KONF: Literarische Textualität und ästhetische Medialität in Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Spannungsfelder – Potenziale – Perspektiven, Dresden (7./8.11.2019)

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Die Tagung geht aus von dem Befund, dass zwar eine Reihe von erprobten Ansätzen das Literarisch-Ästhetische in den Kontexten von DaZ fruchtbar machen wollen, diese in der Praxis aber nur einen geringen Einfluss gewonnen haben. Die Marginalität des Literarisch-Ästhetischen in DaZ liegt – so die These – an den sprach-, gesellschafts- und integrationspolitischen Rahmenbedingungen des Deutsch-als-Zweitsprache-Unterrichts, die ein instrumentelles, auf Eindeutigkeit, Kontrollierbarkeit und Testbarkeit ausgerichtetes Sprach- und Kulturverständnis voraussetzen und vorgeben.
Die Tagung will daher die Funktionen, die Potenziale und den Stellenwert literarischer Textualität und ästhetischer Medialität in DaZ-Kontexten mit Blick auf die sprach-, gesellschafts- und integrationspolitischen Rahmenbedingungen, Vorgaben und Zielsetzungen der (Zweit-)Sprach(en) vermittlung diskutieren; in der Überzeugung, dass es in dieser Diskussion um Grundfragen der Gestaltung der (Zweit-)Sprach(en)vermittlung in der bundesdeutschen Einwanderungsgesellschaft geht.

Veranstalter: Professur für Deutsch als Fremdsprache, Institut für Germanistik, TU Dresden (Dr. Michael Dobstadt); Zentrum für Integrationsstudien, TU Dresden (Dr. Noa K. Ha, Dr. Karoline Oehme-Jüngling)
Kooperationspartner: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und das SLUB TextLab.
Gefördert von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Donnerstag, 7. November:

09:30–9:45 Begrüßung
Michael Dobstadt, Noa K. Ha, Julia Meyer (Dresden)

09:45–10:30 Eröffnungsvortrag
Michael Dobstadt (Dresden): Literarische Textualität und ästhetische Medialität in Deutsch als Zweitsprache – Einführung in das Tagungsthema

10:30–12:30 Panel: Sprach- und Kulturreflexion I
- Renate Riedner (Stellenbosch, ZA): Migration erzählen? Überlegungen zum authentischen und literarischen Erzählen in Deutsch als Zweitsprache am Beispiel von Kursmaterial aus „100 Stunden Deutschland: Orientierungskurs Politik, Geschichte, Kultur”
- Cornelia Zierau (Paderborn): Sprach- und Kulturreflexion in der DaF-/DaZ-Didaktik und in den Studiengängen Deutsch als Fremd- und Zweitsprache am Beispiel der Inszenierungen von Mehrsprachigkeit und Kulturkontakten in Erzählungen Yoko Tawadas
- Denise Büttner (Duisburg-Essen): Literaturunterricht in der Migrationsgesellschaft. Eine Fallrekonstruktion aus dem Lyrikunterricht einer 6. Klasse

14:00–16:00 Panel: Sprachaufmerksamkeit/Bildungssprache
- Martina Kofer (Paderborn): Reflexion von Sprache als Differenzkategorie in mehrsprachiger Literatur: Potenziale für die Ausbildung von Critical Language Awareness in LehrerInnenbildung und Unterricht
- Anja Wildemann (Koblenz-Landau): Bildungssprachlichkeit und sprachlich-literarisches Lernen in und durch Lyrik?!
- Gerlind Belke (Dortmund): Literarische Textualität  und ästhetische Medialität als Grundlage eines integrativen Sprachunterrichts in der Landessprache Deutsch

16:30–17:10 Panel: Spracherwerb
- Eva Belke (Bochum): Semantisch-lexikalisches Lernen bei der rezeptiven Verarbeitung literarischer Texte: Überlegungen aus der Perspektive der experimentellen Psycholinguistik

17:10–18:30 Panel: Sprach- und Kulturreflexion II
- Hannes Schweiger (Wien): Literarische Wege zu sprachlicher Selbstermächtigung
- İnci Dirim (Wien): Deutsch als Zweitsprache zwischen sprachlichem Essentialismus und Sprachwandel

19:30–21:00 Öffentliche Lesung und Publikumsgespräch
Sharon Dodua Otoo (Berlin): die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle

Freitag, 8. November:

10:00–10:30 Öffentlicher Vortrag
Renate Riedner (Stellenbosch, ZA): Rückblick auf den ersten Konferenztag

10:30-12:00  Öffentliche Podiumsdiskussion: Perspektiven und Potentiale ästhetisch-literarischen Lernens in der DaZ-Vermittlung
Konrad Ehlich (Berlin), Francesca Gregori (Dresden), Wanja Saatkamp (Dresden), Hannes Schweiger (Wien)
Moderation: Carolin Eckardt (Dresden)

13:30-16:10 Panel "Film/Graphic Novels/Musik"
- Tina Welke (Wien): Irgendwo im Nirgendwo. Erwachsenwerden im neueren österreichischen Film
- Heidi Rösch (Karlsruhe): Graphic Novels und mehr sprachliche Bildung
- Daniela Schwarz (Essen): Vom Klang der Sprache. Zur Förderung von sprachlichen Kompetenzen durch Musik
- Eva Nagel (Regensburg): „Spring“ – Sprachförderung mit Musik als Schlüssel zur Integration

16:10-16:30 Abschluss
Michael Dobstadt (Dresden)

Die Tagung richtet sich an Interessierte aus der Fachcommunity (insbes. Germanistik, DaF/DaZ), der Integrationspraxis und -politik, an Lehrkräfte der Fächer Deutsch und Deutsch als Zweitsprache (vor allem) aus Sachsen sowie an die interessierte Öffentlichkeit.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Um eine Anmeldung wird gebeten.
Weitere Informationen sowie den Link zum Anmeldeformular finden Sie hier: https://tu-dresden.de/gsw/der-bereich/profil/zentren/zfi/forschung-und-praxis/event/tagung....

Ort:
Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB)
Zellescher Weg 18, 01069 Dresden
Klemperer-Saal (1. OG)

Kontakt:
Dr. Michael Dobstadt (michael.dobstadt@tu-dresden.de)
Dr. Karoline Oehme-Jüngling (karoline.oehme-juengling@tu-dresden.de)

 

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Mark-Georg Dehrmann] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu