CFP: Recherches germaniques, Nr. 53 (2023) Auf Célines Spuren. Die literarische Rezeption von Louis-Ferdinand Céline in der deutschsprachige Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts (31.08.2022)

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Call for papers Recherches germaniques, Nr. 53 (2023)

Thematisches Dossier koordiniert von Prof. Dr. Silke Segler-Meßner und Maxim Görke Auf Célines Spuren Die literarische Rezeption von Louis-Ferdinand Céline in der deutschsprachige Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts.

 

Die persönlichen Beziehungen, die Louis-Ferdinand Céline zeit seines Lebens und insbesondere während der Besatzung Frankreichs zu deutschen Staatsangehörigen unterhält sind inzwischen bekannt. Ebenso hat die Forschung die ins Werk eingeflossenen autobiographischen Verweise auf Célines Deutschlandreisen aufgearbeitet – von einem Sprachaufenthalt in Diepholz (Niedersachsen) im Schuljahr 1907/08 bis zu seiner Flucht durch das bereits in Trümmern liegende Dritte Reich. Darüber hinaus sind dank der Arbeiten von Rudolf von Bitter und Philippe Wascher die im deutschen Sprachraum erfolgte journalistische Rezeption von Reise ans Ende der Nacht bzw. des Gesamtwerkes umfassend dargelegt worden. Weiterhin offen ist jedoch die Frage, nach dem Einfluss von Célines Texten auf die Literatur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Welche thematischen, erzählerischen, ästhetischen und sprachlichen Spuren hat die Céline-Lektüre in der deutschsprachigen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts hinterlassen? Trotz des ideologischen Abgrunds, der sich im Werk auftut - und der dessen Rezeption außerhalb Frankreichs dominiert – waren und sind Célines Texte bis heute Inspirationsquelle für zahlreiche deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller: Thomas Bernhard, Rolf Dieter Brinkmann, Elfriede Jelinek, Peter Weiss oder Helmut Krausser nehmen Bezug auf den Autor von Reise ans Ende der Nacht, Tod auf Kredit und Gespräche mit Professor Y. Ganz zu schweigen von seinen Zeitgenossen der 1930er Jahre wie Walter Benjamin, Gottfried Benn und Ernst Jünger. Auch wenn sie vielleicht nicht literarisch von Céline beeinflusst werden, so stehen sie seinen Texten zumindest offen gegenüber, wie ihre Lesenotizen, Korrespondenzen und Tagebücher bezeugen. Inwiefern hat die Lektüre von Céline deutschsprachige Autorinnen und Autoren dazu animiert selber schriftstellerisch tätig zu werden? Welchen Einfluss hat Céline auf deutschsprachige Romanciers, Dramatiker und Dichter ausgeübt? Inwieweit werden erzählerische und stilistische Innovationen seiner Texte jenseits des Rheins aufgegriffen? Welchen literarischen Nachhell erzeugen die von ihm entwickelten Themen und Motive? Welche neuen Perspektiven eröffnen der deutschsprachigen Literatur Reise ans Ende der Nacht, Tod auf Kredit, Von einem Schloss zum anderen aber vielleicht auch Bagatelles pour un massacre? Dies sind nur einige der Denkansätze, die das thematische Dossier aufgreifen und entwickeln möchte. Ziel ist es, einen Beitrag zur Wirkungsgeschichte von Louis-Ferdinand Céline außerhalb Frankreichs zu leisten. Mit der Fokussierung auf die literarische Rezeption Célines im deutschsprachigen Raum soll darüber hinaus ein bisher nicht berücksichtigter literaturgeschichtlicher Bezugspunkt in den Blick genommen werden, von dem aus sich neue und oft auch unerwartete Verbindungen zwischen deutschsprachigen Autorinnen und Autoren knüpfen lassen.

Auswahlbibliographie

• Ernst Jünger: Strahlungen, Tübingen: Heliopolis Verlag, 1949.

• Hans-Georg Gadamer: Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik, Tübingen: Mohr, 1960.

• Philipp Wascher: Louis-Ferdinand Céline und Deutschland. Rezeptionsgeschichte der Jahre 1932–1961, Berlin : Weidler Buchverlag, 2005.

• Rudolf von Bitter : Ein wildes Produkt. Louis-Ferdinand Céline und sein Roman Reise ans Ende der Nacht im deutschsprachigen Raum. Eine Rezeptionsstudie. Bonn : Romanistischer Verlag, 2007.

• Céline et l’Allemagne. Actes du XIXe colloque international Louis-Ferdinand Céline, Paris: Société d’études céliniennes, 2013.

• Christian M. Hanna et Friederike Renes (éd.): Benn Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart: Metzler, 2016.

Beiträge

• Die Artikel (min. 30.000 Zeichen, max. 50 000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Fußnoten) sind als WORD-Datei (.doc) bis zum 31. August 2022 an Maxim Görke zu schicken: gorke@unistra.fr

• Folgende Angaben sind gleichzeitig mit der Übersendung des Artikels in einer gesonderten WORD-Datei zu übermitteln: Vollständige Kontaktdaten und institutionnelle Zugehörigkeit, sowie eine zehnzeilige Zusammenfassung des Artikels auf Französisch, Deutsch und Englisch.

• Die Artikel können auf Französisch, Deutsch oder Englisch verfasst werden

• Die Artikel müssen das Stylesheet berücksichtigen, das unter folgender Adresse zu finden ist: https://journals.openedition.org/rg/294

• In der Zeitschrift erscheinen ausschließlich Originalbeiträge. Über Recherches germaniques • Die Zeitschrift Recherches germaniques erscheint jährlich und veröffentlicht Beiträge zu Literatur- und Kulturwissenschaften im deutschsprachigen Raum. Sie versteht sich als Forum für den Dialog zwischen französischer und internationaler Germanistik. Die Beiträge erscheinen in französischer oder deutscher Sprache. Indexierung

• BASE, BNF data, BNF Catalogue général, CARHUS +, DOAJ, Ebsco Discovery Service, Elektronische Zeitschriftenbibliothek, Ent’revues, Google Scholar, HAL, Index Copernicus International, Isidore CCSD/CNRS, JournalTOCs, JURN, MIAR, Mir@bel, MLA, Norwegian Register for Scientific Journals, Oaister, OpenAIRE, Ovid Link Solver, SCIMago Journal, Sudoc ABES, UnivOak, WorldCat

Herausgeberin • Aurélie CHONÉ (Université de Strasbourg) Wissenschaftlicher Beirat • Thomas ANZ (Marburg), Philippe DESPOIX (Montréal), Marino FRESCHI (Rome), Dirk GÖTTSCHE (Nottingham), Michel GRUNEWALD (Metz), Ortrud GUTJAHR (Hamburg), Ralph HÄFNER (Freiburg), Frédéric HARTWEG (Strasbourg), Michael HOFMANN (Paderborn), Uwe JAPP (Karlsruhe), Eva KIMMINICH (Potsdam), Florian KROBB (Dublin), Paul Michael LÜTZELER (St. Louis, USA), Christine MAILLARD (Strasbourg), Klaus-Detlef MÜLLER (Tübingen), Rolf G. RENNER (Freiburg), Gerhard SAUDER (Saarbrücken), Maryse STAIBER (Strasbourg)