CFP: "Mauer/Mauern. Formen und Darstellungen der Mauer(n) in Sprache, Literatur und Bildenden Künsten", 20.05.2020

Peggy Katelhön's picture

Call for papers ZS "Altre Modernità", n. 25 – 05/2021

 

Mauer/Mauern

Formen und Darstellungen der Mauer(n) in Sprache, Literatur und Bildenden Künsten

Herausgegeben von:  Alessandra Goggio, Peggy Katelhön e Moira Paleari

 

Schlüsselwörter: Berliner Mauer; Grenze; Erzählung Identität; Sprachwissenschaft; Literatur; Bildende Künste

 

Den Bau und den Fall der Berliner Mauer 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung neu zu überdenken – ein Wendepunkt, der den Lauf der Geschichte nicht nur Deutschlands, sondern Europas insgesamt radikal verändert hat –, bedeutet nicht nur, die Umstände und Folgen entscheidender sozialer, geopolitischer und wirtschaftlicher Ereignisse zu hinterfragen, sondern angesichts der Entwicklungen des neuen Jahrtausends auch darüber zu reflektieren, warum andere, neue Mauern entstanden sind – von der Barrera zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten bis hin zur Demarkation der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen, von den Barrieren, die aus Angst vor Migrant*innen errichtet wurden, bis zu den Barrieren, die noch immer Völker und Kulturen trennen oder die täglich in Anbetracht der Alteritäten errichtet werden.

Eng verbunden mit dieser Reflexion historisch-philosophischen Charakters ist diejenige, die ebenso zentral ist und die zeitlich transversal die Strategien und Darstellungsweisen der Mauer betrifft, sowohl historisch als auch im Sinne von Barriere/Grenze, im künstlerischen, kulturellen und sprachlichen Bereich.

Es ist auch notwendig, die Funktionen, welche die Mauer im Laufe der Geschichte erfüllt hat, neu zu überdenken, und zwar nicht nur als Element der Teilung, sondern auch als Raum, der zur Verfügung steht, um den schöpferischen Akt aufzunehmen – man denke nur an die Tradition der Fresken, an moderne Stadtgraffiti oder auch an die Gefängnismauern, die oft die einzige nutzbare Ausdrucksfläche sind – oder auch als (passierbare) Grenze, die die Entwicklung von Strategien auslöst (oder hemmt), die auf die Verbreitung von Ideen und kulturellen Produkten abzielen, die diese ebenso vermitteln, wie etwa Übersetzungsprozesse.

Innerhalb dieser Interpretationshorizonte ist es sinnvoll, sich einige Fragen zu stellen: Gibt es eine gemeinsame und durchgehende Vorstellung der Mauer? Können wir Wege der narrativen Darstellung der Mauer in Bezug auf bestimmte Epochen, Generationstendenzen und Genres aufspüren oder Wechselwirkungen zwischen Verbalität und Visualität erkennen? Oder Sprachkarten beziehungsweise Sprachlandschaften identifizieren, die um das Konzept der Mauer herum entstanden sind? Welche Funktionen hatten die Mauer/Mauern in der Geschichte und welche haben sie heute? Können wir einige Konstanten erkennen? Und welche Strategien werden angewandt, um die Mauer als physische Barriere, aber auch als ideelle/sprachliche/kulturelle Barriere zu überwinden?

Mögliche Forschungsperspektiven sind unter anderem:

- die Berliner Mauer in der Literatur und in anderen Künsten (bildende Kunst, Kino, Comics, digitale Produktionen)

- Reflexionen über andere gegenwärtige und vergangene Mauern und ihre literarische oder sprachliche Darstellung

- die Mauer als Begrenzung/ Hindernis

-  Mauer/Mauern als Anregung für den kreativen Akt

- Strategien zur Überwindung physischer und ideeller Mauern

- Mauer/Mauern in der Erinnerung, in Zeugnissen, in Dokumenten oder als Denkmal

- sprachliche Konstruktionen von Identität jenseits der Mauer

- die Metapher der Mauer in Texten und Korpora

- Grenzen und Sprachbarrieren in der Diskursanalyse

- über "Mauern" hinweg kommunizieren (Genderfragen, nutzerbasierte Vereinfachungen, soziale Medien usw.).

 

Die Liste der vorgeschlagenen Themen ist nicht als erschöpfend zu verstehen: Weiterführende Vorschläge zur Darstellung des Themas, die von Autor*innen unterbreitet werden, die an dieser Ausgabe mitarbeiten wollen, werden vom wissenschaftlichen Komitee gewissenhaft geprüft. Vorgeschlagene Beiträge sollten an keiner anderen Stelle bereits veröffentlicht sein und die in dieser Ausgabe vorgeschlagene Thematik als auch die Zeitschrift in besonderem Maße bereichern.

Zu diesem Zweck schlägt die Redaktion den folgenden Terminplan vor, wobei der wesentliche erste Schritt darin besteht, bis zum 20. Mai 2020 ein Abstract für den Beitrag an die Adresse amonline@unimi.it mit einer Zusammenfassung des beabsichtigten Themas (maximal 200 Wörter) und einem Kurzlebenslauf der/des Beitragenden zu senden.

Die Frist für die Abgabe der Beiträge ist der 20. September 2020.

Altre Mondernità akzeptiert Beiträge auf Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch und Deutsch.

Das Themenheft wird bis Ende Mai 2021 veröffentlicht.

Rezensionen oder Interviews mit Autor*innen oder Wissenschaftler*innen zum Thema entsprechend den in diesem CfP angegebenen Inhaltsangaben sind ebenfalls willkommen.

Darüber hinaus wird Altre Modernità die Veröffentlichung von nicht-thematischen Aufsätzen, die in den Abschnitt "Fuori Verbale" aufgenommen werden sollen, gemäß den angegebenen Modalitäten und der Zeitplanung für die thematischen Beiträge in diesem CfP in Betracht ziehen.

Um den Band methodisch homogen gestalten und die Beiträge mit den Zielsetzungen der Herausgeberinnen abgleichen zu können, steht die Redaktion den Autor*innen gern für Rückfragen und weitere Informationen über die Anschrift amonline@unimi.it zur Verfügung.


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu