CFP: Geliebtes, verfluchtes Amerika. Zu Antiamerikanismus und Amerika-Verehrung im deutschen Sprachraum 1888-1933, Olsztyn (30.05.2020)

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Call for Papers

 

Geliebtes, verfluchtes Amerika.

Zu Antiamerikanismus und Amerika-Verehrung

im deutschen Sprachraum 1888-1933

 

Konferenz

25.-26. März 2021

 

Ort:

Lehrstuhl für Literatur und Kultur des deutschen Sprachraums

Institut für Literaturwissenschaft

Warmia und Mazury-Universität Olsztyn

Kurta Obitza 1
PL 10-725 Olsztyn

 

Veranstalter:

Dr. habil. Aneta Jachimowicz, Uniwersytet Warmińsko-Mazurski, Olsztyn, Polen

Prof. UŚ Dr. habil. Karsten Dahlmanns, Uniwersytet Śląski w Katowicach, Katowice, Polen

 

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, intensiver noch seit dem Ende des Ersten Weltkrieges, avancieren die Vereinigten Staaten von Amerika im deutschen Sprachraum zum Inbegriff rückhalt- und rücksichtsloser Modernität. Die USA werden als eine „endgültig entgötterte Welt“ (Neues Wiener Journal, 1927) begriffen, deren übler Einfluss die Alte Welt in kultureller Hinsicht zu zerstören drohe – unter anderem durch allzu selbständige, „neue“ Frauen. Beispielhaft dafür ist das 1927 in Jena erschienene Buch des USA-Korrespondenten Adolf Halfeld Amerika und der Amerikanismus. Kritische Betrachtungen eines Deutschen und Europäers, das schlagartig zu einem Bestseller wurde. Der Autor erblickt in Amerika eine „Zivilisation des Massenmenschen“; sein Buch darf als Quintessenz des deutschen Antiamerikanismus kulturkritischen Zuschnitts in jenen Jahren gelten.

Dieser negativen Wahrnehmung Amerikas im deutschen Sprachraum steht eine andere entgegen: die der Faszination für den American Dream mit seinen Möglichkeiten sozialen Aufstiegs durch Arbeitsamkeit, Geschick und Einfallsreichtum – und das auch für selbständige, „neue“ Frauen. Bewundert werden die urbane Modernität, die Bequemlichkeiten der amerikanischen Lebensart, seine Alltagskultur und Innovationskraft, die „kulturelle Traditionslosigkeit“ und das „vorurteilsfrei allem Neuen geöffnete ‚Barbarentum‘ Amerikas“ (Ingo Leiß / Hermann Stadler).

Da in den letzten Jahren einige vergessene Texte, in denen die Vereinigten Staaten als Thema präsent sind, wiederentdeckt und teils neu herausgegeben wurden (z.B. Alfred Bratts Roman Die Welt ohne Hunger (1916) oder Arthur Rundts Marylin (1928)), möchte die Tagung die etablierte Forschung zum Amerikanismus und Antiamerikanismus im deutschen Sprachraum (Peter Berg / Jan C. Behrends / Dan Diner / Georg Kamphausen / Andrei S. Markovits / Alexander Ritter / Adelheid von Saldern / Klaus Schwabe) mit den neuesten interdisziplinären Untersuchungen zusammenbringen.

 

Es wäre uns eine Freude, Forscherinnen und Forscher zu begrüßen, die in Einzelstudien auf den Amerikanismus und Antiamerikanismus im deutschen Sprachraum zwischen 1888 und 1933 eingehen, wie er sich innerhalb und außerhalb der Schönen Literatur beobachten lässt, und dabei bekannte Aspekte vertiefen und ergänzen oder solche Texte heranziehen, die bislang wenig Aufmerksamkeit in der Forschung erfahren haben.

 

Wir bitten um Vorschläge für Vorträge auf Deutsch von bis zu 20 Minuten Länge (zuzüglich 10 Minuten Diskussion). Es wird angestrebt, die Referate in einem angesehenen westlichen Verlag zu veröffentlichen.

 

Vorschläge für Referate werden bis zum 30. Mai 2020 erbeten. Bitte senden Sie ein Exposé von rund einer Seite Länge an die Adresse: karsten.dahlmanns@us.edu.pl.

 

Die Tagungsgebühr beträgt 450 PLN (100 Euro). In der Tagungsgebühr ist die Verpflegung während der Konferenz enthalten.

 

Aneta Jachimowicz & Karsten Dahlmanns

 

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Constanze Baum] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu