ZS: Neuerscheinung: Prägnantes Erzählen (Brevitas 1 – BmE Sonderheft)

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Die wissenschaftliche Gesellschaft Brevitas und die mediävistische Online-Zeitschrift Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung haben in Kooperation die Sonderheftreihe ›Brevitas‹ ins Leben gerufen. Als erste Ausgabe ist folgender Sammelband erschienen: 

 

Dimpel, Friedrich Michael/Wagner, Silvan (Hrsg.): Prägnantes Erzählen, Oldenburg 2019 (Brevitas 1 – BmE Sonderheft) (online).

 

Abstract: Eine der vormodernen Kleinepik eigene Qualität ist sicherlich ihre Prägnanz, da ist sich die Forschung einig. Was freilich genau unter dieser Qualität zu verstehen ist, bleibt oftmals vage. Die Verständnisweisen von Prägnanz reichen von Auffälligkeit, prägendes Potenzial, Knappheit bis hin zu Inhaltskomplexität, Pointierung oder erst noch zu entfaltende Sinndimension. Im vorliegenden Sammelband werden diese unterschiedlichen Zugangsweisen nicht künstlich eingeebnet. Stattdessen werden unterschiedliche Verständnisse des Phänomens ›prägnantes Erzählen‹ entfaltet und exemplarisch für eine Interpretation der Kleinepik fruchtbar gemacht. Ziel ist es, das interpretative Potenzial des Prägnanz-Begriffs auszuloten und neue methodische Zugänge speziell zur vormodernen Kleinepik zu schaffen.

 

Inhaltsverzeichnis:

Silvan Wagner / Friedrich Michael Dimpel

Prägnante Kleinepik – eine Einleitung

Patrizia Barton / Friedrich Michael Dimpel / Lydia Merten / Mareike von Müller / Nina Nowakowski / Silvan Wagner

Gründungsaufruf und Gründung: Brevitas – Gesellschaft zur Erforschung vormoderner Kleinepik

Michael Waltenberger

›Bedeutungsschwangerschaften‹. Überlegungen zu Prägnanz und Pointierung mit Lessing und Galfred von Vinsauf

Rebekka Nöcker

Aspekte literarischer Prägnanz von Sprichwort und Sentenz (mit Beispielen aus dem höfischen Roman)

Daniel Eder

Die Mutter des Märtyrers. ›Prägnanz‹ als narratologische und rezeptionsherme­neu­tische Kategorie in der Legendarik (am Beispiel der Gangolf-Erzähltradition

Michael Schwarzbach-Dobson

Lob der Kürze: Zur theoretischen Verortung mittelalterlicher Kurzerzählungen zwischen Aristoteles und Cassirer. Mit einer Beispielanalyse der Fabel ›Befreite Schlange, Mann und Fuchs‹ (AaTh 155)

Stefan Abel

Prozesse narrativer Verdichtung in Alexanders von Roes ›Pavo‹ und in den Ausformungen des literarischen Stoffes vom ›schlafenden Ritter‹: ›Le chevalier qui recovra l’amor de sa dame‹ und ›Mauritius von Craûn‹

Margit Dahm-Kruse

Prägnante Kombinatorik. Zum semantischen Potential der Textarrangements in kleinepischen Sammelhandschriften am Beispiel von ›Der Sperber‹

Hans-Jürgen Scheuer

Das Martiniloben. Zur Prägnanz der Heiligenvita beim Stricker und bei Boccaccio

Friedrich Michael Dimpel / Martin Hammer

Prägnanz und Polyvalenz – Rezeptionsangebote im ›Klugen Knecht‹ und im ›Schneekind‹

Anna Mühlherr

Nüsse und Hasenbraten. Prägnante Dinge in Mären

Marie-Luise Musiol

Raum und Figur. Effekte erzählerischer Arrangements in der ›Frauentreue‹

Nina Nowakowski

Personelle Prägnanz. Figurendarstellung und exemplarisches Erzählen in Heinrich Kaufringers ›Suche nach dem glücklichen Ehepaar‹

Harald Haferland

Erzählen des Unwahrscheinlichen und wahrscheinliches Erzählen im mittelhoch­deutschen Märe

Mareike von Müller

Et sic est finis? Prägnanzspiele und Konstruktionen des Endes in mhd. Kleinepik am Beispiel von ›St. Petrus und der Holzhacker‹ und ›Der Müller im Himmel‹

Silvan Wagner

Keimzellen für moralischen Sinn: Prägnantes Erzählen in Johannes Paulis ›Schimpf und Ernst‹

Anna Brasch

[D]aß von dem rechten Kern nicht das geringste sol außgelassen werden. Formen ›prägnanten‹ Erzählens im Sammelschrifttum der Frühen Neuzeit

 

http://brevitas.org/

www.erzaehlforschung.de

https://twitter.com/BmE_2018

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu