KONF: Praktiken des Neobarock in der Moderne, Salzburg und online (15.-16.10.2020)

Thomas Assinger's picture

Universität Salzburg, Kooperationsschwerpunkt Wissenschaft & Kunst, Figurationen des Übergangs

Organisation: Werner Michler/Clemens Peck

https://w-k.sbg.ac.at/veranstaltung/barock-und-neobarock-in-der-moderne/

 

Die Tagung widmet sich der wissenschaftlichen und mentalitätsgeschichtlichen Konstruktion des Barock ebenso wie der künstlerischen Auseinandersetzung mit Stil und Epoche in der (Post-)Moderne als Neobarock. Gegenüber ästhetischen Formzitaten und ideengeschichtlichen Zusammenhängen, wie sie in den letzten Jahren untersucht wurden, rücken nun konkrete Praktiken der Kunst, des Denkens und des Alltags in den Blick. Im praxeologischen Verständnis meint Neobarock ein „doing baroque“, das auf Wissensbestände, Lebensformen, Affekte, spezifische Wahrnehmungen von Zeit und Raum, Materialität und Performativität abzielt.

 

Im Salzburger Festspiel-Jubiläumsjahr dient die „Erfindung des Barock“ im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert als Ausgangspunkt, von dem aus künstlerische, kulturelle und politische Einsätze der europäischen Moderne als strategische Verfahren unter historischer Maske verständlich werden. Das Spektrum reicht von der Epochenkonstruktion „Barock“ in Kunstgeschichte und Germanistik über Praktiken in verschiedenen Künsten bis zu touristischen Präsentationsformen. Im außereuropäischen Kontext hat der Neobarock in der lateinamerikanischen Welt eine anhaltende Präsenz.

 

Programm

Do., 15.10.

Aula der Universitätsbibliothek, Universität Salzburg, Hofstallgasse 2

 

10:00 Uhr

Clemens Peck (Salzburg): Begrüßung, Einführung

 

10:30-12:00 Uhr

Victoria von Flemming (Braunschweig): Vanitas in der zeitgenössischen Kunst. Überlegungen zur Funktion von Re-Semantisierungspraxen

Hania Siebenpfeiffer (Marburg): Enzyklopädischer Scharfsinn, lexikalische Sonette und alltägliche Vergänglichkeit. Barocke Lyrik der Gegenwart bei Rinck, Cotten und Poschmann

 

14:00-15:30 Uhr

Andreas Nierhaus (Wien): „Das ist eigentlich ungemein modern“. Neobarock als historisches Verweissystem und künstlerisches Verfahren in Wien um 1900

Werner Michler (Salzburg): Barock und Rokoko. Hofmannsthal und andere

 

16:00-17:30 Uhr

Georg Vasold (Wien/Berlin): Optisches Sehen mit körperlichen Elementen. Die Anfänge der Barockforschung in Wien um 1900

Romana Sammern (Salzburg): Forschung am Salzburger Barock der Zwischenkriegszeit und die Folgen: Wölfflin bis Sedlmayr

 

18:00-19:30 Uhr

Karin Harrasser (Linz)/Eva Reiter (Wien): Transatlantische Verschlingungen. Ein Rezitativ in Musik und Text

 

 

Fr., 16.10.

Alte Residenz, FB Altertumswissenschaften, Abguss-Sammlung, SR E.33, Residenzplatz 1

 

9:30-11:00 Uhr

Nicole Haitzinger (Salzburg): Performing Baroque: Queerness und Affekt im Oeuvre von Alexander Sacharoff

Victoria Gutsche (Erlangen): Living and playing baroque. Kriegsspiele und Barockfeste als Formen populärer Geschichtsaneignung

 

11:30-13:00 Uhr

Philipp Seidel (Berlin): Neobarock in Brasilien: Desidentifikation als Inszenierung des Selbst bei Herbert Daniel

Camilo Del Valle (Berlin): Wirbelstürme der Gewalt. Über die Aktualität neobarocken Schreibens ausgehend von einer Lektüre von Fernanda Melchors Temporada de huracanes

 

13:00 Uhr

Abschlussdiskussion

 

Kontakt für den Livestream: Silvia.Amberger@sbg.ac.at

 

________________________________________________________________________________________________________________

Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu