KONF: Textumgebungen. Zur Kontextologie der Gegenwartsliteratur, Claudiana (06.-07.12.2018)

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Konferenz: Textumgebungen. Zur Kontextologie der Gegenwartsliteratur

 

Konzeption: Peter C. Pohl und Thomas Wegmann

(6. und 7. Dezember 2018, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Tagungsort: Claudiana)

 

Inhalt:

 

Unter dem Stichwort ‚Textumgebung’ lassen sich unterschiedliche Ansätze philologischer Forschung und Theoriebildung bündeln, die bislang noch nicht in einen systematisch-vergleichenden Zusammenhang gestellt worden sind. Das Spektrum reicht von der Weiterentwicklung hermeneutischer Ansätze, die zwischen intra-, inter- und extratextuellem Kontext unterscheiden, über die aktuelle Paratext-Forschung bis zu Fragen nach dem (kulturellen) Archiv eines Textes und seiner feldtheoretischen Position. Zu den Umgebungen gehören darüber hinaus die produktions- und rezeptionsästhetischen Umfelder, die Orte, an denen Texte geschrieben, lektoriert, gedruckt, beworben, gekauft, gelesen und ausgestellt werden. Es sind Orte, an denen Materialien und Objekte, z.B. in ‚Schreibszenen’, interagieren und die sich, wie das Schreibzimmer Goethes oder der Schreibtisch Adornos, musealisieren und monumentalisieren lassen. Es sind aber auch Orte, an denen mediale Techniken zur Auswahl stehen und etwa im Sinn der typografischen Kultur bewusst eingesetzt werden.

 

Die Innsbrucker Tagung will diesem vielgestaltigen Phänomen gerecht werden und es zugleich methodisch handhabbar machen, indem sie erstens eine Auswahl kontextbasierter Ansätze exemplarisch zusammenführt und dabei zweitens den Fokus auf die Gegenwartsliteratur mit ihren spezifisch medialen, sozialen und kulturellen Bedingungen legt. Damit soll die Vergleichbarkeit der einzelnen Beiträge im Hinblick auf Verfahren, Akteure und Themen erhöht, die Bestandsaufnahme erleichtert, aber auch ein Testfeld für entsprechende Angebote geschaffen werden. Die dabei zwangsläufig virulent werdende Frage, ob und wie die Selektion der Kontexte methodisch legitimiert werden kann, deutet bereits an, dass Kontexte erst durch entsprechende Beobachtungen und Praktiken generiert werden. Auch dafür bietet die Tagung vielfältiges Anschauungsmaterial.

 

 

Tagungsprogramm:

 

 

Donnerstag, 6. Dezember 2018

 

16:00 – 16:15 Grußworte: Ulrike Tanzer, Thomas Wegmann 

16:15 – 16:30 Einführung: Peter C. Pohl

 

16:30 – 17:15 Martina King (Fribourg)

Historische Narratologie. Ein Weg zur Kontextualisierung von Textstrukturen

 

Kaffeepause

 

Panel 1: Handschrift und Type 

17:30 – 18:15 Takuto Nito (Tokyo)

Textumgebungen oder Literaturwissenschaft? Kritische Überlegungen zur aktuellen Manuskriptforschung unter Berücksichtigung der Notizhefte Friedrich Schlegels

 

18:15 – 19:00 Sebastian Donat (Innsbruck)

Typographie als Peritext: Interferenzen zwischen Prosa und Vers bei Christoph Ransmayr

 

 

 

Freitag, 7. Dezember 2018

 

Panel 2: Literaturkritik, Literaturbetrieb

09:30 – 10:15 Torsten Voss (Wuppertal)

Die Textualisierung der Kontexte. Werk- und Autorschaft bestimmende Regularien als Narrative im Literaturbetriebsroman: Hermann Lenz, Wolf Haas, Thomas Glavinic und Bodo Kirchhoff

 

10:15 – 11:00 Norbert Christian Wolf (Salzburg) 

Lust im journalistischen Feld, Unlust an der Lektüre. Zur rezeptionssteuernden Funktion der Kritik an Jelineks Roman im deutschsprachigen Feuilleton

 

Kaffeepause

 

Panel 3: Lesekreise

11:15 – 12:00 Vera Bachmann (Regensburg) 

Embedded Reading? Textumgebung und Sinnumgehung in Clemens Setz’Stunde zwischen Frau und Gitarre

 

12:00 – 12:45 Claudia Dürr (Wien) 

Lesekreise als Orte des Wissens

 

 

Panel 4: Digitalisierung 

14:00 – 14:45 Ryozo Maeda (Tokyo) 

Materialität des Texts vor und nach der digitalen Wende

 

14:45 – 15:30 Vera Mütherig (Münster) 

Die Ränder des Textes. Hermeneutische und mediale Grenzüberschreitungen audiomedialer Paratexte anhand einiger Beispiele

 

Kaffeepause

 

15:45 – 16:30 Nicola Menzel (Frankfurt/M.) 

Peter Kurzecks Wege - Die App zwischen Werkfortführung und Umgangsform

 

16:30 – 17:15 Artur Boelderl (Klagenfurt) 

KOFLERS KOnTEXTE. Zum Schreibtisch als archi(vo)-digitaler Textumgebung

 

Kaffeepause

 

Panel 5: Paratexte 

17:30 – 18:15 Irene Husser (Münster)

Nebenkriegsschauplätze der Gegenwartsliteratur. Die Politik des Paratextes am Beispiel von Elfriede Jelinek

 

18:15 – 19:00 Kevin Kempke (Frankfurt/M.)

Handyverbote, Schreibszenen und Ich als Paratext – Die Textumgebungen der Poetikvorlesung

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu