches Aushandeln vormoderner Theaterpraxis am Beispiel der Gattung der tragi-comédie pastorale in Frankreich (1596-1630)

12:30  Mittagspause (Catering)

Moderation: Thomas Schipperges

14:00  Sonja Tröster (Universität Wien): Trinks gar aus – ästhetische Normen im Trinklied des 16. Jahrhunderts

14:45  Julia Gold, Christoph Schanze (Justus-Liebig-Universität Gießen): Schöner scheitern mit dem Fincken Ritter

15:30  Jörg Robert, Bernhard Pattis (Eberhard Karls Universität Tübingen): Alamode – Sprachkritik und Satire in der Frühen Neuzeit

16:15  Abschlusswort

16:30  Kaffee