KONF: [ABSAGE] „Register der Kritik. Schreibweisen der Aufklärung zwischen Episteme und Gattung“, Greifswald, 9.-11. Juli 2020

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Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mussten sich die Veranstalterin und die Veranstalter zu einer Absage der für den Juli 2020 geplanten internationalen Fachtagung am Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg in Greifswald entscheiden.

Es wird angestrebt, die geplanten Konferenzbeiträge in angemessener Form schriftlich vorzulegen. Hierzu werden zeitnah Gespräche mit möglicherweise interessierten Verlagen geführt werden. Über die Einzelheiten zur Durchführung eines Video-Workshops zur Vorbereitung der Publikation am 9./10. Juli 2020 erhalten die eingeladenen Beiträgerinnen und Beiträger ebenfalls zeitnah Nachricht.

 

Greifswald, Halle, Luzern, im Mai 2020: Klaus Birnstiel, Elisabeth Décultot, Boris Previšić

 

Register der Kritik. Schreibweisen der Aufklärung zwischen Episteme und Gattung – internationale Fachtagung am Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald, 9.-11. Juli 2020

 

Die Praktiken und Schreibweisen der philosophischen und literarischen Kritik, wie sie sich im 18. Jahrhundert entwickelt haben, machen kenntlich, wie sich der historische Makroprozess der Aufklärung konkret vollzogen hat: es sind die vielgestaltigen Register der Kritik von der Buchbesprechung über den kritischen Kommentar bis hin zum philosophischen Traktat, an denen deutlich wird, wie sich die Aufklärung in den europäischen Sprachräumen und Kulturen entwickelt hat. Die kritischen Schreibweisen der Aufklärung weisen über das 18. Jahrhundert hinaus auf die Entwicklung der Moderne insgesamt, denn ohne die universale Notation der Kritik scheint die intellektuelle Buchführung der Moderne schlechterdings unmöglich.

 

Die Tagung beleuchtet die Schreibweisen der Kritik aus literaturwissenschaftlicher, historischer und philosophischer Perspektive. Sie sucht darüber die Frage nach den Funktionsweisen der europäischen Aufklärung im 18. Jahrhundert zu erhellen – und aufzuzeigen, welche kritischen Erbschaften des Aufklärungsjahrhunderts am Beginn der Moderne stehen und von dort aus bis in die Gegenwart wirksam sind.

 

 

Donnerstag, 9. Juli 2020

 

14:00-15:00      Willkommen und Registrierung

 

15:00-15:15      Klaus Birnstiel (Greifswald), Elisabeth Décultot (Halle), Boris Previšić (Luzern): Register der Kritik zwischen Episteme und Gattung – zur Einführung in das Tagungsthema

 

I (Moderation: Christfried Böttrich, Greifswald)

 

15:15-16:00      Michael Multhammer (Siegen): Anonymität und Parrhesie. Oder: Was heißt «Freimütigkeit im Sprechen»?

 

16:00-16:30      Kaffeepause

 

16:30-17:15      Stefanie Stockhorst (Potsdam): Das Dilemma des Kritikers. Literarisches Werten in der Aufklärung im Spannungsfeld von subjektivem Geschmack und objektivem Begründungsdruck.

 

17:15-18:00      Christoph Schmitt-Maaß (Potsdam): ‚Stimmungen‘ in der Literaturkritik des 18. Jahrhunderts

 

19:00-20:30      öffentlicher Abendvortrag: Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford): Was war Kritik? Überlegungen zu einer Kulturform der Aufklärung (Moderation: Klaus Birnstiel, Greifswald)

                            - anschließend Empfang im Universitäts-Hauptgebäude –

 

Freitag, 10. Juli 2020

 

                                                         II (Moderation: Eckhard Schumacher, Greifswald)          

 

9:30-10:15         Sina Dell’Anno (Basel/CH): Meta-Kritik zwischen Komödie und Brudermord: Hamanns Wolken

 

10:15-10:45      Kaffeepause

 

10:45-11:30      Eric Achermann (Münster): Mikrologie und die paradoxen Strategien der Vorurteilskritik

 

11:30-12:15      Nicola Kaminski (Bochum): Polemik als Kritik. Zur Berliner Spätaufklärung

 

                            Mittagspause

 

                                                         III (Moderation: Friedrich Vollhardt, München)

 

14:00-14:45      Prof. Dr. Caspar Hirschi (St. Gallen/CH): Kritik und Korrektur. Zwischen Philologie, Philosophie und Politik

 

14:45-15:30      Helene Kraus (Bielefeld): Friedrich Schlegels Woltmann-Rezension und die Onymisierung des Kritikwesens um 1800

 

15:30-16:15      Boris Previšić (Luzern): Die polyphone Kritik als gegenrhythmische Unterbrechung

 

16:15-16:45      Kaffeepause

 

16:45-17:30      Anita Traninger (Berlin): Die kühlen Schwestern der Kritik. Unparteilichkeit und Uneigentlichkeit und ihre medialen Dispositive

 

17:30-18:15      Annika Hildebrandt (Siegen): Fragen an die Natur. Gespräche mit Autodidakten in der Literaturkritik der Aufklärung

 

- anschließend gemeinsames Abendessen der Referentinnen und Referenten -

 

 

Samstag, 11. Juli 2020

 

                                                         IV (Moderation: Sebastian Domsch, Greifswald)

 

9:30-10:15         Elisabeth Décultot (Halle): Kritik als Krieg. Zur Funktion einer zentralen Metapher des Aufklärungszeitalters – am Beispiel des Briefwechsels zwischen Bodmer und Sulzer

 

10:15-10:45      Kaffeepause

 

10:45-11:30      Klaus Birnstiel (Greifswald): Kritik als Prosa. Form- und Funktionswandel kritischer Schreibweisen zwischen Hochaufklärung und Frühromantik

 

11:30-12:15      Dirk Rose (Innsbruck): Herders Kritische Wälder oder Die Stimmen der Kritik

 

12:15-12:45      Diskussion und Resümee: Perspektiven der Kritikforschung für das 18. Jahrhundert (Klaus Birnstiel (Greifswald), Elisabeth Décultot (Halle), Boris Previšić (Luzern)

 

 

Prof. Dr. Klaus Birnstiel

Juniorprofessor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Universität Greifswald, Institut für Deutsche Philologie

Rubenowstraße 3

17489 Greifswald

Tel.: +49 (0)3834 420 3405

klaus.birnstiel@un-greifswald.de

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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