CFP: Historisches Erzählen in der Gegenwartsliteratur – Perspektiven für den Literaturunterricht (01.09.2020)

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CFP Sammelband: Historisches Erzählen in der Gegenwartsliteratur – Perspektiven für den Literaturunterricht 

Historisches Erzählen hat in der Gegenwartsliteratur und Populärkultur Hochkonjunktur: Im Roman, in der TV-Serie oder im Comic ist historisches Erzählen an der Tagesordnung. Und spätestens mit Daniel Kehlmanns Bestseller „Die Vermessung der Welt“ (2005) wurde klar, dass der historische Roman in der Gegenwartsliteratur sowohl für das Lesepublikum, aber auch für die Literaturwissenschaft zunehmend an Relevanz gewinnt. 

Eggert bestimmt den historischen Roman als eine epische Sonderform, in der „geschichtliche Personen, Ereignisse und Lebensverhältnisse narrativ in fiktionalen Konstruktionen dargestellt werden.“ (Eggert 2000, S. 55). Zentral ist hierbei, dass in historischen Romanen keine ungebrochene Abbildung einer historischen Wirklichkeit angestrebt wird. Vielmehr handelt es sich beim historischen Erzählen in der Gegenwartsliteratur oftmals um komplexe Narrationszusammenhänge, die sich metareflexiver Verfahren der Fiktionalitätserzeugung und metonymischer Bezugnahmen auf die Gegenwart bedienen. Grundlage des historischen Erzählens der Gegenwart ist zumeist ein postmodernes Geschichtsverständnis. 

Im Rahmen des geplanten Sammelbandes sollen exemplarisch die komplexen erzählerischen Verfahren ausgewählter historischer Romane und Erzählungen der Gegenwartsliteratur durchleuchtet und didaktisch perspektiviert werden. Zu diskutieren ist am konkreten Beispiel, welche spezifischen Herausforderungen und Erkenntnisperspektiven mit der Thematisierung historischen Erzählens im Literaturunterricht einhergehen und welche Ansatzpunkte für ergiebiges literarisches Lernen entwickelt werden können. Im Ergebnis sollen die Beiträge des Bandes das historische Erzählen als wichtigen Gegenstandsbereich einer didaktisch orientierten Gegenwartsliteraturforschung profilieren, der in einem nächsten Schritt um weitere mediale Formate erweitert werden kann.

Wir bitten um didaktisch orientierte Beitragsvorschläge im Umfang von max. 1 Seite zu aktuellen historischen Romanen und Erzählungen bis zum 01.09.2020. Die Vorschläge sind zu richten an:

Prof. Dr. Jan Standke: j.standke@tu-braunschweig.de 

Dr. Sebastian Bernhardt: sebastian.bernhardt@ph-gmuend.de

Da Daniel Kehlmanns „Vermessung der Welt“ und „Tyll“ bereits im Basisbeitrag des Bandes ausführlich behandelt werden, müssten Beitragsvorschläge zu diesen Texten vorab konkret abgestimmt werden. 

Die fertiggestellten Beiträge sollen einen Umfang von 45.000 Zeichen nicht überschreiten und bis zum 15.2.2021 vorliegen. 


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Johannes Schmidt] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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