ANK: Kleists "Michael Kohlhaas" polyperspektivisch. Studientag des Kleist-Museums, Frankfurt/Oder (17.11.2017)

Barbara Gribnitz's picture

Kleists Michael Kohlhaas polyperspektivisch

Studientag des Kleist-Museums

17. November 2017

 

Das Kleist-Museum widmet der wohl bekanntesten Erzählung Heinrich von Kleists, Michael Kohlhaas, einen Studientag; Anliegen ist es, interdisziplinäre Perspektiven auf den Text in gemeinsamen Diskussionen zusammenzuführen.

Die anhaltende Wirkungsmacht dieser Geschichte um einen der „rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen“, dessen „Rechtgefühl […] ihn zum Räuber und Mörder machte“, liegt in der zeitlosen Gegenüberstellung von Recht und Gerechtigkeit, Mittel und Zweck. Die fiktive Figur Kohlhaas wurde zum Topos, zur Metapher für jemanden, der seiner gerechten Sache eigenmächtig und gewaltsam gegen Obrigkeiten Recht verschaffen will, zum „Kohlhaas-Prinzip“ (Yael Ronen). Über die Universalität und Aktualität des Themas hinaus bietet Kleists Erzählung sowohl germanistischen als auch fachübergreifenden Studien zahlreiche Ansatzpunkte zu vielschichtigen Auseinandersetzungen.

Der Studientag am Kleist-Museum versteht sich als Forum, germanistische und interdisziplinäre Forschungen zu Kleists Erzählung Michael Kohlhaas zu präsentieren und diskutieren.

 

PROGRAMM

9.30

Kurzführung durch die Dauerausstellung "Rätsel.Kämpfe.Brüche"

 

10.00

Begrüßung und Einführung

Hannah Lotte Lund, Barbara Gribnitz (Kleist-Museum)

 

10.15

Erzähltes Unrecht. Erzähltechnik und Rechtsdiskurs in Kleists Michael Kohlhaas

Sebastian Brass (Harvard University)

 

11.00

Die Legitimation der Rache durch die Doppelgängerin

Viviane Meierdreeß (Freie Universität Berlin)

 

11.45 Pause

 

12.00

Kleists Narrativ der Eskalation. Eine sozialpsychologische Lektüre des Michael Kohlhaas

Michael Ackerl (Universität Graz)

 

12.45

Kurzführung durch die Sonderausstellung "Worte, Worte, nichts als Worte. Wortgeschichten von Luther und Kleist"

 

13.15

Mittagspause

 

14.30

Kohlhaas' Zuschauer

Moritz Rudolph (Universität Leipzig)

 

15.15

Erforschen, wie man Kleist erforscht. Zum Forschungsbezug in aktuellen Interpretationen von Kleists Michael Kohlhaas

Fabian Finkendey, Merten Kröncke (Universität Göttingen)

 

16.00

Pause

 

16.15

die Keule, die mich selbst schützt – Kleists Michael Kohlhaas als Gegenstand des Philosophieunterrichts

Eugen Wenzel (Berlin)

 

17.00

Sprachen im Dialog. Das Kohlhaas-Verständnis in den Zeichen seiner englischen Übersetzung

Johann Contag (University of Wellington)

 

17.45

Abschluß

 

Gelegenheit zum gemeinsames Abendessen

 

 

Zuhörer*innen sind herzlich willkommen!

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

 

VERANSTALTUNGSORT

Kleist-Museum

Faberstraße 6-7

15230 Frankfurt (Oder)

 

KONTAKT

Dr. Barbara Gribnitz

Tel. 0335-387221-17

gribnitz@kleist-museum.de