CFP: Interkulturelle Räume. Historische Routen und Passagen der Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung des Mittelmeerraumes, Zadar (15.04.2021)

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Interkulturelle Räume. Historische Routen und Passagen der Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung des Mittelmeerraums

Tagung der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik vom 19.-22. April 2022 an der Universität Zadar in Kroatien

Das europäische ebenso wie das globale Selbstverständnis bestimmt sich maßgeblich über abstrakte oder konkrete, historische oder aktuelle Räume. Beispielsweise erscheint die europäische Auseinandersetzung mit dem Mittelmeer, dem Mittelmeerraum und der mediterranen Kultur paradigmatisch für die Erforschung von Phänomenen der Interkulturalität. Einst wurde das Mittelmeer als Wiege der europäischen Kultur angesehen. Später drohte es aufgrund der sogenannten Entdeckung Amerikas, der Eröffnung des Suezkanals oder aus anderen Gründen in Vergessenheit zu geraten. Es war und ist seit jeher Schauplatz für zeitweilig friedliche, gefährliche oder kriegerische interkulturelle Begegnungen und Auseinandersetzungen von verschiedenen Individuen, Nationen und Religionen, Wirtschafts- und Rechtssystemen, Völkern, Gemeinschaften und Gesellschaften. Es war nicht nur Konfliktherd und Kriegsschauplatz, sondern auch Mittelpunkt für die europäische Identifikation – und Differenzierung. In der jüngsten Vergangenheit wurde es erneut zum Kulminationspunkt spannungsvoller Sichtweisen: Das Mittelmeer wird nicht nur als ein interkultureller Grenz- und Übergangsraum für Händler, Seefahrer, Piraten, Nomaden, Exilanten, Migranten und Touristen diskutiert, sondern auch Echo- und Resonanzraum für das europäische Denken und Dichten. Unter der Grundannahme, dass etwa das Mittelmeer – wie auch viele andere Regionen der Welt – ein von Interkulturalität geprägter Raum par excellence ist, möchten wir auf der GiG-Tagung 2022 der Frage nachgehen, wie sich Interkulturalität in und zwischen unterschiedlichen Räumen in der deutschen Sprache, Literatur und Kultur vom Altertum über das Mittelalter bis zur Neuzeit und Gegenwart darstellt.

