CFP: National and postnational perspectives in / from / towards Austria (Annual Conference of the Austrian Studies Association), Poznań (15.11.2020)

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Nationale und postnationale Perspektiven in/aus/auf Österreich

Die Jahrestagung der Austrian Studies Association, Adam-Mickiewicz-Universität, Poznań, 1. 4. Juli 2021

 

Der nach 1989 unternommene Versuch, sich konzeptuell von der „Geschichte“ zu verabschieden, erwies sich bald als gescheitert. Im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts scheint das Konzept der Nation das gleiche Schicksal zu teilen. Unabhängig davon, womit man die Wiederkehr des Nationalen zu erklären versucht, sei es mit der Furcht vor supranationalen Institutionen der Globalisierungsära, mit dem Fall des Kommunismus im ehemaligen Ostblock oder mit der Historisierung der Traumata des zweiten Weltkrieges, ist sie für viele der überraschenden Wiederkehr eines Geistes gleich. Österreich, wo die Erfahrung der Nationalismen mit intensiven Versuchen deren Überwindung einhergeht, kann diesbezüglich ein interessantes Beobachtungsfeld sein. Das Ziel der Konferenz ist, nationale und postnationale Manifestationen, Repräsentationen und Perspektiven in/aus/auf Österreich einer Analyse zu unterziehen. Die thematische Konzeption soll Einreichungen aus verschiedenen Disziplinen sowie multi- und interdisziplinäre Ansätze ermöglichen. Wir laden Wissenschaftler_innen aus den Bereichen Geschichte, Literatur- und Kulturwissenschaften, Film- und Medienwissenschaft, Kunst- oder Musikgeschichte sowie Politikwissenschaft ein, Vorschläge für einzelne Präsentationen oder Panels einzureichen. Beiträge mit interdisziplinärer Methodologie sind besonders erwünscht.

Mögliche Themen

  • Die dritte Welle der globalen Wiedergeburt des Nationalismus und Theorien des Nationalen.
  • Das Ende der postnationalen Illusion? Österreich, Europa und die USA um die Jahrtausendwende.
  • „Das letzte Stadium des Kommunismus ist der Nationalismus“ (Adam Michnik) – Österreich und Zentraleuropa nach 1989.
  • Historische und gegenwärtige Manifestationen und Repräsentationen des österreichischen Nationalismus.
  • Die Historisierung der Shoah und die schwindende Kraft des nationalen Traumas – mögliche Zugänge zur Wiedergeburt der Nationalismen.
  • Nationalismen und die postindustrielle Gesellschaft im österreichischen Kontext.
  • Die Überwindung der Nationen als ein Programm für Europa?
  • Nationale Identität vs. „kleine Kosmopolitismen“ in der Literatur des 21. Jahrhunderts.
  • Dekonstruktionen der Nation oder Dekonstruktionen des Kosmopolitismus? Literarische und theoretische Ansätze.
  • Die „offene Gesellschaft” und der Umgang mit Migranten im österreichischen Kontext.
  • Migrantenströme und Flüchtlingswellen: alte/neue Werte, Normen, Erwartungen.
  • Österreichische Identität im Spiegel von Migrationspolitik.
  • Österreich, Europa und die Herausforderungen durch die Flüchtlinge – Debatten über das kulturelle Selbstverständnis des Landes und die politische Spaltung der Gesellschaft.
  • Ein Land der Unangepassten – der Wandel der Vorstellungen vom gesellschaftlichen Zusammenleben.
  • Ängste vor der „Überfremdung“ und vor muslimischen „Parallelgesellschaften“.
  • Aus Fremden „Österreicher“ machen.
  • Narrative Verdichtungen transnationaler Biographien in deutschsprachiger Literatur des 21. Jahrhunderts.
  • Problematisierung der Begriffe Identität, Heimat, Nation in der Literatur des 21. Jahrhunderts.

 

Einreichung

Schicken Sie bitte

  • ein Abstract (mit Titel) in deutscher oder englischer Sprache (max. 300 Wörter)
  • ein kurzes Biogramm (bis zu 200 Wörter), das zu Ihrer Vorstellung bei der Tagung verwendet wird

an zlika@amu.edu.pl bis zum 15. November 2020.

Referate können in deutscher oder in englischer Sprache präsentiert werden. Es können einzelne Referate oder vollständige Panels mit 3-4 Referaten vorgeschlagen werden. Wenn Sie ein ganzes Panel einreichen, vergessen Sie bitte nicht, die Abstracts, Bios und Kontaktdaten aller Referent_innen in Ihrer Mail anzugeben. Die Veranstalter behalten sich das Recht vor, Veränderungen innerhalb der Panels vorzunehmen.

Alle Referent_innen sollten Mitglieder der Austrian Studies Association sein. Die Mitgliedschaft in der ASA umfasst gleichzeitig ein Jahresabonnement des Journal of Austrian Studies. Informationen über die Mitgliedschaft bei der ASA finden Sie unter https://nebraskapressjournals.unl.edu/journal/journal-of-austrian-studies/

Im Rahmen begrenzter Mittel können Reisen/Unterkünfte der Doktorand_innen unterstützt werden. Wenn Sie ein_e Doktorand_in sind und eine Reiseförderung beantragen möchten, senden Sie uns bitte Ihre Anfrage und einen kurzen Kostenvoranschlag zusammen mit Ihrem Abstract.

 

Wichtige Informationen

  • Die endgültige Bestätigung der Annahme Ihres Referats ist für Anfang Dezember 2020 geplant.
  • Die Registrierung für die Tagung und die Bezahlung der Tagungsgebühr wird online ab Januar 2021 erfolgen. 
  • Die Eröffnung der Tagung ist am Mittwoch, dem 1. Juli 2021, um 17:00 Uhr geplant.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Tagung http://asa2020.amu.edu.pl/.

Anfragen zur Konferenz richten Sie bitte an zlika@amu.edu.pl.

 

Konzept und Leitung: Sławomir Piontek
Veranstalter: Joanna Drynda, Justyna Krauze-Pierz, Sławomir Piontek, Martin Stosik, Marta Wimmer
Adam-Mickiewicz-Universität, Poznań
Institut für Germanische Philologie
Lehrstuhl für österreichische Literatur und Kultur
Al. Niepodległości 4
61-874 Poznań, Polen


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Johannes Schmidt] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu