ANK: Ernst-Jandl-Dozentur für Poetik: Franzobel, 2 Poetikvorlesungen, Wien (07.06. – 15.06.2021)

Thomas Eder's picture

MO, 7.6.2021. 19.00-21.00

Franzobel

Im Hirnsaal I: Formale Kuriositäten

1. Poetik-Vorlesung

Ort: Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien

 

MO, 14.6.2021, 19.00-21.00

Franzobel

Im Hirnsaal II: Essenz und Stränge

2. Poetik-Vorlesung

Ort: Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien

 

DI, 15.6.2021, 19.00-21.00: Konversatorium zu den Vorlesungen

Ort: Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien

 

Norm und Abweichung

 

Das Verhältnis von Norm und Abweichung ist in vielen historisch wie systematisch relevanten Konzeptionen als ein grundlegendes Modell der ästhetischen Verfasstheit und Wirkungsweise von literarischen Texten betrachtet worden. Ganz allgemein versteht man darunter, dass literarische Texte von sprachlichen Normen abweichen und ihr ästhetisches Potenzial aus dieser Abweichung herrührt. So verbreitet wie die Konzeption ist auch die Kritik daran, literarische Texte im Rahmen einer „Abweichungspoetik“ zu lesen.

In seiner Semester-Vorlesung am Institut für Germanistik der Unversität Wien hat Thomas Eder pointiert ausgewählte Aspekte des Verhältnisses von „Norm und Abweichung“ theoretisch beleuchtet werden, zumeist mit Blick auf darstellungsästhetische und rezeptionsästhetische Aspekte.

In produktionsästhetischer Perspektive, die auf die Intention der Autor*innen fokussiert, kann der Normbruch ebenfalls als ein mehrfacher betrachtet werden. Autor*innen können mit den Gegenständen und Stoffen, die sie in ihren Texten modellieren, qua Regelbruch provozieren, z.B. indem sie gegen je in einer Epoche gültige Ideologien verstoßen. Sie können aber auch auf formaler Ebene revoltieren und etwa gegen implizite Formdogmen einer literarischen Schule bewusst verstoßen. Aber auch eine kritische Relation der Sprache von Autor*innen zu Geboten der so genannten „political correctness“ soll in der Semestervorlesung aus theoretischer Hinsicht dargestellt werden.

Der Schriftsteller Franzobel wird zwei Poetikvorlesungen zu „Norm und Abweichung“ halten. Dabei wird er auf die Möglichkeiten zu sprechen kommen, wie mit Stoffen/Inhalten und formal gegen Regeln in ästhetischer Hinsicht, aber auch gehen die Konventionen des literarischen Lebens und des Betriebs heute und in den letzten 30 Jahren verstoßen werden kann.

 

Kontakt: Thomas Eder (thomas.eder@univie.ac.at)


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu