ZS: Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Heft 2/2020

Frederic Ponten's picture

Deutschland-Analysen

Hg. von Marcus Hahn und Frederic Ponten

Gegenwärtig lässt sich eine Konjunktur von Texten über Deutschland beobachten. Vor allem die neuen migrantischen Fremdwahrnehmungen der Bundesrepublik haben wichtige Erkenntnisse über die deutsche Kultur hervorgebracht, die in Konkurrenz mit innerdeutschen Selbstbeschreibungen und -beschwörungen stehen, da sie das gleiche Genre bedienen: Deutschland-Analysen. Diese Ausgabe der ZfK versteht sich als Beitrag zur historischen Aufklärung über die longue durée dieses Genres und seiner gegenwärtigen Ausprägung.

Im Debattenteil des aktuellen Heftes wird die Frage nach Allozentrismus und Eurozentrismus am Beispiel der Reise- und der ›Welt‹-Literatur verhandelt.

Inhaltsverzeichnis

11 Deutschland-Analysen. Zur Fremd- und Selbsterkenntnis einer trans-imperialen Nation
Marcus Hahn und Frederic Ponten

33 Das Deutsche zwischen den Zeilen. Sprachanalyse als nationale Selbstanalyse in Herders Fragmenten (1766 / 1767)
Annika Hildebrandt

49 Deutschland im Spiegel Ostafrikas. Hans Paasches Lukanga Mukara (1912 / 13) 
Andreas Schmid

67 Die Identität des Feindes. Erik H. Erikson, Margaret Mead und die Erfindung der Reeducation
Frederic Ponten

97 Mythos Gundermann. Die Spuren der Berliner Mauer nach 30 Jahren deutscher Wiedervereinigung
Ehler Voss

107 Feine Kerls oder rechte Gorillas? Zur Kontroverse über Ostdeutschland zwischen Manja Präkels und Moritz von Uslar 
Franziska Bomski und Tilman Venzl

127 Unmittelbarkeit, Residualität und Differenz. Heimat finden in Deutschland
Nitzan Shoshan

143 »Die Abschweifung ist Modus meines Schreibens«. Narrative und politische Abenteuer in Saša Stanišics Herkunft (2019)
Maha El Hissy

155 Der deutsche Wohlfahrtsstaat als haltende Umgebung für Geflüchtete. Eine Fallstudie zur Inkorporation
John Borneman

175 Ins Meer der Seele. Fragment 
Stefan Weidner

ADAPTER

185 Out of Gladbeck. Fotoarbeiten von Johannes Brus 1970 – 1976 
Martin Zillinger

DEBATTE

205 Allocentrism and Alterities. Ultra-Short World History of the Genre of the Travelogue
Michael Harbsmeier

211 Europe Before and After Eurocentrism. The Test Case of World Literature 
Erhard Schüttpelz

220 Responses 
Haun Saussy | Harry Liebersohn | Alexander Beecroft | Erhard Schüttpelz

 

Die Zeitschrift für Kulturwissenschaften dient als kritisches Medium für Diskussionen über »Kultur«, die Kulturwissenschaften und deren methodische Verfahren. Ausgehend vom internationalen Stand der Forschung sollen kulturelle Phänomene gleichermaßen empirisch konzis wie theoretisch avanciert betrachtet werden. Auch jüngste Wechselwirkungen von Human- und Naturwissenschaften werden reflektiert.

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu