CFP: „Der Unter- wie der Oberleib / Hat seinen Marx gelesen“ – Hacks und der Marxismus/13.wissenschaftliche Tagung der Peter-Hacks-Gesellschaft, Berlin (15.04.2020)

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„Der Unter- wie der Oberleib / Hat seinen Marx gelesen“

Hacks und der Marxismus

Dreizehnte wissenschaftliche Tagung der Peter-Hacks-Gesellschaft


Termin: Sonnabend, 31. Oktober 2020
Ort:  Magnus-Haus, Berlin
Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin-Mitte
10 Uhr bis 18 Uhr

 

Peter Hacks war ein Schriftsteller, der Inhalt und Wirkungsstrategie seiner Dichtungen nicht spontan entwarf, sondern allgemeine Einsichten im Besonderen der je aktuellen Lage und des einzelnen Werks erfasste. Literatur und Theorie stehen damit nicht im Gegensatz, sondern bedingen einander: „Wer Goethe sagt, muss Hegel sagen, und wer Hegel sagt, sagt Marx.“

Bereits vor seiner Übersiedlung in die DDR 1955 eignete Hacks sich Grundlagen eines marxistischen Herangehens an die Welt an. Die poetologische Reflexion der verschiedenen Phasen seines Schaffens – von der Brechtnachfolge der ersten Jahre in der DDR über die Konzeption einer sozialistischen Klassik in der späten Ulbricht-Zeit und die Reaktion auf Zerfallserscheinungen unter Honecker bis hin zu einer wieder offen politisierten Literatur der Nachwendezeit – ist marxistisch untermauert. Die 2018 unter dem Titel „Marxistische Hinsichten“ erschienene Sammlung politischer Schriften belegt darüber hinaus, dass Hacks sich durchgehend als gesellschaftlich wirkender Autor begriff und dass diese politische Ästhetik an den marxistisch fundierten Aufbau des Sozialismus in der DDR, und dies über ihr Ende hinaus, gekoppelt war.

Die geplante Tagung soll zum einen klären, inwieweit Hacks an Werke von „Klassikern“ wie Marx, Engels, Luxemburg und Lenin anknüpfte, welche Rolle die theoretischen Fortentwicklungen im Rahmen sozialistischer Staatlichkeit vom späten Lenin bis zu Ulbricht für ihn spielten, wie er die marxistische Philosophie des 20. Jahrhundert (z.B. Lukács, Bloch, Harich, Holz) und die Wissenschaft in der DDR rezipierte. Zum anderen soll es um Hacksens produktive Arbeit mit diesem Erbe gehen, damit um die Frage, wo er Gedanken weiterführte und auch, wo er sich bewusst in einen Gegensatz zur marxistischen Theorietradition stellte.

Damit soll die Tagung auch zu einer politischen Biographie von Hacks beitragen und erhellen, wie er sich den Marxismus erschloss und welche Auswirkungen die Einschnitte in der Geschichte der DDR und ihr Ende auf sein Denken hatten.

Themenfelder können unter anderem sein: Klassenbegriff, Theorien zu Staat, Revolution, Konterrevolution und Imperialismus; Ökonomie (Mehrwerttheorie, Arbeitsbegriff). Der Schwerpunkt der Tagung wird auf dem essayistischen Werk und seinem Kontext sowie den noch wenig erschlossenen politisch-ökonomischen Notizen aus dem Spätwerk, die erstmals in den „Marxistischen Hinsichten“ publiziert sind, liegen. Willkommen sind aber auch Vorträge, die das Verhältnis von theoretischem und dichterischem Werk, allgemein oder am Einzelbeispiel, untersuchen.

 

Vorschläge für Tagungsbeiträge können bis zum 15.04.2020 schriftlich oder per E-mail an Peter-Hacks-Gesellschaft e.V., Frau Jutta Becker, Torstr. 6, 10119 Berlin. Tel. 030-23 80 91 29, E-mail: kontakt@peter-hacks-gesellschaft.de

erfolgen.
 

Die Vortragslänge beträgt idealerweise 20, maximal 30 Minuten.

Ausgewählte Referate werden im Hacks Jahrbuch 2021 veröffentlicht.

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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