CFP: Tagung: "Gelehrsamkeiten. Text- und Lebenspraktiken im langen 18. Jahrhundert", Salzburg (11.01.2019)

Thomas Assinger's picture

Tagung an der Universität Salzburg - Kooperationsschwerpunkt Wissenschaft&Kunst, Programmbereich "Kunstpolemik-Polemikkunst"; Fachbereich Germanistik; Arbeitsgespräche zur Aufklärungsforschung (OGE 18)

Salzburg, 13.-15. Juni 2019

Die Dynamisierung und Pluralisierung von Gelehrsamkeit im langen 18. Jahrhundert bildet das thematische Zentrum der geplanten Tagung. Spätestens um die Jahrhundertmitte wird zunehmend problematisch und aushandlungsbedürftig, was als Gelehrsamkeit gilt. Das zeigt sich auf konzeptueller Ebene in nicht selten streitbaren Einlassungen von Zeitgenossen ebenso wie es in den Handlungsweisen der Formierung, des Vollzugs und der Äußerung von Gelehrsamkeit ihren Niederschlag findet. Hier setzt die Tagung methodisch an, indem sie sich den Praktiken - des gelehrten Wissens und Schreibens wie des gelehrten Lebens - widmet. Im Fokus stehen dabei jene Transformationsprozesse, in denen sich die Professionalisierung einzelner Disziplinen vollzieht, sich korrelierende gelehrte Arbeits- und Lebensweisen etablieren, entsprechende Habitus ausbildden und die so eine (funktionale) Differenzierung anstoßen, die jene in der Frühen Neuzeit relativ stabile Leitvorstellung vom Gelehrten als Polyhistor in der Res publica literaria zusehends alt aussehen lässt.

Detaillierte Informationen und Exposé: http://oege18.org/?p=1936

Interessierende Fragen und Gesichtspunkte für Vorträge können sein:

  • Konzepte von Gelehrsamkeit (in historischer Ablösung, in synchroner Konkurrenz)
  • Gelehrtentypen in relevanten institutionellen und sozio-kulturellen Kontexten
  • Gelehrsamkeit als soziale und institutionelle Praxis
  • Gelehrsamkeit als Lese- und Schreibpraxis (entsprechende Gattungen, textuelle Repräsentations- und Kommunikationsformen)
  • Gelehrsamkeit als Lebensform
  • Gelehrsamkeiten und spezif. Wissensbereiche/-formen
  • Gelehrsamkeit im Spannungsfeld von Wissenschaft(en) und Kunst/Künsten
  • Distinktion gegenüber Laienkulturen, innergelehrte Distinktion
  • Künstlerische und literarisches Diskurse über Gelehrsamkeit (bspw. im Lustspiel)
  • Kulturen der Gelehrsamkeit im Vergleich, außereuropäische Formen von Gelehrsamkeit
  • Gelehrte Berufsgruppen und Fächer als Communities of Practice

Solche oder andere gegenstandsrelevante Aspekte sollen anhand repräsentativer Fallstudien zur Diskussion gestellt werden. Erwünscht sind Beitragsvorschäge (max. 600 Wörter, inkl. Kurzvita) aus unterschiedlichen historisch arbeitenden Disziplinen bis zum 11.01.2019 an thomas.assinger@sbg.ac.at und daniel.ehrmann@sbg.ac.at. Die Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten für Vortragende ist angestrebt.

Organisation und Kontakt: Thomas Assinger, Daniel Ehrmann (E-Mail siehe oben).

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu