CFP: [FRISTVERLÄNGERUNG] Ästhetische und diskursive Strategien zur Darstellung von Arbeit(swelten) in der deutschsprachigen Literatur seit 2000 (16.07.2021)

Corinna Schlicht's picture

Doktorand:innenworkshop (mit anschließender Publikation)

FRISTVERLÄNGERUNG bis zum 16.7.2021

14.–15. September 2021 | Universität Duisburg-Essen | Essen

Veranstalterinnen:

PD Dr. Corinna Schlicht (Universität Duisburg-Essen)

Marie Kramp, M.A. (Universität Duisburg-Essen)

Janneke Eggert, B.A. (Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt)

 

Die Literatur der Arbeitswelt umfasst alle literarischen Werke, deren Thema und Gegenstand Arbeit und Arbeitswelten sind. Trotzdem wird diese oft auf die Literatur des Ruhrgebiets der 1960–80er-Jahre und damit implizit auf die proletarische und Arbeiterliteratur reduziert. Mit dem Übergang der Old zur New Economy in den 1990er-Jahren entfernt sich jedoch die Arbeit in der Literatur zunehmend vom Klassengedanken und hat kein primär politisches Programm mehr. Sie umfasst nun auch Bereiche wie Management, Wissenschaft und künstlerische Arbeit, die nicht notwendigerweise prekär sind, sowie Sphären der Nicht-Arbeit, die Arbeit am Selbst, an persönlichen Beziehungen oder Care-Arbeit. Spätestens seit den 1990ern ist ebenso eine Entgrenzung von Arbeit zu beobachten, überschreitet doch diese die ihr traditionell zugewiesenen Grenzen und dringt zeitlich, räumlich, motivational etc. in die Sphäre der Nicht-Arbeit ein. Neben marktökonomischen überschreitet Arbeit jedoch auch sprachliche und epistemische Grenzen: Die Legitimierung von Sphären abseits der Erwerbsarbeit mit Hilfe von Metaphern wie „die Familienmanagerin“ macht das deutlich.

Im Fokus des Workshops sollen ästhetische wie diskursive Strategien zur Darstellung von Arbeit und Arbeitswelten in der deutschsprachigen Literatur seit der New Economy stehen. Literarisch schlagen sich diese neuen Formen der Arbeit vor allem seit 2000 nieder. Inhaltlich interessieren uns jegliche Bereiche der Arbeit und (Nicht-)Arbeit, die explizit oder implizit in literarischen Werken (Prosa, Lyrik, Drama) auftauchen und kapitalistischer wie nichtkapitalistischer Natur sind. Ebenso denkbar ist eine Thematisierung der sprachlichen und epistemischen Grenzüberschreitungen der Arbeit wie etwa die Ökonomisierung nicht-ökonomischer Bereiche, in denen Leistungsfähigkeit eine Rolle spielt wie Sport oder Gesundheit, außerdem eine Fokussierung von Fragen aus dem Bereich race, class und gender. Zu diskutieren ist auch, inwiefern Arbeit in der Literatur Mittel zum Zweck oder Zweck an sich ist und ob sowie in welchem Maße ideeller und materieller Wert der (Erwerbs-)Arbeit thematisiert werden. Ist Arbeit identitätsstiftendes Mittel? Dient sie zur Selbstverwirklichung und kann sie Ausdruck persönlicher Eigenschaften und Fähigkeiten sein? Welche Rolle spielt eine implizite oder explizite Kritik am Kapitalismus und einer neoliberalen Ökonomie? Inwiefern treten Generationenunterschiede und -konflikte in den Blickpunkt? Wie werden die Akteur:innen, u.a. der New Economy, dargestellt und charakterisiert? Diese und weitere Fragen würden wir gerne im Rahmen des Workshops mit Ihnen erörtern.

Abstracts von ca. einer Seite sowie Kurzangaben zur Person und zur akademischen Vita schicken Sie bitte bis zum 16. Juli 2021 per Mail an die Veranstalterinnen: jeggert@stadtdo.de, corinna.schlicht@uni-due.de und marie.kramp@stud.uni-due.de

Eine anschließende zeitnahe Publikation der Beiträge ist geplant.

Der Workshop findet am 14. und 15. September 2021 an der Universität Duisburg-Essen am Campus Essen statt. Fahrt- und Übernachtungskosten können übernommen werden.

Eine Kooperation des Instituts für Germanistik, Abteilung Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen mit dem Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt.

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu