CPF: Friedrich Engels – literarisch?!, Wuppertal (31.01.2019)

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Vom 19.–21. Februar 2020 findet an der Bergischen Universität Wuppertal anlässlich des 200. Geburtstages von Friedrich Engels eine internationale Tagung statt. Diese ist v.a. der Erkundung der innovativen Ansätze von Engels wissenschaftlichen Leistungen und politischen Aktivitäten gewidmet, zielt aber auch darauf, andere Aspekte seines Schaffens zu erkunden und neu zu bewerten.

In der Sektion „Friedrich Engels – literarisch?!“ sollen sämtliche Aspekte der vielfältigen Beziehungen von Engels zur Literatur und zum literarischen Leben seiner Zeit thematisiert werden: Engels als Produzent, Rezipient wie auch als Gegenstand von Literatur. Von Interesse sind seine literarischen Jugendwerke – Dramenentwurf und Lyrik – wie auch seine journalistisch-publizistischen Texte, so z.B. seine Reiseberichte bzw. ‑Briefe. Zu fragen ist etwa, wie Engels’ Schreiben literarhistorisch zu kontextualisieren ist und welche Verbindungen – ästhetische, soziale, politische – sich v.a. zu Autoren und Autorinnen des Vor- und Nachmärz ziehen lassen. Zu fragen ist auch, welcher Darstellungsweisen sich Engels in seinen wissenschaftlichen Schriften bedient, um beispielsweise Lebensbedingungen in Industriestädten anschaulich zu schildern, und mittels welcher Rhetoriken er Gesellschaftskritik formuliert.

Mit Blick auf das ausgehende 19. und das 20. Jahrhundert lässt sich zudem diskutieren, welchen Niederschlag Engels‘ Schriften bei sozialkritischen, engagierten bzw. politisch aktiven Schriftstellerinnen und Schriftstellern im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus gefunden hat und umgekehrt – welche intertextuellen Anleihen Engels selbst in literarischen Werken nahm, um seine Theorien und seine Gesellschaftskritik sprachlich nachvollziehbar und politisch wirksam zu gestalten. Literarhistorisch ist die Bedeutung von Engels für sozialistisch und marxistisch orientierte Literaturen im internationalen Kontext zu eruieren und die ihm von George Lukács zugeschriebene Rolle als „Literaturhistoriker“ zu diskutieren.

Weitere Schwerpunkte der Sektion liegen auf der Vorstellung aktueller Editions- und Übersetzungsprojekte, auf Fragen der Übersetzung sowie auf Aspekten der Rezeption von Engels als literarische Gestalt in Werken des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

Themenvorschläge – aus der Neueren deutschen Literaturwissenschaft, aus der Editionswissenschaft, der Komparatistik sowie den anglophonen, französischen, slavischen, romanischen Philologien, aus der Sinologie – in der Länge von maximal einer halben DIN A 4-Seite (ca. 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen) und ein Kurzlebenslauf werden bis zum 31.1.19 erbeten von:

Prof. Dr. Wolfgang Lukas und apl. Prof. Dr. Anne-Rose Meyer

ameyer@uni-wuppertal.de

Die Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten wird angestrebt.

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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