CFP: Bau-, Schuld- und Rechnungsbücher im eidgenössischen Kultur- und Kunstraum bis zur Reformationszeit – Quellen, Objekte, Daten, Bern (01.03.2020)

Kathrin Chlench-Priber's picture

Workshop an der Universität Bern, 19./20. November 2020

Organisation: PD Dr. Kathrin Chlench-Priber (Ältere Deutsche Literatur und Editionsphilologie), PD Dr. Richard Nemec (Architektur- und Kunstgeschichte)

 

Bau-, Schuld- und Rechnungsbücher sind Forschungsgegenstand unterschiedlicher Fachbereiche, ohne dass diese unbedingt voneinander Kenntnis haben, durchaus aber voneinander profitieren könnten. 

 

Das Ziel des Workshops ist es, die bisherige, im gemeinsamen Forschungsfeld gesammelte Erfahrung über den Berner Münsterbau (Grundsteinlegung 1421) sowie weitere eidgenössische und süddeutsche Objekte zu kontextualisieren und für ein breiteres Forschungsfeld zu öffnen. Die Öffnung erfolgt sowohl hinsichtlich der untersuchten Medien (Bau-, Schuld- und Rechnungsbücher) als auch hinsichtlich des betrachteten Raumes, da die Untersuchungsgegenstände des eidgenössischen Kultur- und Kunstraumes mit denen anderer, bereits genauer erforschter Räume, wie z. B. des Hanseraumes, verglichen werden sollen.

 

Ausgehend von der These, dass sich Bau-, Schuld- und Rechnungsbücher als «Werkzeuge» beschreiben lassen, durch die (Bau-)Objekte entstehen bzw. realisiert werden, sollen in den drei Sektionen «Quellen», «Objekte», «Daten» unterschiedliche Perspektiven auf diese «Werkzeuge» entwickelt.

Im Zentrum der Sektion «Quellen» steht die Frage, wie Bau-, Schuld- und Rechnungsbücher als Werkzeuge funktionieren. Unter linguistischen, literaturwissenschaftlichen und historischen Aspekten werden ihre Organisationsform, die Kommunikationssituation, Sprachhandlunsgmuster sowie die Funktion von Ich-Nennungen, -Berichten und -Narrationen diskutiert. In diesem Rahmen soll auch die Frage untersucht werden, wie weit der Prozess der Institutionalisierung der Instrumente vorangeschritten ist bzw. inwiefern die Texte erst durch ihre Verfertiger zu wirksamen Instrumenten werden und aus welcher Tradition diese ihr Wissen beziehen.

Die Sektion «Objekte» behandelt die Frage, welche Kunst- und Kulturobjekte Bau-, Schuld- und Rechnungsbücher als Werkzeuge generieren. Vorgestellt werden Studien aus den Feldern der Geschichte, Kunst-, Architektur-, Bild- und Sozialgeschichte, die sich speziell mit eidgenössischen Fallstudien auseinandersetzen und diese ggf. zu denen anderer Räume in Beziehung setzen. Insbesondere ist nach Parallelen und Differenzen zwischen der enormen Zunahme der Schriftlichkeit im 15. Jh. und von gesteigerten, anspruchsvollen künstlerischen Tätigkeiten und Projekten zu fragen.

In der Sektion «Daten» wird die Frage behandelt, wie Bau-, Schuld- und Rechnungsbücher als Werkzeuge repräsentiert und editorisch für wissenschaftliche Fragestellungen sinnvollerweise erschlossen werden sollten, um die unterschiedlichen Forschungsinteressen bedienen zu können.

 

Titelvorschläge für einen Vortrag senden Sie bitte bis und mit Sonntag, den 1. März, an kathrin.chlench@germ.unibe.ch und richard.nemec@ikg.unibe.ch

 

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Constanze Baum] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu