ZS: Zweites Themenheft der 'Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung' (BmE) erschienen!

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Bitte beachten Sie folgende Neuerscheinung:
 
 
Die Beiträge des Themenheftes verstehen sich als Vorstoß zur Sondierung eines bislang erstaunlich wenig beachteten Zusammenhangs. Anhand von Fallbeispielen vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, Texten für den Schulgebrauch ebenso wie Dichtungen, und sowohl von der Mathematik als auch vom literarischen Erzählen selbst ausgehend beleuchten sie Beziehungen zwischen Erzählen und Rechnen bis hin zur Frage, ob der Zusammenhang von Er-Zählen und Rechnen nicht womöglich überhaupt als Paradigma historischer Narratologie gelten kann. So sollen erste Eindrücke von der Vielfalt der Anknüpfungspunkte, die eine Diskussion der Thematik haben könnte (und müsste), gegeben werden und zugleich Impulse, diese Diskussion weiter voran zu treiben.
 
Inhaltsverzeichnis:

Edith Feistner: Einleitung: Er-Zählen und Rechnen als Paradigma historischer Narratologie? S. 1-6

Edith Feistner: Relativierte Referentialität: Überlegungen zu einer Kulturgeschichte der Interaktion von Erzählen und Rechnen, S. 7-40

Kathrin Chlench-Priber: Cisiojani im Spannungsfeld zwischen Zählen und Erzählen, S. 41-64

Claudia Lauer: Literarisches Er-Zählen. Ein theoretisches Experiment zum mittelalterlichen Erzählen im Spannungsfeld von Quantität und Qualität, S. 65-89

 
Wir machen auch noch einmal auf das erste Themenheft der BmE aufmerksam:
 
 
Was bedeutet es, wenn bei Exempeln, Fabeln, Schwänken oder ›Mären‹ die moralisatio quer zum Erzählten steht, wenn die Auswertung dem erzählten Beispielfall widerspricht, ihn subversiv unterläuft, wenn einer vielschichtigen Geschichte eine banale Moral zur Seite gestellt wird oder wenn die Moral schlicht nicht nachvollziehbar ist – wenn also Erzählen und Didaxe nicht zusammenspielen, sondern auf ihrem Eigensinn beharren und ihren je eigenen Geltungsanspruch haben? Solchen und ähnlichen Widersprüchen zwischen ›Erzählen mit didaktischem Anspruch‹ und vermittelter Moral spüren die Beiträge des Themenheftes nach, um zu zeigen, wie aus den Spannungen und Diskrepanzen zwischen erzählter Geschichte und lêre fruchtbare strukturelle Offenheit und Multiperspektivität entstehen.
 
Mit Beiträgen von Marion Darilek, Christoph Schanze, Michael Schwarzbach-Dobson, Björn Reich, Friedrich Michael Dimpel, Silvan Wagner, Matthias Kirchhoff und Stephanie Blum.
 
 

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Redaktion: Constanze Baum – Lukas Büsse – Mark-Georg Dehrmann – Nils Gelker – Markus Malo – Alexander Nebrig – Johannes Schmidt

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu

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