KORREKTUR: ANK: Laboratorium Weimar: Gesellschaft, Kultur und Literatur 1918-1933, Freiburg (17.10.2018-06.02.2019)

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ANK: Laboratorium Weimar: Gesellschaft, Kultur und Literatur 1918-1933, Freiburg (17.10.2018-06.02.2019)

Ringvorlesung des Deutschen Seminars, organisiert von Sabina Becker und Robert Krause, in Zusammenarbeit mit Werner Frick und dem Studium generale, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, Wintersemester 2018/19

 

Zwischen November 2018 und Februar 2019 wird es hundert Jahre her sein, dass die erste deutsche Republik revolutionär ausgerufen und durch die Eröffnung der Nationalversammlung als parlamentarische Demokratie etabliert wurde. Die vielfach als ‚Zwischenkriegszeit‘ abgewertete Epoche scheint ein abschreckendes Beispiel, das die fatalen Auswirkungen von sozialer Deklassierung und Massenarbeitslosigkeit, parteipolitischen Streitigkeiten und nationalistischen Tendenzen zeigt. Doch lässt sich diese historisch für die Entwicklung Deutschlands so wichtige Ära wirklich adäquat von ihrem Ende, der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten im Jahr 1933, her verstehen, wie es die ältere Forschung nahelegte?

Die Ringvorlesung will andere Prämissen setzen und diese Epoche stärker vom Kriegsausgang 1918 fassen. Die Weimarer Republik soll nicht nur als Intermezzo zwischen den Kriegen und als „Inkubationszeit des Nationalsozialismus“ (Karl Dietrich Bracher, 1978) verstanden werden, sondern als eine Zeit zahlreicher politischer und kultureller Impulse und Möglichkeiten, die zum Teil produktiv genutzt wurden und um die Mitte der 1920er Jahre zu einem stabilisierten, prosperierenden und pluralistischen Gemeinwesen führten. 

Damit ist zugleich die fest eingebürgerte Rede von Weimar als den „Krisenjahren der Klassischen Moderne“ (Detlev J. K. Peukert, 1987) zu überprüfen. 

Die Vortragsreihe ist interdisziplinär angelegt und analysiert die Weimarer Republik als eine eigenständige Epoche mitsamt ihrer ideengeschichtlich und ästhetisch vielfältigen, medientechnisch innovativen und soziologisch breit wirkenden kulturellen Moderne. Zu fragen ist insbesondere nach den Gründen für das Auseinanderdriften der soziopolitischen und der kulturellen Entwicklung.

 

 

Mittwoch / 20 Uhr c.t. / HS 1199

 

 

Mittwoch

17.10.18

Prof. Dr. Sabina Becker (Freiburg)

Laboratorium Weimar. Einführung

 

Mittwoch

24.10.18

Prof. Dr. Jörn Leonhard (Freiburg)

Der überforderte Frieden: Die Deutschen und der Versailler Vertrag 

 

Mittwoch

31.10.18

Prof. Dr. Ulrich Herbert (Freiburg)

Die Kultur der Moderne und ihre Gegner

 

Mittwoch

07.11.19

Dr. Wolfram Eilenberger (Berlin)

Draußen vor dem Fenster – Heidegger und Wittgenstein im Herbst 1919

 

Mittwoch

14.11.18

Dr. Jörg Später (Freiburg)

Die goldenen Zwanziger Jahre? Zur Lage der Intelligenz am Beispiel Adorno, Benjamin, Bloch, Kracauer

 

Mittwoch

21.11.18

Prof. Dr. Helmuth Kiesel (Heidelberg)

Politisierung der Literatur: Verdienst oder Verhängnis?

 

Mittwoch

28.11.18

PD Dr. Roman Köster (Freiburg)

Zwangsläufiges Scheitern? Chancen und Probleme der Weimarer Wirtschaft

 

Mittwoch

05.12.18

Prof. Dr. Werner Frick (Freiburg)

„Von deutscher Republik: Thomas Manns demokratische Konversionen

 

Mittwoch

12.12.18

Prof. Dr. Andreas Wirsching (München)

Schlangestehen. Anonymität und Gemeinschaftserfahrung im Alltag der Weimarer Republik

 

Mittwoch

19.12.18

Dr. Gesa von Essen (Freiburg)

„Zeitgenossen, haufenweise“: Soziale Tableaus in Lyrik und Chanson der Weimarer Republik

 

Mittwoch

09.01.19

Prof. Dr. Matthias Jestaedt (Freiburg)

„Wer soll der Hüter der Verfassung sein?“ Eine Weimarer Kontroverse zwischen Carl Schmitt und Hans Kelsen um Verfassung und Verfassungsgerichtsbarkeit

 

Mittwoch

16.01.19

Prof. Dr. Martin H. Geyer (München)

Die Weimarer Republik - ein Laboratorium des modernen Ausnahmezustands

 

Mittwoch

23.01.19

Dr. Robert Krause (Freiburg)

Kritik der Gewalt: Walter Benjamins Essay im Kontext der Weimarer Republik und in rezeptionsgeschichtlicher Perspektive

 

Mittwoch

30.01.19

Prof. Dr. Andreas Urs Sommer (Freiburg)

Anfang oder Ende der Geschichte? Die Weimarer Republik und die Kulturphilosophie

 

Mittwoch

06.02.19

Prof. Dr. Alexander Nebrig (Düsseldorf)

Bertolt Brecht oder die Versachlichung der Autorschaft im Medienwandel

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