STIP: Studierenden-Stipendien des Vereins zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs, Bern (26.04.2020)

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Der Verein zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs bringt 2020 wiederum Stipendien zur breiten Ausschreibung. Er vergibt dieses Jahr drei Stipendien an Studierende.

 

Sind Sie interessiert an einem

Stipendium zur Schweizer Literatur?

Das Schweizerische Literaturarchiv und seine Sammlungen

Das Schweizerische Literaturarchiv (SLA) in Bern, 1991 dank der Initiative Friedrich Dürrenmatts gegründet, verfügt über einzigartige Bestände zur Schweizer Literatur in allen vier Landessprachen mit Hauptgewicht auf der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Ziel des Stipendiums

Ein Stipendium des Vereins zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs eröffnet Studierenden der Germanistik und Romanistik einen überlieferungsbezogenen Zugang zur Literatur, der literarische Entstehungsprozesse reflektiert. Es verschafft nicht nur Einblicke in die Materialien (Werkmanuskripte, Entwürfe, Notizen, Briefe, korrigierte Druckfahnen) und die modernen Techniken ihrer Archivierung, sondern führt auch in die Grundlagenarbeit der Philologie ein.

 

Dauer und Entschädigung

Die Stipendien dauern drei Monate. Das Arbeitspensum wird mit den Bearbeiterinnen und Bearbeitern im Literaturarchiv abgesprochen. Die Höhe des Stipendiums beträgt CHF 6'500.-. Es werden keine Reisespesen erstattet. Bitte beachten Sie, dass ohne Schweizer Wohnsitz die Lebenserhaltungskosten den Stipendienbetrag übersteigen können. Ergebnisberichte können zu weiterführenden Arbeiten im Rahmen des Studiums ausgebaut werden. Auf Wunsch wird ein Zeugnis ausgestellt.

 

Arbeitsgebiete

2020 stehen folgende Archive und Nachlässe für die Mise en valeur und die Erschliessung in Form von drei Stipendien zur Auswahl: Die Nachlässe von Jean Starobinski, Eugen Gomringer und Peter Noll (siehe auch:  www.sla-foerderverein.ch).

Das Archiv des Arztes, Literaturwissenschaftlers sowie Medizin- und Ideengeschichtlers Jean Starobinski (1920-2019) gehört mit mehreren hundert Schachteln zu den größten des SLA. Es gilt, zahlreiche Archivkisten mit Korrespondenz (sowie weitere Dokumente nach Bedarf) zu katalogisieren. Damit unterstützen Sie das Jahresziel des SLA, den Nachlass von Jean Starobinski zu seinem 100. Geburtstag in einer virtuellen Ausstellung zu präsentieren.

Der Vorlass des Schriftstellers Eugen Gomringer (1925) wird seit 2019 in drei, noch nicht abgeschlossenen Lieferungen in das SLA überführt.  Eugen Gomringer ist einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Poesie, hat sich aber auch als Graphiker und Vermittler von Literatur hervorgetan. Es gilt, sein Archiv in Grundzügen zu inventarisieren und für die Forschung aufzubereiten.

Auch das Archiv des Juristen und Schriftstellers Peter Noll (1926-1982) ist erst seit 2019 im Besitz des SLA. Es enthält wichtige Dokumente zur Rechtsgeschichte der Schweiz, veröffentlichte und unveröffentlichte literarische Typoskripte sowie Korrespondenz mit befreundeten Literaten (u.a. Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt). Der Nachlass soll soweit wie möglich erschlossen werden.

Die Erschliessungen sind im Zeitraum von Juni 2020 bis Dezember 2020 vorgesehen.

 

Voraussetzungen

Bewerben können sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die kurz vor oder nach dem Studienabschluss stehen. Voraussetzung ist das Interesse an archivarischen Fragen und die Bereitschaft, sich methodologisch mit den Vorstufen eines gedruckten Textes zu beschäftigen. Wir gehen davon aus, dass man sich in Leben und Werk des Autors bzw. der Autorin, mit der man sich beschäftigt, gründlich einarbeitet.

 

Bewerbung

Richten Sie Ihre ausschließlich elektronische Bewerbung mit Lebenslauf, Terminwunsch (vgl. oben) und Name des Sie interessierenden Nachlasses bzw. Archivbestandes bitte bis zum 26. April 2020 an:

Schweizerisches Literaturarchiv, Mathias Arnold, mathias.arnold@nb.admin.ch. Weitere Informationen erteilt Herr Arnold auch telefonisch: +41 58 465 05 15.

 

Der Vorstand des Fördervereins entscheidet Ende Mai über die Stipendienvergabe.