Wir erbitten Beitragsvorschläge zur sprachlichen, literarischen, kulturellen, sozialen, politischen, ökonomischen, ökologischen Interkulturalität mit Bezug auf Räume generell und insbesondere den des Mittelmeers unter systematischen, historischen oder aktuellen Gesichtspunkten in der gesamten Breite des Faches von der Sprachwissenschaft, Translatologie und DaF/DaZ-Didaktik über die Mediävistik und Literaturwissenschaft bis zur allgemeinen Kultur- und Geisteswissenschaft. Besondere Berücksichtigung soll die Vielfalt der methodischen und theoretischen Ansätze im Fachbereich der Interkulturellen Germanistik einschließlich interdisziplinärer Forschungsansätze in Zwischenbereichen von Germanistik, Mediterranistik und Europastudien finden. In den Sektionen zur deutschsprachigen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart möchten wir im Allgemeinen die Untersuchung von interkulturellen Räumen – wie die Darstellung des Mittelmeeres, des Mittelmeerraumes und der mediterranen Kultur – in den Brennpunkt der aktuellen Interkulturalitätsforschung stellen. Eine wichtige Rolle spielen dabei u.a. auch interkulturelle Gegensätze, Widersprüche, Dichotomien und die Traditionen des Mit-, Neben- und Gegeneinanderlebens, plurikulturelle Erfahrungen, Konflikte und Versöhnungen zwischen Leit- und Subkulturen, Assoziation und Dissoziation, Integration und Desintegration, Emanzipation und Hegemonie, Universalismus und Identifikation, interkulturelle und internationale Rezeption und Perspektivierungen, literarische Interkulturalität, literaturgeschichtliche Parallelen und interkulturelle Verwandtschaften, interkultureller Transfer, Internationalität, Intertextualität und Intermedialität. Die Sektionen zur Sprachwissenschaft, Translatologie und DaF/DaZ-Didaktik sollen Beiträge umfassen, die interkulturelle Räume, kulturspezifisches Wissen und das gemeinsame kulturelle Erbe aus unterschiedlichen Standpunkten betrachten. Dabei ist u.a. an kontrastive, sprachgeschichtliche, kontaktlinguistische, pragmalinguistische, translatologische oder didaktische Untersuchungen gedacht. Innerhalb des vorgegebenen Rahmens der Tagung lassen sich z.B. auch die folgenden Themen bearbeiten: Sprachkontakt in interkulturellen Räumen wie dem Mittelmeerraum, interkulturelle Regionen als Dialogräume, Sprachkonflikte im Mittelmeerraum und anderen Räumen, Kulturkontakte, (Miss-)Verständnisse in der interkulturellen Kommunikation, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Lernprozesse, Selbst- und Fremdverstehen, Interkulturalität in der Wissensvermittlung. Im Bereich der Translationswissenschaft können beispielsweise diese Themen bearbeitet werden: Regionen wie der Mittelmeerraum als Schauplatz von Übersetzungsprozessen, Translation als interkulturelle Mediation oder interlinguale Transferprozesse, Translation und Wanderbewegungen. Die Einzelvorträge sollen eine Länge von 20 Minuten nicht überschreiten; vorgesehen ist eine anschließende Diskussion von jeweils 10 Minuten. Abstracts im Umfang von max. einer DIN-A4-Seite (Times New Roman 12 pt., ca. 2500 Zeichen inkl. Leerzeichen) können ab sofort (unter Angabe der E-Mail-Adresse) bei den Organisatoren der Tagung eingereicht werden, müssen diese aber spätestens bis 15. April 2021 erreichen: gig2022@unizd.hr Über die Annahme der Beitragsvorschläge wird bis 15. Juni 2021 entschieden.

Wissenschaftlicher Tagungsausschuss:

  • Prof. Dr. Gesine Lenore Schiewer (Universität Bayreuth, Präsidentin der GiG)
  • Prof. Dr. Dieter Heimböckel (Universität Luxemburg, Vorstandsmitglied der GiG)
  • Prof. Dr. Paul Michael Lützeler (Washington University, St. Louis, Vorstandsmitglied der GiG)
  • Ao. Univ.-Prof. Dr. Anita Pavić Pintarić (Universität Zadar, Allgemeine Sprachwissenschaft)
  • Univ.-Doz. Dr. Helga Begonja (Universität Zadar, Angewandte Sprachwissenschaft)
  • Ao. Univ.-Prof. Dr. Zaneta Sambunjak (Universität Zadar, Ältere deutsche Literatur/Mediävistik)
  • Ao. Univ.-Prof. Dr. Tomislav Zelić (Universität Zadar, Neuere deutsche Literatur und Vorsitz)

Eine Homepage zur Tagung befindet sich im Aufbau; über deren Internetadresse werden die Beiträgerinnen und Beiträger rechtzeitig unterrichtet. Erhoben wird eine Tagungsgebühr in Höhe von 50 Euro, die neben der Teilverpflegung auch für die Kosten eines Teils der Rahmenveranstaltungen verwendet wird.

Reise- und Übernachtungskosten können seitens der veranstaltenden Universität leider nicht übernommen werden. Wir bitten Sie daher, sich rechtzeitig selbst um eine Finanzierung zu bemühen. Referentinnen und Referenten, die an einer deutschen Universität unterrichten, können sich beim DAAD um eine Unterstützung bewerben.

Die GiG wird einen Antrag für Mitglieder aus DAC-Ländern beim DAAD stellen (http://www.daad.de/imperia/md/content/entwicklung/dac-liste.pdf).

Eine Auswahl von schriftlich ausgearbeiteten Beiträgen wird im GiG-Tagungsband, in der GEM (Germanistica Euromediterrae) https://morepress.unizd.hr/journals/gem – internationale Zeitschrift für euromediterrane Germanistik und in der ZiG – Zeitschrift für interkulturelle Germanistik erscheinen.