CFP: Identitätskonzepte in der Literatur, Saarbrücken (28.02.2019)

Hermann Gätje's picture

 

Identitätskonzepte in der Literatur.

Internationale Konferenz.  

Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes, Saarbrücken (20. bis 22. November 2019)

Als Begriff wie als Diskurs wird Identität in der Gegenwart zunehmend einseitig ideologisch vereinnahmt und (tages)politisch instrumentalisiert. Die Konferenz möchte vor diesem Hintergrund den Terminus im Hinblick auf seinen Gehalt und seine historischen Bedeutungsdimensionen perspektivieren. Der Fokus auf die Literatur ist hierfür in besonderer Weise geeignet, weil dieser seit dem Aufkommen national(staatlich)er Diskurse im 18. Jahrhundert eine wesentliche Rolle für die Konstitution und die Bestätigung von Identität zugefallen ist. Vor allem der Literatur mit regionalem Bezug kommt in diesem Prozess zentrale Bedeutung zu, aus der sich Stereotypen der Verengung und Trivialität, z. B. der Heimatliteratur, entwickelt haben.

Indem die Funktion der Konstitution und Stiftung von Identität durch die Literatur vergleichend betrachtet werden soll, können folgende Aspekte und Tendenzen insbesondere hinterfragt werden: Wie verhalten sich regionale Identitätskonzepte mit geschlechts-, gruppen- oder generationsbezogenen Entwürfen, die sich in der Literatur nachweisen lassen? Im Hinblick auf die regionale Referenz stellt sich vor allem die Frage, ob sich gleichermaßen antagonische und analoge Identitätsentwürfe wie „Europäer*in“ oder „Weltbürger*in“ mit der zunehmenden Globalisierung und kulturellen Vernetzung herausgebildet haben und sich in ein literarisches Programm fassen lassen?

Weil bereits der Begriff der Identität unscharf, vielschichtig und polyvalent ist, möchte die Konferenz auch psychologische, philosophische und kulturhistorische Ansätze diskutieren, die sich mit dem Terminus und seinen Konnotationen beschäftigen und diese in Beziehung zur Literatur setzen. Hiervon ausgehend kann zudem erörtert werden, ob bestimmte Gattungen, Schreibformen, Inhalte, Figuren(typen) eine besondere Affinität zu Konzeptualisierungen von Identität aufweisen und auf welche Weise diese in Texten konkret zum Ausdruck kommen.

Ein weiterer zu behandelnder Aspekt ist die Frage nach Identitätskonzepten im Spannungsfeld von Schreiben und Lesen: Schreiben kann sowohl für Autor*in, als auch für den Leser*in identitätsstiftend bzw. -bildend sein. Die Konferenz möchte diese Fragestellung in ihren Wechselwirkungen ausleuchten und entsprechend exemplarische Autor*in-Leser*in-Relationen im literarischen Feld paradigmatisch herausarbeiten.

Erwünscht sind Themenvorschläge in deutscher, französischer oder englischer Sprache, die sich mit diesen Fragen aus literaturhistorischen, literatursoziologischen oder kulturgeschichtlichen Perspektiven beschäftigen. Besonders willkommen sind komparatistische Beiträge.

Bitte übermitteln Sie die Skizze (maximal 1.500 Zeichen) für einen Vortrag von maximal 30 Minuten Länge, gemeinsam mit einer kurzen wissenschaftlichen Biografie bis zum 28. Februar 2019 an Dr. Hermann Gätje (h.gaetje@sulb.uni-saarland.de) und Professor Dr. Sikander Singh (s.singh@sulb.uni-saarland.de).

Die Veröffentlichung der Tagungsbeiträge erfolgt in der Reihe „Passagen. Literaturen im europäischen Kontext“ im Francke Verlag, Tübingen.

Die Reise- und Übernachtungskosten für die zu einem Vortrag eingeladenen Teilnehmer*innen werden im Rahmen unseres Budgets übernommen.


Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Nils Gelker] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu