KONF: Interdisziplinäre Tagung zum Werk Arnold Stadlers, Meßkirch (12.04. – 14.04.2019)

Dr. Anton Philipp Knittel's picture

»JEDES EINZELNE LEBEN IST DIE WELT«

Interdisziplinäre Tagung zum Werk Arnold Stadlers
anlässlich seines 65. Geburtstages, 12. bis 14. April 2019, Schloss Meßkirch

 

Der in Meßkirch geborene und im nahen Rast aufgewachsene Schriftsteller Arnold Stadler zählt zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Er erhielt für sein bisheriges Werk breite Anerkennung, darunter den renommierten Georg-Büchner-Preis. Der studierte Theologe und promovierte Literaturwissenschaftler, der am 9. April 2019 seinen 65. Geburtstag feiert, gilt als Meister abgründiger Sprachbilder, aphoristischer Pointen, verzweifelt komischer Geschichten und traurig-heiterer Helden. Als »Satzdenker« ist er auch ein Meister einer Ästhetik des Um- und Weiterschreibens – und längst auch »Gegenstand« der Literaturwissenschaft.

Arnold Stadler schafft in seinen Romanen, Erzählungen, Essays zur Kunst und Literatur, Porträts, Gedichten und Psalmen-Übertragungen einen Text(t)raum, in dem seine Sätze eine ganze »Existenzdimension« eröffnen, wie sein Leser und großer Mentor Martin Walser früh bemerkt hat.

Stadler, der seiner Herkunftsgegend von seinem Romandebüt »Ich war einmal« an über »Feuerland« und »Mein Hund, meine Sau, mein Leben« mit seiner nachgetragenen Liebe ein Denkmal gesetzt hat, legt weniger Wert auf den Plot seiner Erzählung. Als ein neuer »Meister von Meßkirch« knüpft der Raster Schriftsteller, der in Berlin und im Wendland weitere Wohn- und Arbeitsplätze hat, in seinem Oeuvre ein intertextuelles »Sprachgitter« und vergegenwärtigt dabei eine Welt »über den Tag hinaus« – zur »Besinnung und Orientierung« gleichermaßen. Stadler bringt in seinen Texten zur Sprache, dass ›jedes einzelne Leben die Welt‹ ist. Dabei ist er ein virtuoser Vergegenwärtiger und Retter der Welt überhaupt. Diese Welt ist mehr als Oberschwaben, es ist das »Ganze im Fragment«. Und so lassen sich Stadlers Texte lesen, als schriebe er an einem einzigen Buch, wobei im Grunde alles »nach Hause geschrieben« ist.

Dass das »Zuhause« – die oberschwäbische und die Bodenseelandschaft – seinen Geburtstag zum Anlass eines wissenschaftlichen Symposiums nimmt, dabei aber auch nicht die Literatur vergisst, ist ein Ausdruck der Dankbarkeit.

 

Titeltext: Dr. Anton Philipp Knittel

Tagungsprogramm

 

Freitag, 12. April 2019

 

14:00 Uhr      Begrüßung: Bürgermeister Arne Zwick, Dr. Anton Philipp Knittel

14:15 Uhr      Prof. Dr. Georg Braungart (Tübingen): Arnold Stadler als Lyriker

15:00 Uhr      Nils Rottschäfer (Lage): Umschreiben, Weiterschreiben – Strategien der poetischen Selbstbehauptung in Arnold Stadlers »Einmal auf der Welt. Und dann so.«

16:15 Uhr      Dr. Jürgen Gunia (Münster): Von der epischen zur episodischen Heimkehr. Ein geschichtsphilosophischer Versuch zu Arnold Stadlers Romanen

17:00 Uhr      Prof. Dr. Franz Eybl (Wien): Sinn und Sinnlichkeit. Arnold Stadlers erzählte Gefühle anhand von »Rauschzeit«

Abendveranstaltung

19:30 Uhr      »Ich war einmal« – Lesung. Arnold Stadler und Luzia Braun im Gespräch mit Dr. Anton Philipp Knittel

Musik: Duo Berger – Julius und Hyun-Jung Berger, Violoncelli: Werke von Johann Sebastian Bach u. a.

 

Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Meßkirch und der Gemeinde Sauldorf an Dr. Dr. h.c. Arnold Stadler

 

Samstag, 13. April 2019

 

9:00 Uhr        Prof. Dr. Hans-Rüdiger Schwab (Münster): Heidegger als Romanheld. Spielarten des Philosophierens in Arnold Stadlers Texten

9:45 Uhr        Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann (Karlsuhe): Pier Paolo Pasolini und Arnold Stadler

11:00 Uhr      Prof. Dr. Michael Braun (St. Augustin): Beschränkungen des Vollglücks. Arnold Stadlers fragmentarisches Erzählen

11:45 Uhr      Prof. Dr. Michael Albus (Freiburg i. Brsg.): Arnold Stadler und die Theologie

14:15 Uhr      Dr. Pascal Schmitt (Freiburg i. Brsg.): Heimat als Nicht-Ort

15:30 Uhr      Dr. Bettina Schulte (Freiburg i. Brsg.): Arnold Stadler und die Bildende Kunst

16:15 Uhr      Dr. Pirmin Meier (Aesch): »Ohne aus der Zeit zu fliehen«. Arnold Stadler als erratischer Block in der süddeutsch-alemannischen geistigen Landschaft

Abendveranstaltung

19:30 Uhr      »Lieber Gott, lies das mal« – Lesungen

Martin Walser, Bruno Epple, Christof Hamann, Jörg Hannemann, Gaby Hauptmann, Jochen Jung, Andreas Maier, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Walle Sayer, Alissa Walser, Johanna Walser und Joachim Zelter

 

 

Sonntag, 14. April 2019

 

9:30 Uhr        Zwischen Donau und Bodensee – Der Schriftsteller Arnold Stadler

Film von Anita Eichholz

10:30 Uhr      »Schreiben ist Übersetzen von Welt in meine Sprache.«

Siegmund Kopitzki im Gespräch mit Juan Ennis, Sophie von Heppe, Jürgen Hosemann, Birgit Lermen, Franz Armin Morat, Christian Wentzlaff-Eggebert und Hans-Rüdiger Schwab

 

 

Moderationen:          Prof. Dr. Michael Albus, Luzia Braun, Dr. Anton Philipp Knittel, Siegmund Kopitzki, Prof. Dr. Friedemann Maurer

 

 

Veranstaltungsort:   Schloss Meßkirch, Kirchstraße 7, 88605 Meßkirch

Anmeldung:              Um Anmeldung der Teilnahme am kostenlosen Tagungsprogramm und / oder an der Abendveranstaltung am 13. April (Eintritt: 10 Euro, Schüler und Studenten frei) wird per E-Mail (info@messkirch.de) oder Telefon (07575 / 20646) bis 5. April 2019 gebeten. Für die Abendveranstaltung am 12. April ist keine Anmeldung erforderlich.

Kontakt sowie Infos zu Übernachtungen und Gastronomie:  Tourist-Information Meßkirch, Hauptstraße 25 – 27, 88605 Meßkirch, Tel. 07575 / 20646, info@messkirch.de


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Johannes Schmidt] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu