MA: Deutschsprachige Literatur. Text – Kultur – Medien, Philipps-Universität Marburg (11.09.2020)

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Master-Studiengang: Deutschsprachige Literatur. Text – Kultur – Medien (Philipps-Universität Marburg)

 

Studienbeginn: WiSe 2020/21 sowie SoSe 2021

 

Bewerbungsschluss: 11. September 2020

 

Der komplett modernisierte und aktualisierte Marburger Masterstudiengang „Deutschsprachige Literatur. Text – Kultur – Medien“ dient der wissenschaftlichen Weiterqualifizierung und Profilierung im Bereich der germanistischen Literaturwissenschaft. Dabei werden die internationalen Standards der allgemeinen Literaturwissenschaft auf den Gegenstandsbereich der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert angewendet: auf Prozesse ihrer historischen Ausdifferenzierung, auf ihre Produktion und Rezeption, auf ihre Überlieferung, Materialität und Medialität, auf ihre interkulturellen Verflechtungen und ihre Interdependenzen mit anderen Teilsystemen der Gesellschaft sowie auf ihre sozialen Funktionen und kulturellen Leistungen.

 

Als eine Wissenschaft, die textuelle, materielle und sprachkünstlerische Kommunikationsprozesse analysiert und dabei in historischer Perspektive partiell fremd gewordene Phasen der eigenen Kulturentwicklung systematisch einbezieht, hat die germanistische Literaturwissenschaft auch das Ziel, die AbsolventInnen des Studiengangs in die Lage zu versetzen, kulturelle Fremdheitserfahrungen zu reflektieren, gegenwärtige Muster der Wahrnehmung und normativen Orientierung zu relativieren und zugleich überprüfbare Verfahren anzuwenden, mit denen geschichtliche, soziale und ästhetische Phänomene angemessen erfasst, erklärt und präsentiert werden können.

 

Besonders ausgewiesen ist der Marburger Studiengang in den Bereichen der Materialität von Schrift- und Druckträgern, der Medialität (Handschriften, Print- und digitale Medienformate), der Editionsphilologie, des Literatur- und Kulturjournalismus und des literarischen Schreibens. Hier arbeiten das Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters und das Institut für Neuere deutsche Literatur eng zusammen, um den Studierenden eine möglichst umfassende Kenntnis der deutschsprachigen Literatur vom Mittelalter bis in die Gegenwart zu vermitteln. Durch die, auch in Lehrveranstaltungen, enge Zusammenarbeit mit alt- und neugermanistischen Forschungsprojekten sowie erfahrenen und profilierten RepräsentantInnen anderer Kulturinstitutionen entsteht ein einzigartiges und breites Spektrum von forschungsnaher und praxisorientierter Lehre. Damit bereitet der Studiengang seine AbsolventInnen für alle beruflichen Tätigkeiten vor, die ein speziell germanistisches Fachwissen und eine intensive Beschäftigung mit der deutschen Literatur(geschichte) voraussetzen, wie etwa im Verlagswesen, im Buchhandel, am Theater, in Akademien, Stiftungen, Museen oder in (Literatur-)Archiven. Zum Kernbereich zählt ebenso das traditionsreiche Feld der handschriftlichen Medien (primär des Mittelalters), wie der modernen Printmedien (Buchdruck, Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen, Verlagswesen und Buchhandel), das sich derzeit neue digitale Publikationsmöglichkeiten erschließt. GermanistInnen sind zudem in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im Kulturmanagement, in der Erwachsenenbildung und in der Wissenschaftsverwaltung tätig.

 

Mit den fachwissenschaftlichen Schwerpunkt- und Ergänzungsmodulen sowie forschungs- und praxisorientierten Projektmodulen bietet der Studiengang die Möglichkeiten zum aufgefächerten Überblicksstudium ebenso wie zur wissenschaftlichen Spezialisierung mit frühzeitiger Fokusbildung in den Bereichen Ältere deutsche Literatur oder Neuere deutsche Literatur sowie allen weiteren Feldern, in denen außerhalb von Schule und Hochschule ein besonders qualifizierter Umgang mit der deutschen Sprache, Literatur und Kultur gefordert ist. Die wissenschaftliche und wahlweise auch die praxisorientierte Ausbildung können durch Ausbildungsangebote in anderen Fächern zur individuellen Profilbildung ergänzt werden und damit zusätzliche Grundlagen zum interdisziplinären Arbeiten vermitteln. Zur Erlangung dieser Qualifikation bauen Studierende Kompetenzen in den Forschungs- und Praxisfeldern Literatur- und Kulturtheorie, Literatur- und Kulturgeschichte, Edition, Publikation, Medialität und Materialität sowie Digital Humanities auf. Da speziell die Digital Humanities immer mehr Bedeutung erlangen, legt der Studiengang großen Wert darauf, die Studierenden an dieses komplexe und zukunftsträchtige Feld heranzuführen. Zahlreiche international ausgewiesene Forschungsprojekte im Umfeld der am Studiengang beteiligten Institute bieten zudem die Möglichkeit, schon während des Masterstudiums unmittelbar in die Forschung ‚hineinzuwachsen‘. In diesen Projekten arbeitet die Marburger Germanistik eng mit anderen universitären Institutionen (Forschungsdatenmanagement, Universitätsbibliothek, Hochschulrechenzentrum) zusammen und bindet fächerübergreifend auch weitere Disziplinen wie die Geschichte und die Informatik intensiv in die Projektverläufe ein.

 

Was wir Ihnen bieten? Einen völlig neu entwickelten Studiengang, der sich nicht in trockenen Literaturtheorien erschöpft, sondern sich am Puls der Zeit systematisch, praxis- und forschungsnah mit Texten und Materialien der Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzt. Unsere Lehrenden verfügen über umfassendes Wissen auf nahezu sämtlichen Gebieten der deutschsprachigen Literatur und geben dieses Wissen mit Freude an Sie als Studierende weiter; dabei steht die individuelle wissenschaftliche Betreuung im Vordergrund. Die Institute haben die ungewohnten Anforderungen, aber auch die neuen Möglichkeiten digitaler und hybrider Lehre erkannt und bieten den Studierenden auch in schwierigen Zeiten eine gleichbleibend hohe Ausbildungsqualität.

 

Was wir von Ihnen erwarten? Den Nachweis eines erfolgreich abgeschlossenen fachlich einschlägigen Bachelorstudiums im Bereich der germanistischen Literaturwissenschaft, der Literatur- und Kulturwissenschaft (48 LP in germanistischer Literaturwissenschaft oder 24 LP in germanistischer Literaturwissenschaft und 24 LP in einer anderen Literatur- oder Kulturwissenschaft) oder den Nachweis eines vergleichbaren in- oder ausländischen berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses. Zudem sollten Sie Interesse an der deutschsprachigen Literatur, ein breites Allgemeinwissen und die Bereitschaft zur kritischen Reflexion mitbringen und sich nicht scheuen, thematisch einmal über „den Tellerrand hinauszuschauen“.

 

Sie sind neugierig? Für weitere Informationen wenden Sie sich einfach an Prof. Dr. Jürgen Wolf (Kontakt: juergen.wolf@uni-marburg.de) oder Prof. Dr. Volker Mergenthaler (Kontakt: mergenth@uni-marburg.de). Neben dem klassischen Austausch per Mail können wir Ihnen sehr gerne auch Telefon- oder Videokonferenzen anbieten – wir freuen uns auf Ihre Fragen!

 

Es gibt keine Zulassungsbeschränkungen; Bewerbungen für das WiSe 2020/21 sind willkommen und bis zum 11.9.2020 möglich.

 


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu