ANK: Grenzgänger. Figuren des deutsch-französischen Kulturtransfers, Mainz (23.10.2018-12.02.2019)

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ANK: Ringvorlesung: Grenzgänger. Figuren des deutsch-französischen Kulturtransfers

 

In Deutschland oder Frankreich aufgewachsen und sozialisiert haben sie die Grenze zwischen den Sprach- und Kulturräumen mehrfach überschritten. Bei jedem Grenzübertritt haben sie etwas von dem, was sie in einem der Räume aufgenommen haben in den anderen hinübergetragen, unbewusst oder bewusst. Jenen Akteuren des kulturellen Austauschs widmet sich im Wintersemester 2018/19 die interdisziplinäre Ringvorlesung Grenzgänger. Figuren des deutsch-französischen Kulturtransfers. Die Veranstaltungsreihe des Forums Interkulturelle Frankreichforschung (FIFF) und des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs Mainz-Dijon (DFDK) wird in Kooperation mit dem Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) sowie dem Institut Français wöchentlich ausgerichtet und steht allen Interessierten offen.

 

In ihrer Vermittlerrolle haben die Grenzgänger im jeweils anderen Kulturraum Antworten auf Probleme gefunden, für die innerhalb ihres Herkunftskontexts noch keine Lösung bereitstand; oder sie haben umgekehrt mit den Beobachtungen und Perspektiven, die sie innerhalb ihres ersten kulturellen Bezugsrahmens entwickeln konnten, innerhalb des zweiten befruchtend gewirkt. Durch ihre Brückenschläge haben sie Anstöße gegeben und neue Möglichkeiten eröffnet. Sie haben kulturelle Synthesen erarbeitet, an die andere Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler anknüpfen konnten, sei es in Deutschland und Frankreich oder darüber hinaus. 

 

Die Ringvorlesung stellt einige bedeutende Persönlichkeiten des deutsch-französischen Kulturaustauschs vor und fragt, inwiefern sie zur Ausbildung eines gemeinsamen europäischen Kulturbewusstseins beigetragen haben. Auf welche Weise haben sie in ihrem Werk Anregungen von jenseits des Rheins aufgegriffen und produktiv werden lassen? In welchem Maß haben sie selbst auf die Nachbarkultur verändernd gewirkt? Inwiefern ist der von ihnen vollzogene Transfer von Ideen, Konzepten, und Verfahren über die Ländergrenze hinweg für die jeweils betroffenen Disziplinen oder Diskurse bedeutsam geworden? 

 

Die Veranstaltungen finden vom 23. Oktober bis zum 12. Februar dienstags um 18 Uhr c.t. auf dem Campus, Georg Forster-Gebäude, Jakob-Welder-Weg 12, im Hörsaal 02.521 statt.

Für die Konzeption sind Winfried Eckel (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft) und Gregor Wedekind (Kunstgeschichte) verantwortlich.

 

Programm:

 

23. Oktober 2018
MANFRED FLÜGGE, Berlin
Frankreichschwärmer und Franzosenfresser. Typologie und Tendenzen der Vermittlung seit 1800

 

30. Oktober 2018
ELISABETH DÉCULTOT, Halle
Das Netz als Werk. Johann Georg Wille (1715–1808) als deutsch-französischer Vermittler

 

6. November 2018
DANIEL COHN-BENDIT, Frankfurt am Main
Frankreich – Deutschland: »Je t’aime moi non plus«. Geschichte eines Faszinosums
Abweichend von den übrigen Vorträgen findet dieser Vortrag im Philosophicum, Hörsaal P1 statt.

 

13. November 2018
VÉRONIQUE PORRA, Mainz
Réception productive et renouvellement artistique: Rêveries wagnériennes des poètes français au XIXe siècle

 

20. November 2018
STEPHANIE MARCHAL, Bochum
Universalsprache Kunst? Julius Meier-Graefe und die Vermittlung der französischen Moderne nach Deutschland

 

27. November 2018
ANDREAS GIPPER, Mainz/Germersheim
Emile Durkheim und Deutschland. Organisierter Wissenschaftstransfer in der französischen Dritten Republik

 

4. Dezember 2018
STÉPHANIE GENAND, Rouen

Consentir à l’altérité: Le cosmopolitisme négatif de Germaine de Staël dans ›De l’Allemagne‹

 

11. Dezember 2018
WINFRIED ECKEL, Mainz
Geschichte(n)-Erzählen am Rhein. Kulturtransfer und Politik in Victor Hugos ›
Le Rhin

 

18. Dezember 2018
HERVÉ BISMUTH, Dijon

Aragon et la culture allemande: Innutritions et silences

 

8. Januar 2019
VÉRONIQUE LIARD, Dijon
Edgar Quinet: Ein wechselnder Blick auf Deutschland

 

15. Januar 2019
MARTIN ZENCK, Wiesbaden
»An der Grenze des Fruchtlandes« – Der Grenzgänger Pierre Boulez im Streit mit De Gaulle und André Malraux

 

22. Januar 2019
MARTIN SCHIEDER, Leipzig
Fremde in der Heimat. Die gebrochenen deutsch-französischen Identitäten von Hans Hartung und Wols

 

29. Januar 2019
NIKLAS BENDER, Trier
Ernst Robert Curtius: Die deutsch-französische Vermittlung in ihrer radikalsten Krise

 

5. Februar 2019
GREGOR WEDEKIND, Mainz
Grenzgang in der Republik der Künste. David d’Angers und Deutschland

 

12. Februar 2019
Arbeit mit Künstlern und Schriftstellern in Frankreich
WERNER SPIES, Paris, im Gespräch mit ANDREAS PLATTHAUS, Frankfurt am Main/Leipzig
Abweichend von den übrigen Vorträgen findet diese Veranstaltung im Institut Français, Schönborner Hof, Schillerstr. 11, statt.

 

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Alexander Nebrig] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu