CFP: .Punkt. Marlene Streeruwitz. Überschreitungen., Brüssel (30.09.2019)

Helga Mitterbauer's picture

.Punkt. Marlene Streeruwitz. Überschreitungen.

Internationales Symposion an der Université libre de Bruxelles und der Vrije Universiteit Brussel

23.-25. April 2020

 

Call for papers, Deadline: 30. September 2019

 

Anlässlich des 70. Geburtstags von Marlene Streeruwitz will dieses Symposion das umfangreiche und vielseitige Werk der Autorin unter dem Aspekt der Überschreitungen aus inhaltlicher ebenso wie aus formaler Perspektive analysieren. Streeruwitz wird geschätzt und gefürchtet für ihre präzise, treffsichere Gesellschaftskritik, die immer eine Entsprechung auf sprachlicher Ebene hat. Die gewählte Metapher der Überschreitungen soll auf vielfältige Weise ausgelegt werden; sie verweist auf die latenten und offenen gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Überschreitungen, gegen die sich das Werk der Autorin richtet und die dem Werk unterstellt werden, die es wohl auch aufweist, ebenso wie auf die Überschreitungen, mit denen dem Werk oftmals begegnet wird. Die Überschreitung als Denkfigur, die sich jeglicher Modestie verweigert, könnte als fruchtbares Movens der Werke von Marlene Streeruwitz aufgefasst werden.

 

Wir ersuchen um Abstracts für Vorträge in deutscher, englischer oder französischer Sprache zu folgenden Themenbereichen, wobei die Stichworte als Inspirationsquelle verstanden werden mögen:

Überschreitungen I: Einmischung: Wut, Widerstand, Auflehnung gegen jede Form von Unterdrückung, Inhumanität (Werte der Menschlichkeit dem Ausverkauf geopfert), gegen latenten Faschismus und das Vergessen der nationalsozialistischen Vergangenheit (Verdrängung der Vergangenheit, niemand will die Wahrheit hören), politischen Populismus, Aufzeigen gesellschaftlicher Verstrickungen, von Verlogenheit der Gesellschaft, Desinteresse; Kritik am Literaturbetrieb und allen anderen Kulturindustrien als Testläufe für neoliberale Arbeitsbedingungen; Betonung des Scheins der Medien- und Werbewelt; Patriarchats- und Kapitalismuskritik: christlich-patriarchale Verhaltensgebote, (post-)patriarchalische Gesellschaft, Frauen als dekorative Tausch- und Warenobjekte einer Männerwelt, Verlogenheit der Gesellschaft, paradoxe Verstrickung der Frauen in die Geldwelt (auch dort, wo Frauen Täterinnen sind, bleiben sie am Ende als Opfer zurück)...

Überschreitungen II: Poetologie: „Poetik des Schweigens“, Stille, Pause, der „Punkt als Würgemal“, „Poetik des Suchens“, „Poetik der Schmerzen“,„Poetik der Entkolonialisierung“„Poetik des Banalen“, „Autonomie der literarischen Figur“, Serialität als Formprinzip, Sprachkritik, Sprache als Raum, Intermedialität, Multimedialität (Drama, Roman, Hörspiel, Essay, Gothic Novel, Internetroman, Vorlesungen, Beiträge für Radio, Zeitungen, im Internet, Performances, kleine Formen...), Stakkato, Ellipse, brüchige Syntax, „sekundäre Bewusstseinsstromtechnik“, „Literatur als Archiv der Nachträglichkeit“, Metafiktion, Wiederaufgreifen der Narration als Reaktion auf die Bruchstückhaftigkeit, Unabgeschlossenheit, Fortsetzung, „Gestus der Verweigerung“...

 

Bitte, schicken Sie Ihr Abstract in der Länge von 300 Wörtern incl. bio-bibliographischen Angaben von max. 100 Wörtern bis 30. September 2019 als WORD-Datei an die beiden Organisatorinnen:

Inge Arteel (VUB): inge.arteel@vub.be

Helga Mitterbauer (ULB): helga.mitterbauer@ulb.ac.be

 

Die Organisatorinnen bemühen sich um Förderungen für die Reise- und Aufenthaltskosten der TeilnehmerInnen. Die Publikation der Beiträge ist vorgesehen.


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu