ANK: Literaturwissenschaftliches Kolloquium, Duisburg-Essen (24.04.2021)

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Das Literaturwissenschaftliche Kolloquium des Instituts für Germanistik an der Universität Duisburg-Essen findet im Sommersemester 2021 jeweils mittwochs, 18h c.t., digital via Zoom statt. Externe Gäste sind herzlich eingeladen und können sich bei Dennis Borghardt (dennis.borghardt@uni-due.de) anmelden.

 

 

Programm:

  

21.4.2021: doc. Mgr. Aleš Urválek, PhD (Masaryk-Universität Brünn)

Abschied von der Geschichtsphilosophie als crossing der Kulturen in der deutschsprachigen Literatur nach 1960 (H. M. Enzensberger, B.  Strauß, H. Lebert (mit Ausblick auf mögliche Wurzeln in der Nachkriegs- und Zwischenkriegszeit)

 

Im Vortrag wird zunächst der Abschied vom geschichtsphilosophischen Denken bei zwei zentralen, sich zunächst links orientierenden Literaten dargestellt (H. M. Enzensberger und B. Strauß), der weniger aus der Links-rechts Achse heraus erklärt, als vielmehr im Zusammenhang von crossing der naturwissenschaftlichen und politischen/historischen/literarischen Kulturen (Diskursen) betrachtet wird. Dieser Prozess wird in die späten 1970er situiert, um am zunehmenden Interesse für naturwissenschaftliche Themen der beiden Autoren sichtbar, an deren unterschiedlichem Rückgriff auf die Poetik des Erhabenen greifbar und am Rumor (1980) von B. Strauß anschaulich gemacht zu werden. Folglich wird Die Wolfshaut (1960) von H. Lebert als eine österreichische Vorstufe dieser Herangehensweise vorgestellt. Abschließend werden eher im hypothetischen Modus einige Fragen zur Diskussion gestellt, die sich ergeben, wenn man bei der Rekonstruktion des Wissenshorizontes dieser Autoren einige Projekte der späten 1940er und 1950er Jahre ins Spiel bringt, die zwischen den beiden Kulturen zu vermitteln gesucht hatten.

 

 

23.6.2021: Dr. Erika Thomalla (Humboldt-Universität zu Berlin)

Ballern wie blöde. Christian Krachts Tempo-Jahre

 

Christian Krachts literarisches Frühwerk ist in mehrfacher Hinsicht ein Produkt des Journalismus. Nicht nur wurde sein Debütroman Faserland (1995) auf dem Redaktionscomputer der Tempo verfasst, wo Kracht seit 1989 als Volontär und seit 1991 als Redakteur beschäftigt war; auch das Reisebuch Ferien für immer (1998) hat einen unmittelbaren Vorläufer in einer Tempo-Ausgabe mit identischem Titel. Vor allem aber sind Krachts Erzähl- und Darstellungsverfahren maßgeblich durch die Formatvorgaben und die Ästhetik der Zeitschrift geprägt. Der Vortrag befasst sich mit Reportagen und Rezensionen, die zwischen 1990 und 1995 in der Tempo erschienen sind und beleuchtet damit den Zusammenhang zwischen dem deutschsprachigen New Journalism und der Popliteratur der 1990er Jahre.

 

 

7.7.2021: Prof. Dr. Carlos Spoerhase und Dr. Jørgen Sneis (Universität Bielefeld)

Kosmopolitisches Literaturtribunal: Probleme und Perspektiven einer Erforschung des Literaturnobelpreises


Der Nobelpreis für Literatur ist eine kulturelle Institution, die seit 1901 im jährlichen Turnus die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zieht und den Brennpunkt der Aktivitäten von zahlreichen unterschiedlichen Akteuren im transnationalen literarischen Feld bildet. Der Vortrag widmet sich der Etablierung des Nobelpreises, seinem Profil als „Weltpreis“ und den besonderen Herausforderungen seiner literaturwissenschaftlichen Erforschung.

 

 

14.7.2021: Prof. Dr. Ute Dettmar (Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

Fortsetzung folgt:

Über Serien, Serialität und Transmedia Storytelling in Kinder- und Jugendliteratur und -Medien

 

Serien sind vielfältige, variantenreiche literarische und mediale Phänomene, die im Zeitalter von Netflix bekanntlich längst nicht nur Kinder und Jugendliche faszinieren. Gerade das Feld der Kinder- und Jugendliteratur und -medien ist allerdings ein besonders geeignetes Anschauungsgebiet, will man der Faszination, den Formen und der gegenwärtigen Dynamik des Seriellen auf die Spur kommen. Ich möchte in meinem Vortrag zunächst von einigen grundlegenden Überlegungen zum Format der Serie und zum seriellen Erzählen ausgehen und diese entlang von Beispielen diskutieren. Der Fokus liegt dabei insbesondere auch auf den inter- und transmedialen, Mediengrenzen überschreitenden narrativen Strategien und den Erzählwelten des Transmedia Storytelling, die ich in aktuellen kulturellen und medialen Kontexten diskutieren möchte.

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu