CFP: Wovon sprechen wir, wenn wir von Digitalisierung sprechen? Gehalte und Revisionen zentraler Begriffe des Digitalen (10.12.2018)

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CFP: Wovon sprechen wir, wenn wir von Digitalisierung sprechen? Gehalte und Revisionen zentraler Begriffe des Digitalen, Bayreuth (13. bis 15. Februar 2019)

 

1. Allgemeine Informationen

Im Rahmen der DFG-geförderten Symposienreihe Digitalität in den Geisteswissenschaften findet vom 13. bis 15. Februar 2019 unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Huber, Prof. Dr. Sybille Krämer und Prof. Dr. Claus Pias ein Symposium zum Thema „Begriffe“ an der Universität Bayreuth statt. Nach dem ersten Symposium im Mai 2016, das dem Status Quo der Digitalität in den einzelnen Fächern der Geisteswissenschaften gewidmet war (Ergebnisse unter digigeist.hypotheses.org), einem weiteren Workshop zu neuen Forschungsgegenständen und Methoden digitaler Geisteswissenschaften (Ergebnisse unter http://www.zfdg.de), sowie einem Symposium zu Infrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften, ist nun ein viertes Symposion geplant, das sich in begriffskritischer Arbeit der Erörterung und Revision wichtiger Grundbegriffe des Digitalen sowie zentraler Termini innerhalb der Digitalen Geisteswissenschaften widmet.

 

Begriffe sind sprachlich benannte Konzepte, die unersetzliche Erkenntniswerkzeuge bilden, die über eine Geschichte verfügen und die sich zugleich – abhängig vom kulturhistorischen Wissensstand – beständig verändern. Die Frage, wie wir die gegenwärtig erlebten Veränderungen in verschiedensten Wissens- und Wissenschafts­bereichen erkennen können, beginnt bei den Begriffen, mit denen wir diese beschreiben und klassifizieren. Das Wortfeld des Digitalen ist besiedelt von Termini, die häufig gebraucht, ebenso häufig jedoch unklar und infolge technologischer Entwicklungen auch ‚in beständiger Bewegung‘ sind. Die infragestehenden Begriffe können grob in zwei Felder eingeteilt werden:

 

  1. Einerseits sind dies Konzepte, die mit digitalen Kulturen grundlegend verbunden sind wie: Algorithmus, digital, Digitalisat, Code, Datum, Big Data, Dokument, Datenbank, Interface, Protokoll, Netzwerk, Maschinelles Lernen etc. Insofern die Geisteswissenschaften immer auch eine Selbstaufklärung der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Bedingungen von Kulturen anstreben, ist die kritische Verständigung über diese Begriffe von genereller geisteswissenschaftlicher Bedeutung. 

 

  1. Andererseits geht es um Begriffe, die sich auf Methoden, Formate und Praktiken beziehen, die für die Digitalen Geisteswissenschaften von Relevanz sind wie: Annotation, Digitale Modellierung, Markup Languages, Information Retrieval, Korpusbildung, Konkordanz, Semantic Web, Netzwerkanalyse, Text Encoding Initiative, Tagging, Transkription, Visual Analytics, Visual Literacy, Distant Reading, Text Mining oder Audio Mining.

 

Das Thema der Konferenz ist die kritische Erörterung und Revision bestehender Begriffe sowie der Entwurf und Ausarbeitung neuer Begriffe, die als angemessene Denkzeuge und Erkenntnismittel für die Beschreibung und das Verständnis digitaler Kulturen und ihrer historischen Wurzeln sowie für die Analyse der Forschungspraktiken digitaler Geisteswissenschaften dienen können. Dabei geht es um eine konzeptionelle – dadurch aber keineswegs geschichtsvergessene – Aufarbeitung begrifflicher Relationen zur Beschreibung der digitalen Gegenwart.

 

Durch die Erörterung einschlägiger Begriffe soll das Thema in drei Hinsichten entfaltet und diskutiert werden:

 

  1. Dynamiken: Welches sind zentrale Begriffe zur Beschreibung der epistemologischen Dynamiken, die durch Digitalität in den Geisteswissenschaften entstehen?
  2. Genese: Wie verändern sich tradierte Begriffe der Geistes­wissenschaften durch Digitalität und welche älteren Begriffe können erkenntnisfördernd reaktiviert werden?
  3. Konsequenzen: Welche methodologischen und wissenschaftspolitischen Konsequenzen entstehen durch die Wahl und Benutzung bestimmter Begriffe in den – nicht nur digitalen – Geistes­wissenschaften?

 

2. Bewerbung

Bitte bewerben Sie sich mit einer Skizze Ihres Themenvorschlags in der Länge von max.  400 Wörtern (sowie einem CV) bis zum 10.12.2018 per Mail an digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de.

Der Themenvorschlag sollte sich mit mindestens einem der oben genannten Begriffe  beschäftigen, kann aber gerne weitere Begriffe diskutieren, die grundlegend im Zusammenhang mit den Veränderungen in Forschung und Lehre sind.

 

3. Kontakt

Für weitere Informationen steht Dr. Julia Menzel gerne zur Verfügung:

 

Digitalität in den Geisteswissenschaften
Geschäftsstelle
Universität Bayreuth
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Dr. Julia Menzel
GW I, Zi. 0.14
95447 Bayreuth

Tel.: 0921/55-3629
digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de

 

Bitte beachten Sie auch unsere Website digitalitaet-geisteswissenschaften.de sowie
den Online-Tagungsband zum ersten Symposium digigeist.hypotheses.org und das Sonderheft der Zeitschrift für Digitale Geisteswissenschaft (http://www.zfdg.de), in dem Beiträge der zweiten Veranstaltung publiziert sind.

 

 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Alexander Nebrig] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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