ZS: ‚Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung‘ (BmE): Themenheft 5 erschienen

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Die mediävistische Online-Zeitschrift ‚Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung‘ (BmE, www.erzaehlforschung.de) wird herausgegeben von PD Dr. Anja Becker (München) und Prof. Dr. Albrecht Hausmann (Oldenburg). Die BmE dienen der Publikation von Arbeiten, in denen das mittelalterliche und frühneuzeitliche Erzählen in seinen überlieferten Erscheinungsformen, als kulturelle Technik und poetisches Verfahren sowie als Kategorie für literatur- und kulturtheoretische Reflexionen thematisch wird. Ihr Gegenstandsbereich reicht vom frühen Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert und beschränkt sich nicht auf die erzählenden Gattungen, sondern umfasst auch das Narrative in der Lyrik oder im Spiel (Auf Twitter: https://twitter.com/BmE_2018).

 

Die BmE Themenhefte stehen wie alle BmE Publikationen ‚open access‘ zur Verfügung. Die Corona-Krise zeigt einmal mehr, wie wichtig die Digitalisierung von Forschungsergebnissen diesseits von Bezahlschranken ist, um ihre Zugänglichkeit zu gewährleisten. Auch außerhalb von Themenheften bieten wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in unseren Jahresheften die Möglichkeit, ihre Aufsätze unkompliziert zu publizieren. Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen!

Als Themenheft 5 der BmE ist nun erschienen:

Zacke, Birgit/Glasner, Peter/Flecken-Büttner, Susanne/Heiland, Satu (Hrsg.): Text und Textur. WeiterDichten und AndersErzählen im Mittelalter, Oldenburg 2020 (BmE Themenheft 5)

In der Literatur des Mittelalters sind Hinweise auf besonders lange Tradition ein Ausweis exzeptioneller Qualität. Dies zeigt sich vor allem in Metapassagen mittelhochdeutscher Texte, in denen sich auch Differenziertes zum Status von Wiedererzähler und ‑erzählung findet. Während mittelalterliche Dichter ihre ›Autorschaft von Varianz‹ in reflexiven Passagen von Prologen, Exkursen, Kommentaren oder Epilogen ausstellen, werden Textvariationen, die auf Redaktoren, Kompilatoren, Schreiber, Buchdrucker oder ‑binder zurückzuführen sind, fast nur im Textvergleich sichtbar. Im vorliegenden Tagungsband wird einem noch immer bestehenden Desiderat mediävistischer Erzählforschung begegnend mittelalterliches ›WeiterDichten‹ und ›AndersErzählen‹ anhand ausgewählter Beispiele mit Blick auf den bisherigen Forschungsstand systematisch gefasst.

 

Inhalt:

Die Herausgeber*innen: Vorwort

Peter Glasner / Birgit Zacke: Text und Textur. WeiterDichten und AndersErzählen im Mittelalter

Friedrich Michael Dimpel: als ich an sînem buoche las, sô ich kurzlîchest kan. Anderserzählen im ›Erec‹ und ein digitaler Blick auf den Manuskriptverlust im ›Eneas‹

Sebastian Holzhauer: Was (bisher) geschah … Inhaltsparaphrasen als ›intradiegetische Re-Texte‹ am Beispiel von ›König Rother‹ und ›Eckenlied‹ (E7)

Sebastian Speth: Reframing. Mitüberlieferung als ›anderserzählende‹ literarische Rahmung

Sebastian Winkelsträter: Bricolage. Textiles Erzählen im ›Grauen Rock‹

Anja Becker: Remetaphorisierendes Wiedererzählen. Die Pfingstszene in der ›Erlösung‹ und in Heinrichs von Neustadt ›Von Gottes Zukunft‹

Julia Frick: Zwischen Sinnreduktion und Prägnanz. Kürzung als Instrument der Sinnbildung in historischer Poetik und literarischer Reflexion

Lina Herz: Auserzählen im Aventiure-Modus. Noch einmal zum erniuwen in Konrads von Würzburg ›Trojanerkrieg‹

Florian Kragl: Dilatatio materiae? Heldensage latein im ›Waltharius‹

Julia Zimmermann: Paradiesische Gaben und der zuckersüß duftende Tod des Helden. Narrative Beziehungsgeflechte im ›Jüngeren Titurel‹

Ulrich Hoffmann: Vom Aussehen und Entsorgen Medusas. Konsequenzen intermedialen und intertextuellen Erzählens in Strickers ›Daniel‹ und Pleiers ›Garel‹

Nadine Hufnagel: Zum Wiedererzählen des ›Nibelungenliedes‹ im 15. Jahrhundert (Hs. b, Hs. n)

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu