CFP: Kolloquium für Nachwuchswissenschaftler*innen – Perspektiven auf Kleists „Herrmannsschlacht“, Frankfurt/Oder (14.08.2020)

Viviane Jasmin Meierdreeß's picture

Das Kleist-Nachwuchs-Netzwerk veranstaltet am 20. November 2020 ein Kolloquium für Nachwuchswissenschaftler*innen im Kleist-Museum Frankfurt (Oder). Unser Anliegen ist es, jungen Wissenschaftler*innen eine Plattform zu geben, um literaturwissenschaftliche und Ansätze aus anderen Disziplinen zu Heinrich von Kleists Drama Die Herrmannsschlacht vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren.

Wie kein anderes Drama Kleists ist das 1808 unter dem Eindruck der französischen Fremdherrschaft verfasste Stück ,auf den Augenblick berechnet‘. In teils hasserfüllten Szenen spielt es die sich steigernde Gewalt zwischen den Truppen auf brachiale Weise aus und beteiligt sich so an der Ideologisierung der Schlacht am Teutoburger Wald zum vermeintlichen Gründungsakt einer ,deutschen Nation‘. Zugleich greift Kleist in dem Text verschiedene literarische Traditionen auf, stellt darin dezidiert Sprach- und Theaterkritik dar und setzt mit Thusnelda eine ambivalente Frauenfigur effektvoll in Szene.

1821 gedruckt ist es in der Folge als patriotisches Zeugnis gelesen worden und avancierte zur Zeit des Nationalsozialismus zu einem oft gespielten Stück. Aktuelle Inszenierungen des Stückes auf deutschsprachigen Bühnen weisen jedoch auf eine neue Auseinandersetzung mit dem Stück hin, in der seine Gewaltdynamik und kommunikativen Strategien, wie beispielsweise eine populistische und propagandistische Sprachdimension, offengelegt werden. Hier wird die Relevanz des Stückes in der Gegenwart erkennbar und zugleich auch die Notwendigkeit einer aktuellen kritischen Aufarbeitung des Textes und seiner Rezeptionsgeschichte in der Wissenschaft. Literatur- und sprachwissenschaftliche Fragestellungen könnten u.a. die folgenden Aspekte aufgreifen:

  • Textdeutungen/einordnungen (bspw. im Vergleich zu anderen Arminiusdramen bzw. literarischen Verarbeitungen der Themen und Motive)
  • Figurenkonstellationen
  • Kommunikationsstrategien innerhalb des Textes und des Textes an sich
  • Dramatische Tradition/Dramentheorie
  • Rezeptionsgeschichtliche Aspekte

Interdisziplinäre Überlegungen könnten sich bspw. auf die Aspekte Theater, Kunst, Didaktik und Geschichte beziehen. Aspekte aus weiteren Disziplinen sind denkbar und erwünscht.

Das Kleist-Nachwuchsnetzwerk lädt fortgeschrittene Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen zur Einsendung eines Vortragsexposés (max. 500 Wörter) ein.  Die Vortragsdauer sollte 20 Minuten nicht überschreiten. Fahrt- und eventuelle Übernachtungskosten (bei längerer Anreise) können übernommen werden.

Bitte senden Sie uns ihre Vorschläge bis zum 14.08.2020 an meierdreess@kleist-museum.de und milena.rolka@fu-berlin.de.

Am 21.11.2020 findet ein Netzwerktreffen des Kleist-Nachwuchsnetzwerks statt. Interessierte Nachwuchswissenschaftler*innen sind herzlich willkommen, um vorige Anmeldung wird gebeten.

Über das Netzwerk:

Das Kleist-Nachwuchs-Netzwerk ist eine Initiative, die sich im November 2018 gegründet hat und die insbesondere junge Kleist-Forscher*innen  und -Interessent*innen zusammenbringen möchte. Ziel des Netzwerkes ist es, im Rahmen der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft ein Forum des offenen Austauschs für den Nachwuchs zu initiieren und zu fördern.

Weitere Informationen zum Kleist-Nachwuchs-Netzwerk:

https://www.heinrich-von-kleist.org/kleist-gesellschaft/kleist-nachwuchs-netzwerk/

Anmeldung zum Verteiler des Kleist-Nachwuchs-Netzwerk:

https://lists.fu-berlin.de/listinfo/Kleist-Nachwuchs-Netzwerk?&language=de


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu