CFP: Literatur und Umweltproblematik, Germanica 69/2021 (30.08.2020)

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Germanica n° 69/2021

 

Call for papers

 

Literatur und Umweltproblematik

(hrsg. v. Martine Benoit)

 

 

Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Literatur und beschädigter Umwelt ist nicht neu, mindestens seit dem 19. Jahrhundert hinterfragen Autoren die Auswirkungen der industriellen und städtischen Entwicklung auf unser Leben und schreiben über Lärm (Geburt der Anti-Lärm-Vereine), Verschmutzung von Flüssen oder Luft, Industrialisierung – und lehnen damit eine utilitaristische und technische Sicht der Umwelt ab, wobei die Einflüsse der Romantik schnell überholt und erweitert wurden. Für die deutsche Literatur wird oft Wilhelm Raabes Pfisters Mühle als erstes literarisches Engagement heranzitiert, hier gegen die Verschmutzung eines Baches durch eine Zuckerfabrik.

Diese Infragestellung ist heute umso relevanter geworden, als sich ein neues ökologisches Bewusstsein gegenüber den Gefahren für das Gleichgewicht unserer Biosphäre entwickelt hat. Die vorliegende Ausgabe von Germanica sucht nach Artikeln, die sich mit „Umweltliteratur“ allgemein seit dem 20. Jahrhundert befassen: städtische Umwelt, toxische Orte, ökologische Fragen, Naturtexte. Es können historische Perspektiven eröffnet und Autoren vorgestellt werden, die mit ihren Fiktionen eine Fantasiewelt mit (neuen) Verbindungen zur Umwelt aufbauen, es können aber auch „öko-kritische“ Texte vorgeschlagen werden, die sich dafür engagieren, literarische Texte aus der Umweltperspektive neu zu lesen. Ebenso könnten formale Mittel herausgearbeitet werden, welche herangezogen werden, um über die Natur und die unterbrochene Verbindung zu ihr zu erzählen und um zu zeigen, was die Literatur zum ökologischen Ansatz beigetragen hat und beitragen kann.

 

Beitragsvorschläge (max. 1 Seite mit Kurzbiographie) werden bis zum 30. August 2020 an Martine Benoit (martine.benoit@univ-lille.fr) erbeten. Eine Rückmeldung erfolgt innerhalb von 14 Tagen.  

Die Ausgabe von Germanica erscheint im Dezember 2021 und die Beiträge in deutscher oder französischer Sprache (max. 40 000 Zeichen) sollten der Redaktion bis spätestens 15. Mai 2021 vorliegen.

 

 

Auswahlbibliographie

 

Heinrich Detering, Menschen im Weltgarten: Die Entdeckung der Ökologie in der Literatur von Haller bis Humboldt, Göttingen, Wallstein, 2020.

Gabriele Dürbeck, Christine Kanz, Ralf Zschachlitz (dir.), Ökologischer Wandel in der deutschsprachigen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts – Neue Ansätze und Perspektiven, Berlin, Peter Lang, 2018.

Axel Goodbody (dir.), Literatur und Ökologie, Amsterdam, Atlanta, Rodopi, 1998.

Jost Hermand (dir.), Mit den Bäumen sterben die Menschen, Köln, Weimar, Wien, Böhlau, 1993.

Jost Hermand/Peter Morris-Keitel (dir.), Noch ist Deutschland nicht verloren. Ökologische Wunsch- und Warnschriften seit dem späten 18. Jahrhundert, Berlin, Weidler, 2006.

Sabine Jambon, Moos, Störfall und abruptes Ende. Literarische Ikonographie der erzählenden Umweltliteratur und das 'Bild'gedächtnis der Ökologiebewegung (https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=2301)

Peter Morris-Keitel/Michael Niedermeier (dir.), Ökologie und Literatur, New York [u.a.], Peter Lang, 2000.

Claudia Schmitt/Christiane Solte-Gresser (dir.), Literatur und Ökologie: neue literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Bielefeld, Aisthesis, 2017.

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

 

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