ANK: Ringvorlesung "Berliner Weltliteraturen. Internationale literarische Beziehungen in Ost und West nach dem Mauerbau" (Online, 3.11.2020-16.2.2021)

Lukas Nils Regeler's picture

Berliner Weltliteraturen. Internationale literarische Beziehungen in Ost und West nach dem Mauerbau

Ringvorlesung vom 03.11.2020 bis 16.02.2021, Freie Universität Berlin (Livestream) 

Berlin nach dem Mauerbau: In beiden Teilen der Stadt beginnt eine intensive Phase der kulturpolitischen ‚Aufrüstung’, in deren Zentrum die gezielte Förderung internationaler literarischer und künstlerischer Kontakte steht. Während im Westen durch Lesereihen, Schreibwerkstätten, die Gründung des Literarischen Colloquiums und das DAAD Künstlerprogramm führende Vertreter der internationalen Moderne und Avantgarde sowie vielversprechende Nachwuchskünstler in die Inselstadt geholt werden, entwirft der Schriftstellerverband im Osten Pläne zur Verstärkung der Auslandsarbeit, schließt Freundschaftsabkommen mit zahlreichen sozialistischen Bruderverbänden, organisiert im Verein mit dem Kulturministerium und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten internationale Schriftstellertreffen, lädt Autoren, Übersetzer, Verleger, Redakteure zur Arbeitsaufenthalten ein.

Erkennbar werden bei diesen Aktivitäten in Ost und West divergierende Ziele verfolgt, konkurrierende Communities gestiftet und unterschiedliche Konzepte von Weltliteratur verhandelt. Die Ringvorlesung möchte diese kulturpolitischen Aktivitäten und den internationalen literarischen Austausch im Berlin der früheren 1960er Jahre anhand von Fallbeispielen vorstellen. In der Summe sollen die Beiträge eine dichte Beschreibung jener Phase in der Entwicklung Berlins liefern, in der die geteilte Stadt mit Blick auf die Internationalisierung des Literatur- und Kulturbetriebs eine Vorreiterfunktion übernahm. 

Konzeption: Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm

Die Ringvorlesung ist Teil des Projekts "Writing Berlin" am Exzellenzcluster "Temporal Communities. Doing Literature in a Global Perspective" und des Offenen Hörsaals der FU Berlin. 

Die öffentlichen Veranstaltungen können Sie ab dem 03.11.2020 online unter www.temporal-communities.de/explore/listen-read-watch/lectures/berliner-weltliteraturen mitverfolgen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Programm:

03. November 2020 | 18:00 - 20:00
Das geteilte Berlin als Katalysator der Internationalisierung des Literaturbetriebs
Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm (Neuere deutsche Literatur, Freie Universität Berlin)

10. November 2020 | 18:00 - 20:00
Der Grenzgänger: Zeitzeugengespräch mit Klaus Völker

17. November 2020 | 18:00 - 20:00
Ménage à trois: Theatertransfer zwischen Paris und dem geteilten Berlin
Prof. Dr. Nicole Colin (Aix Marseille Université)

24. November 2020 | 18:00 - 20:00
In Schwingung versetzt": Das internationale Kolloquium des Schriftstellerverbands 1964 in Ost-Berlin
Dr. Bernadette Grubner (Neuere deutsche Literatur, Freie Universität Berlin)

01. Dezember 2020 | 18:00 - 20:00
East East and West West. Ein russisch-amerikanisch-deutsches Gespräch im Zeichen Goyas, Berlin, Januar 1967
Prof. Dr. Cornelia Ortlieb (Neuere deutsche Literatur, Freie Universität Berlin)

08. Dezember 2020 | 18:00 - 20:00
Literarische Völkerverständigung im Kalten Krieg: Lateinamerika-Kolloquien in Westberlin 1962 und 1964
Prof. Dr. Susanne Klengel (ZI Lateinamerika-Institut, Freie Universität Berlin)

15. Dezember 2020 | 18:00 - 20:00
Faux amis? Der Nouveau Roman in West & Ost: Die frühen Jahre
Prof. Dr. Ulrike Schneider (Institut für Romanische Philologie, Freie Universität Berlin)

05. Januar 2021 | 18:00 - 20:00
Übersetzungsförderung und die Formierung des Autor-Übersetzer-Diskurses am LCB um 1966
PD Dr. Heribert Tommek (Neuere deutsche Literaturwissenschaft 2, Universität Regensburg)

12. Januar 2021 | 18:00 - 20:00
Die angloamerikanische Dramenwerkstatt im LCB 1964: Zirkulationen des Absurden
Prof. Dr. Ute Berns (Institut für Anglistik und Amerikanistik, Universität Hamburg)

19. Januar 2021 | 18:00 - 20:00
Der griechische Bürgerkrieg und das geteilte Berlin: "Weiße Rosen aus Athen" und Antigone lebt
Prof. Dr. Miltos Pechlivanos (Institut für Griechische und Lateinische Philologie, Freie Universität Berlin)

26. Januar 2021 | 18:00 - 20:00
"In der Situation des Radwechslers": Ingeborg Bachmann in Berlin und das transnationale Zeitschriftenprojekt Gulliver (1963-1964)
Prof Dr. Valentina Di Rosa (Universität L’Orientale Neapel)

02. Februar 2021 | 18:00 - 20:00
Gombrowicz in Berlin und das DAAD-Künstlerprogramm im Ost-West-Konflikt
Dr. Olaf Kühl (Berlin)

09. Februar 2021 | 18:00 - 20:00
"Ludvik Kundera hat mit Milan nicht das Geringste zu tun.": Franz Fühmann als deutsch-tschechischer Literaturvermittler
Prof. Dr. Alfrun Kliems (Institut für Slawistik und Hungarologie, Humboldt-Universität zu Berlin)

16. Februar 2021 | 18:00 - 20:00
"Die schönste Liebesgeschichte der Welt": "Multinationale Sowjetliteratur" auf dem Buchmarkt zwischen Ost und West
Prof. Dr. Susi Frank (Institut für Slawistik und Hungarologie, Humboldt-Universität zu Berlin)

Kontakt für Rückfragen: Luise von Berenberg-Gossler, luiv71[a]zedat.fu-berlin.de

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

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