CFP: Tagung ‚Femmes de Lettres‘ im 17. und 18. Jahrhundert, HU Berlin (15.04.2020)

Annina Klappert's picture

CFP: Das Schreiben in die Hand nehmen: Transphilologische Jahrestagung ‚Femmes de Lettres‘ im 17. und 18. Jahrhundert (FONTE-Stiftung) am 3./4. September 2020 an der HU Berlin

In ihrer Poetikvorlesung erinnert Christa Wolf daran, dass das Wort ‚Emanzipation‘ usprünglich mit der mancipatio zusammenhängt, dem Rechtsgeschäft, durch das verschiedene res mancipi (Gegenstände, Sklaven) einem neuen Besitzer übertragen werden, der sie – manu capere – mit der Hand erfasst. Die emancipatio weise dagegen auf die Entlassung aus dieser Handhabe der einen durch andere. Emanzipation bedeutet von hier aus gedacht und im Sinne einer Geschichte der Frauenrechte die Selbstentlassung von Frauen aus der Handhabe anderer, ihr Selbsterfassen eigener Angelegenheiten.

Die zweite, von der FONTE-Stiftung geförderte Jahrestagung ‚Femmes de Lettres‘ möchte vorrangig das Vorhaben der ersten Tagung weiterverfolgen, Autorinnen vom 17. bis 18. Jahrhundert (neu) zu entdecken, die das literarische Schreiben und mit diesem Schreiben oftmals auch ihre eigene Geschichte selbst in die Hand genommen haben. Wir suchen im Sinne einer transphilologischen Herangehensweise Beiträge, in denen literarische Schriften von europäischen Autorinnen dieser Jahrhunderte vorgestellt werden.

Zugleich soll die Tagung zur Diskussion darüber anregen, wie das literaturwissenschaftliche Schreiben über die Geschichte der Literatur selbst neu zu schreiben wäre als Umschrift, Weiterschrift, als re-writing und Eröffnung neuer Denkbereiche.

Die Jahrestagung steht im Kontext des Symposiums ‚Femmes de Lettres‘, die 2019 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattgefunden hat und zu der ein Sammelband (Hg. Marina O. Hertrampf) unter dem Titel Femmes de lettres. Wiederentdeckungen und Neulektüren europäischer Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts (Frank & Timme 2020) erscheinen wird. Angebunden an diese Tagung ist die von der FONTE-Stiftung herausgegebene, im Berliner Secession-Verlag erscheinende Buchreihe ‚Femmes de Lettres‘, in der bereits Texte der Autorinnen Louise Labé, Christiana Mariana von Ziegler sowie Francoise de Grafigny erschienen sind.

Zusendungen von Abstracts bis zu 400 Wörtern sind bitte – zusammen mit einer Biobibliographie – bis zum 15.04.2020 zu richten an:

annina.klappert@hu-berlin.de und krollren@cms.hu-berlin.de

 

________________________________________________________________________________________________________________

Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu