CFP: “Digitale Verfahren in der Literaturwissenschaft”, Sonderband Textpraxis (31.12.2020)

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In einem Sonderband der Open-Access-Zeitschrift Textpraxis. Digitales Journal für Philologie (Erscheinungsdatum Mai 2022), herausgegeben von Jan Horstmann und Frank Fischer, sollen verschiedene digitale Verfahren der zeitgenössischen Literaturwissenschaft diskutiert, theoretisch reflektiert und in ihrem epistemischen Gehalt in Bezug auf literaturwissenschaftliche Fragestellungen bewertet werden.

Jeder Beitrag soll dabei den Theoriebezug der jeweiligen Methode stark machen. Im Zentrum sollen der Dialog mit den traditionelleren Literaturwissenschaften und literaturwissenschaftlichen Theorien stehen sowie Fragen nach Anknüpfungspunkten und Kompatibilität zu literaturwissenschaftlichem Erkenntnisinteresse. Damit möchte der Sonderband auf eine aktuelle Entwicklung in den Digital Humanities reagieren, die als Ruf nach mehr Theorie und Theoretisierung bezeichnet werden könnte (u.a. Gründung der AG „Theorie Digital Humanities“ auf der DHd-Tagung in Paderborn im März 2020). Fragen, die uns dabei besonders interessieren, sind etwa: Wo eigentlich beginnt die digitale Literaturwissenschaft? Ab wann ist eine Methode digital? Gibt es einen Unterschied zwischen digitalen und computationellen oder zwischen quantitativen und digitalen Methoden? Und was sind eigentlich literaturwissenschaftliche Daten? Gibt es einen Unterschied zwischen Literatur-Daten und literaturwissenschaftlichen Daten und wenn ja, wo verläuft die Grenze und wie verhalten sie sich zueinander?

Themen möglicher Beiträge wären u.a.

Literaturwissenschaft und Digitalität

  • Was trennt und was vereint bibliothekarische Sammlungen und (digital beforschbare) Korpora; wie ist das Verhältnis von Digitalität und Genre?

  • Was sind literaturwissenschaftliche Daten (Theorie, Formate etc.)?

  • Wie verändert sich das Lesen im digitalen Kontext (Stavanger-Erklärung etc.)?

Methoden der computationellen Literaturwissenschaft

  • Wie verändert sich die Annotation durch Digitalität und welche theoretischen Implikationen haben manuelle, kollaborative, freie oder taxonomiebasierte Annotation?

  • Was bedeutet es, textliche Relationen oder Relationen in Texten quantitativ zu modellieren (z.B. im Topic Modeling, der Stilometrie oder der Netzwerkanalyse)?

  • Wie lassen sich dekontextualisierende automatische Extraktionsverfahren literaturwissenschaftlich fruchtbar machen (z.B. in der Named Entity Recognition und der Sentiment Analysis)?

  • Wie literaturwissenschaftlich sind Verfahren des tiefen Lernens (Machine Learning, Word Embeddings/word2vec, künstliche neuronale Netze)?

Publikation und Vermittlung

  • Was sind geeignete Repositorien für literaturwissenschaftliche Daten und welche Rolle spielen die FAIR-Prinzipien? Was sind die neuen "Daten deutscher Dichtung"?

  • Gehören digitale Verfahren in literaturwissenschaftliche Einführungsveranstaltungen? Wie lassen sich digitale Verfahren in Forschung und Lehre vermitteln?

  • Wie verhalten sich literaturwissenschaftliches Erkenntnisinteresse und Visualisierung zueinander?

  • Welche Rolle spielen Social Media in der Vermittlung literaturwissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse?

Bitte reichen Sie Ihren Beitragsvorschlag in Form eines Abstracts (max. 500 Wörter) bis spätestens 31. Dezember 2020 an jan.horstmann@mww-forschung.de ein. Die Herausgeber Jan Horstmann (Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel) und Frank Fischer (Higher School of Economics, Moskau, und DARIAH-EU) werden Ihnen bis zum 1. Februar 2021 eine Rückmeldung geben, ob Ihr Beitrag angenommen wurde. Die vollständigen Artikel sind bis zum 30. September 2021 einzureichen und werden anschließend in einem offenen Verfahren begutachtet. Geplante Veröffentlichung des Bandes ist der 1. Mai 2022.

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Constanze Baum] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu