KONF: Interkulturalität, Übersetzung, Literatur – am Beispiel der Prager Moderne, Prag (17.10. – 19.10.2019)

Manfred Weinberg's picture

Die Konferenz wird die bei der Tagung Franz Kafka im interkulturellen Kontext (Prag, 1.-3. Dezember 2016) begonnenen Diskussionen fortsetzen. Diese fragte nach der Bedeutung des interkulturellen Umfelds Kafkas für sein Leben und Schreiben – erstens hinsichtlich der spezifischen Interkulturalität Prags und der Böhmischen Länder zu Lebzeiten Kafkas, zweitens nach der Relevanz dieser spezifischen Interkulturalität für Franz Kafka in biographischer Perspektive; drittens galt die Aufmerksamkeit den bisher weitgehend übersehenen mannigfachen Spuren solcher Interkulturalität in den Texten Kafkas. Eine solche Perspektivierung des Kafkaschen Werks stellte in der Kafka-Forschung ein deutliches Desiderat dar. Der von Steffen Höhne und Manfred Weinberg herausgegebene Tagungsband ist soeben erschienen.

Die – historische, biographische und literarische – Perspektivierung soll für die Folgetagung beibehalten werden; erweitert wird jedoch der Fokus. Zum einen wird es um weitere Fragen zu Franz Kafka gehen. Zudem werden nun aber auch andere Autoren der deutschsprachigen Prager Moderne resp. der deutschen Literatur der Böhmischen Länder behandelt. Weiterhin wird die für die Prager Moderne so wichtige Übersetzungstätigkeit ihrer Autoren diskutiert. 

 

Programm:

Donnerstag, 17. Oktober 2019: Goethe-Institut Prag, Masarykovo nábřeží 32, 110 00 Praha 1

 

15.00 – 15.30 Uhr      

Dieter Heimböckel (Universität Luxemburg) / Steffen Höhne (Weimar) / Manfred Weinberg (Prag):

Begrüßung und Einführung in das Thema der Tagung

 

15.30 – 16.00 Uhr

Achim Küpper (Luxemburg): 

Vom Schreiben in die Tiefe. Ein interkultureller Rundgang über Brücken, Strömungen und Abgründe im Werk Franz Kafkas

 

16.00 – 16. 30 Uhr

Hansjörg Bay (Erfurt):

Eine andere Fremdheit. Zum Fehlen kultureller Differenz bei Kafka

 

16.30 – 17.00 Uhr      

Kaffeepause

 

17.00 – 17.30 Uhr

Marie-Odile Thirouin (Lyon): 

Die literarische Erfindung einer jüdischen Identität bei Kafka als „Neu-Marranismus“

 

17.30 – 18.00 Uhr

Ulrich Stadler (Zürich): 

Die Ambivalenz der Bilder. Kafkas Verhältnis zur Prager Maler-Gruppe „Osma“

 

Freitag, 18. Oktober 2019

Philosophische Fakultät der Karls-Universität Prag, Náměstí Jana Palacha 2, 11638 Praha 1, Raum 301

 

9.00 – 9.30 Uhr

Alexander Wöll (Potsdam): 

Tschechischer Surrealismus und Prager Moderne

 

9.30 -10.00 Uhr

Alice Stašková (Jena): 

Die Philosophie des Fiktionalismus (Als ob) im Kontext der Prager Moderne

 

10.00 – 10.30 Uhr

Malte Spitz (Frankfurt/Oder): 

Hermann Grabs intellektuelle Horizonte um 1933

 

10.30 – 11.00 Uhr      

Kaffeepause

 

11.00 – 11.30 Uhr      

Andreas Kilcher (Zürich):

#Erzählen als kulturanthropologische Methode: Georg Langers Ethnographie des Chassidismus 

 

11.30 – 12.00 Uhr

Thomas Schneider (Prag):

Zur Funktion des Opfers in Texten jüdischer und christlicher Autoren der deutschsprachigen Literatur Prags

 

12.00 – 12.30 Uhr      

Yoshihiko Hirano (Tokio / Kioto):

Meyrinks Roman „Der Golem“ und der Spiritismus / die Parapsychologie im deutsch-französischen Kontext 

 

12.30 – 14.30 Uhr

Mittagspause

 

14.30 – 15.00 Uhr

Annette Teufel (Dresden): 

Mit den Augen des Fremden. Grenzgänge/r und Kreis-Läufe in Paul Adlers Literatur

 

15.00 – 15.30 Uhr

Jörg Krappmann (Olmütz): 

Paul Kornfelds Beitrag zur Herr und Knecht-Debatte im Rahmen der dsytopischen Literatur der Böhmischen Länder

 

15.30 – 16.00 Uhr

Štěpán Zbytovský (Prag):

Walt Whitman in den Böhmischen Ländern

 

16.00 – 16.30 Uhr

Kaffeepause

 

16.30 – 17.00 Uhr

Steffen Höhne (Weimar):

Anthologien in den Böhmischen Ländern. Ambitionen und Aporien des Kulturtransfers in der Moderne

 

17.00 – 17.30 Uhr

Martin Maurach (Opava):

„Anasthase“ zwischen „Zauberberg“ und „Doktor Faustus“. Walter Seidls Beitrag zum literarischen Musikdiskurs als Chiffre für den Streit um die europäische Moderne

 

Samstag, 19. Oktober 2019: Philosophische Fakultät der Karls-Universität Prag, Náměstí Jana Palacha 2, 11638 Praha 1

 

9.30 – 10.00 Uhr        

Irina Wutsdorff (Tübingen):

Unzeitgemäßes Übersetzen? Zur Vermittlungspraxis Prager deutscher Autoren

 

10.00 – 10.30 Uhr

Astrid Winter (Dresden): 

Metamorphosen der tschechischen Kafka-Rezeption

 

10.30 – 11.00 Uhr      

Manfred Weinberg (Prag): 

Im Dom. Zum „Process“ der Interkulturalität bei Franz Kafka

 

11.00 – 11.30 Uhr      

Kaffeepause

 

11.30 – 12.00 Uhr

Dieter Heimböckel (Luxemburg):

Kafka für die Bühne. „Das Schloß“ in der Dramatisierung von Max Brod

 

12.00 – 12.30 Uhr 

Filip Charvát (Prag): 

„er sei so weit in der Fremde, wie vor ihm noch kein Mensch“. Zur Entdeckung der Lust bei Franz Kafka und Hermann Ungar

 

12.30 Uhr

Ende der Tagung


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu