KONF: Ressourcen in historischer Perspektive – Erschließung, Wahrnehmung, Nachhaltigkeit, Göttingen (16.10. – 17.10.2019)

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Ressourcen sind der Treibstoff des menschlichen Lebens. Dies trifft in einem engeren Verständnis für naturale Ressourcen zu, die ganz unmittelbar für das Leben und die Entwicklung von Individuen sowie ganzen Gesellschaften notwendig sind. Sie umfassen diejenigen Stoffe, die die Menschen sich in ihrer naturalen Umwelt erschließen und damit aneignen. Für die Vormoderne spielten hier z.B. Nahrungsmittel, Wasser, Metalle und Holz eine zentrale Rolle. Mit der Industrialisierung erweiterte sich das Spektrum u.a. um die bis dahin wenig genutzten fossilen Rohstoffe. Daneben sind Ressourcen auch in der kulturellen Sphäre vorhanden, z.B. in der Form von literarischen Werken oder als Wissenskonglomerat wie sie in Bibliotheken oder in wissenschaftlichen Methoden und Diskursen existieren und die wiederum selbst zur Nutzung der physischen Ressourcen beitragen können. Gemeinsam ist Ressourcen der in ihnen wahrgenommene Wert, der zu Bemühungen um ihre Erschließung, aber auch zu Nutzungskonflikten (Verteilung und Zugangsrechte) und zu Versuchen einer nachhaltigen Nutzung führten. Ein häufiger, global und epochenunabhängig wirksamer Topos der jeweiligen Diskurse ist dabei die Knappheit oder der Mangel an Ressourcen.
Die Tagung ist gleichzeitig Abschlussworkshop des Projekts „Nachhaltigkeit als Argument“, das sich seit 2016 transdisziplinär mit Aspekten der Nachhaltigkeit in der Vormoderne beschäftigt. Sie zielt darauf ab, das Konzept der „Ressourcen“, das jedem Verständnis von Nachhaltigkeit inhärent ist, aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Im Verlauf der Tagung sollen somit Unterschiede, v.a. aber Gemeinsamkeiten hinsichtlich des Begriffs der Ressource und der methodischen Anwendung in den Fallbeispielen herausgearbeitet werden.

Kontakt: felix.knode@uni.goettingen.de

Ressourcen in historischer Perspektive – Erschließung, Wahrnehmung, Nachhaltigkeit

Göttingen, 16.-17.10.2019

Mittwoch/Wednesday, 16.10.2019, 13:15‐20:00 Uhr
Seminarraum der Archäologie, Nikolausberger Weg 15

13:15-13:30

Arnd Reitemeier, Tanja S. Scheer (Göttingen)
Begrüßung & Einführung

Ressourcen in der industrialisierten Welt (Moderation Jan Philipp Bothe)
13:30-15:00

Sebastian Haumann (Darmstadt)
‚Kritische Rohstoffe‘. Versorgungsrisiken und Ressourcennutzung im 19. und 20. Jahrhundert

Simone Gingrich (Wien)
Nachhaltigkeitsprobleme und ihr historischer Wandel: sozial-ökologische Beiträge zu einer materiellen Umweltgeschichte

David Vollmuth (Göttingen)
Vegetationskunde als Ressource der Umweltgeschichte, Umweltgeschichte als Ressource der Vegetationskunde

15:00-15:30 Kaffeepause

Ressourcen im Denken und Handeln der Frühen Neuzeit (Moderation Mario Rempe)
15:30-17:00

Sophie Kaminski (Hannover)
Nachhaltigkeit als Programm? Landschaft als Ressource im 18. und 19. Jahrhundert

Ansgar Schanbacher (Göttingen)
Naturale Ressourcen in norddeutschen Städten der Frühen Neuzeit - Wahrnehmungen und Aushandlungsprozesse

Jan Philipp Bothe (Göttingen)
Der Hunger der wandernden Stadt. Lokale Ressourcen und die Ökonomie des Krieges im strategischen Denken des 17. und 18. Jahrhunderts

17:00-17:30 Kaffeepause

17:30-18:30

Lisa Salje (London)
“Fraud in the Forest”. The Impact of the Comercialisation of Wood on the Management of Royal Forests in Eighteenth-Century France, a case study

Teresa Herbrand (Göttingen)
„an die 20 gute wachsende Eich bäume weckgehauen“ Wahrnehmung und Umgang mit Ressourcen im fluvialen Kontext im 18./19. Jahrhundert

Wissen als Ressource
19:00-20:00

Klaus Garber (Osnabrück)
Abendvortrag Stadt – Buch – Bibliothek. Eine nachhaltige Konstellation
(Raum: PH 12, Archäologisches Institut)

20:30 Abendessen

Donnerstag/Thursday, 17.10.2019, 9:15‐16:00 Uhr
Seminarraum der Archäologie, Nikolausberger Weg 15

Literatur als Ressource – Ressourcen in der Literatur (Moderation Sven-Philipp Brandt)
9:15-10:15

Helmut J. Schneider (Bonn)
Hirtendichtung und Idylle. Zu einer Ressource europäischer Naturimagination

Felix Knode (Göttingen)
Natur als Ressource für Subjektivität. Die empfindsame Idyllik als Poetologie eines anderen Daseins

10:15-10:45 Kaffeepause

Ressourcen in Mittelalter und Antike (Moderation Felix Knode)
10:45-12:15

Georgios Liakopoulos (Jena)
Ethnicity and the Use of Natural Resources in the Early Ottoman Peloponnese

Christopher Schliephake (Augsburg)
Wasser als Ressource und Deutungskategorie – Griechen und Nicht-Griechen in klassischer, hellenistischer und moderner Zeit

Patrik Klingborg (Uppsala)
Water, Climate and Society on the Peloponnese During the Last Millennium BCE

12:15-13:45 Mittagspause

13:45-14:45

Mario Rempe (Göttingen)
Nachhaltigkeit und Nutzung von Ressourcen im antiken Kamarina. Erkenntnisse (umwelt)archäologischer Rekonstruktionen

Sven-Philipp Brandt (Göttingen)
Grenzen der Anwendbarkeit der Neuen Institutionenökonomik auf die antike Umweltgeschichte

14:45-15:30

Helmut Federmann (Königswinter)
Denkanstoß am Nachmittag
Wie zukunftsfähig sind ressourcenintensive Produktions- und Konsummuster westlicher Lebensstile?
Eine biophysikalisch begründete Sichtweise derzeitigen Wirtschaftens

15:30-16:00

Resümee Marian Füssel (Göttingen)


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Johannes Schmidt] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu