KONF: Wunderkammern – Materialität, Narrativik und Institutionalisierung von Wissen, Berlin (18.-19.09.2019)

Tilo Renz's picture

Workshop in der Heilig-Geist-Kapelle (Spandauer Str. 1, 10178 Berlin), am 18.09. und 19.09.2019, veranstaltet vom Teilprojekt B02 „Das Wunderbare als Konfiguration des Wissens in der Literatur des Mittelalters“ (Jutta Eming, Falk Quenstedt und Tilo Renz) des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung“ an der Freien Universität Berlin in Verbindung mit der Professur für ältere und frühneuzeitliche deutsche Literatur und Kultur der Technischen Universität Dresden (Marina Münkler, Martin Sablotny).

In den europäischen Wunderkammern der Frühen Neuzeit werden materielle Objekte, die aufgrund besonderer Eigenschaften dazu imstande sind, das Staunen der Betrachter auszulösen, einem exklusiven Publikum präsentiert. Die gezeigten Stücke sind nach je eigenen Kriterien geordnet und machen durch ihre Zusammenstellung Besuchern einerseits Wissen verfügbar, andererseits dienen sie der Repräsentation von Institutionen und Herrschaft. In einem Doppelworkshop, der nacheinander an der Freien Universität Berlin und an der Technischen Universität Dresden (05./06.12.2019) stattfinden und auch Sammlungen in beiden Städten in den Blick nehmen wird (Wunderkammer Olbricht, Grünes Gewölbe, Mathematisch-Physikalischer Salon), sollen formale und funktionale Aspekte von Wunderkammern hinsichtlich ihres Zusammenspiels von Materialität und Narrativik untersucht werden.

Der erste Teil des Workshops nimmt Verbindungen der frühneuzeitlichen Praxis des Sammelns und Präsentierens von Dingen in Wunderkammern zu Formen des Erzählens in den Blick. Dabei werden folgende Fragen im Zentrum stehen: Welche Rolle kommt narrativen Ordnungsformen bei der räumlichen Inszenierung und erschließenden Wahrnehmung von Objekten in einer Wunderkammer zu? Werden diese Ordnungsformen in Texte und bildliche Darstellungen, die narrative Elemente aufweisen, übernommen, durch sie weiter ausgearbeitet, reflektiert und verbreitet? Finden sich narrativ organisierte Sammlungen auch in der Literatur- und Kunstgeschichte des Mittelalters und inwiefern schließen die Ordnungen frühneuzeitlicher Wunderkammern hieran an?

Veranstaltungsort: Heilig-Geist-Kapelle, Spandauer Str. 1, 10178 Berlin

Um Anmeldung wird gebeten: t.renz@fu-berlin.de

 

Mittwoch, 18.09.2019

13.00   Ankunft

13.30   Jutta Eming (Freie Universität Berlin): Begrüßung und Einführung

Moderation: Jutta Eming

14.00   Viola König (Freie Universität Berlin): Macht und Kraft im Exil. Kunstkammern als geschlossene Anstalt für ‚Exoten‘?

15.00   Pause

15.15   Besuch der Wunderkammer Olbricht (me Collectors Room, Auguststr. 68, 10117 Berlin)

17.00   Sebastian Fitzner (Freie Universität Berlin): Erzählformen der ars mechanica – Die Kunstkammer(n) von Johannes Faulhaber im 17. Jahrhundert

18.00   Pause

18.30   Peter McIsaac (University of Michigan, Ann Arbor): Text und Wunderkammer aus performativer Sicht

19.30   Gemeinsames Abendessen

Donnerstag, 19.09.2019

Moderation: Marina Münkler

9.00     Jan Lazardzig (Freie Universität Berlin): Welthaltig. Zum Topos der Wunderkammer als Arche

10.00   Volkhard Wels (Freie Universität Berlin): Die Wunderkammer der Chymischen Hochzeit

11.00   Pause

11.30   Caroline Emmelius (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): Die Ordnung der Zeichen. Wunderzeichenbücher des 16. Jahrhunderts als Wissensarchive

12.30   Zusammenfassung (Jutta Eming, Falk Quenstedt und Tilo Renz), Abschlussdiskussion und Ausblick auf den Dresdner Workshop (Martin Sablotny)

13.15   Mittagsimbiss und Abschied

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu