KONF: West-östliche Konstellationen. Paul Celan zum 100. Geburtstag, München und online (8.-9-10.2020)

Erik Schilling's picture

West-östliche Konstellationen. Paul Celan zum 100. Geburtstag
Internationale Tagung als hybride Veranstaltung im Lyrik-Kabinett München sowie online
8. und 9. Oktober 2020

Die Tagung nimmt den 100. Geburtstag Paul Celans im Jahre 2020 zum Anlass, räumliche Aspekte seines Werks im Licht neuester Quellenfunde zu untersuchen. Ausgehend vom biographischen Weg Celans aus der Bukowina über Wien nach Paris möchten wir analysieren, wie sowohl im Werk Celans als auch in seiner Rezeption Fragen von Raum und Reise, Begegnung und Bewegung eine Rolle spielen. Das gilt konkret für die geographischen Verhältnisse in Celans Texten, aber auch für damit verbundene poetologische Motive, etwa den ‚Meridian‘ aus der Büchner-Preisrede.

Celans vielfältig vernetzter lyrischer Kosmos bietet in einzigartiger Weise eine die europäischen Kulturräume von Ost und West umgreifende, durch die biographischen Erfahrungen gesättigte Auseinandersetzung verschiedener literarischer, kultureller und historischer Traditionen, die in der Forschung üblicherweise eher getrennt behandelt werden. Die Tagung will einen um- und übergreifenden Blick auf diese Kontexte wagen, um so die spezifischen Zusammenhänge von Topographie und Topologie bei Celan transparent zu machen. Gemäß seiner Überzeugung vom „dialogischen Charakter“ von Sprache und Dichtung setzt Celan diese unterschiedlichen Kulturräume auf komplexe Weise zueinander in Beziehung.

Vor dem Hintergrund dieser Perspektivierung sollen daher neben Themen, Motiven und Bezugsautoren auch Verfahren wie Übersetzung, Übertragung, Transposition und Arrangement in den Fokus der Betrachtung gerückt werden. Damit möchte die Tagung nicht zuletzt einen Beitrag zur aktuellen Diskussion über mögliche Konzeptionen von kulturtopographischen und kulturtopologischen Ansätzen leisten.

Wegen der COVID19-Pandemie können wir leider keine Gäste zur Tagung zulassen. Alle Vorträge werden jedoch unmittelbar im Anschluss an die Tagung in Kooperation mit dem Münchner Lyrik-Kabinett als Podcasts auf www.dichterlesen.net veröffentlicht.


Donnerstag, 08.10.2020
14.30–14.50  Markus May und Erik Schilling (München): Begrüßung und Eröffnung
14.50–15.30  Wolfgang Emmerich (Bremen): "nibelungen, nibelungen". Paul Celans deutsch besetztes Bewusstsein
15.30–16.10  Frieder von Ammon (Leipzig): Orte Paul Celans
16.10–16.30  Kaffeepause
16.30–17.10  Christine Ivanovic (Wien): „West-östliche“ Lesarten im Jahrhundert nach Celan        
17.10–17.50  Vivian Liska (Antwerpen): Das Schweigen über Brücken. Orte Celans bei Robert Schindel
18.00–19.00  Thomas Sparr (Berlin): Todesfuge. Biographie eines Gedichts (Abendvortrag)
19.30  gemeinsames Abendessen

Freitag, 09.10.2020
09.30–10.10  Markus May (München): „Stimmen vom Galgenbaum“. Celans west-östliches Rotwelsch
10.10–10.50  Martin Hainz (Eisenstadt): „Wortaufschüttung“. Materialität als Indexikalität bei Paul Celan
10.50–11.10  Kaffeepause
11.10–11.50  Bernd Auerochs (Kiel): Betreten. Zum Anfang von Engführung
11.50–12.30  Erik Schilling (München): Ambivalente Topographien. Rilkes Dritte Duineser Elegie und Celans Walliser Elegie
12.30–14.00  Mittagessen
14.00–14.40  Werner Wögerbauer (Nantes): Celans Draußen. Über reale und sprachliche Räume in seiner Dichtung
14.40–15.20  Barbara Wiedemann (Tübingen): „Bis du den Wortrand hinaus- | schleuderst“. Paul Celans gegenwärtige Zeugenschaft
15.20–16.00  Abschlussdiskussion

 

________________________________________________________________________________________________________________

Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu