ZS: Juni 53/54 (2017)

Walter Delabar's picture

Kleiner Mann in Einbahnstraßen

Der Große Krieg wirft immer noch seine Schatten, auch auf Autorinnen und Autoren, die wir sehr schätzen. Im dritten (Kriegserinnerungs-) Jahr nun zeigen wir im JUNI, dass auch ein Walter Hasenclever sich von der Begeisterung nicht frei machen konnte. Bislang unbekannte Kriegsberichte des berühmten expressionistischen Aachener Autors drucken wir, aber auch seine Bemühungen um die Übersetzungen von Paul Verlaine-Gedichten, um die er sich beinahe zeitgleich im Hintergrund kümmerte. Ein Widerspruch?

Autoren müssen Widersprüche aushalten können, nicht zuletzt weil sie sie selber produzieren. Walter Fähnders und Uta Schaffers haben frühe Texte Annemarie Schwarzenbachs ausgegraben und präsentieren sie. Sie zeigen nicht zuletzt, wie sich die junge Autorin aus ihren Anfängen heraus zu ihrer späteren stilistischen Brillanz hin entwickelte.

Textfunde prägen dieses JUNI Heft: Ob es sich dabei um die Rezeptionsdokumente zum Werk Walter Benjamins handelt, die hier gesammelt vorgelegt werden, oder um ein Fundstück zum Briefwechsel von Sigmund Freud mit Albert Einstein, ob um einen Vortrag Hans Falladas zur Entstehung von Kleiner Mann – was nun?, der bislang nur in Auszügen gedruckt worden ist, oder um einen Text Louise Dumonts über die Schauspielerin, ob um einen kleinen, frühen Text von Irmgard Keun, der 1932 im Querschnitt erschienen ist, oder um Texte Ernst Tollers – diese Texte aus den 1920er und frühen 1930er Jahren zeigen, wie sehr diese Zeit in Bewegung war und wie sehr sie damit auch kämpfte.

Dass wir in diesem Heft wieder einmal eine starke rheinische Präsenz haben, freut uns naheliegend: Dazu gehört auch die Pädagogin und Publizistin Anna Siemsen, die – in Hamm geboren – in Bonn studierte und zeitweilig in Düsseldorf wirkte. Hasenclever, Keun, Dumont kommen hinzu, zu denen wir jeweils Essays und Texte abdrucken.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Walter Delabar - walter.delabar@t-online.de

 

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Inhalt:

Walter Delabar und Gregor Ackermann
Editorial

Zwei Reisen. Zu Walter Hasenclevers Kriegsfahrten-Berichten

Walter Hasenclever
Zwischen Namur und Lüttich

..... Durch das besiegte Belgien

..... Reise in Belgien

Gregor Ackermann
„Bücher haben ihre Schicksale“.  Zu Walter Hasenclevers
Paul-Verlaine-Übertragungen

Doris Lauer und Jürgen Lauer
„Ich hatte den Ehrgeiz, sowohl eine Nachdichtung wie eine Übersetzung
zu bieten“. Walter Hasenclevers Briefe an Stefan Zweig

Momme Brodersen, Gregor Ackermann und Walter Delabar
„Ein ganzes Feuilleton ausschließlich über die ‚Einbahnstraße‘“.
Rezeptionsdokumente zu Walter Benjamin

Dirk Heißerer
„Warum Krieg?“ Ein Fundstück zum Briefwechsel
zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud 1932

Albert Einstein
Brief an Sigmund Freud

Hans Fallada
Zur Entstehung des Romans Kleiner Mann – was nun?

Walter Delabar
Ein soziales Experiment. Über Hans Falladas Typoskript
zur Entstehung des Romans Kleiner Mann – was nun?

Helga W. Schwarz
Daheim in Europa. Ein Plädoyer für die
Schriftstellerin Anna Siemsen (1882-1951)

Eine bedeutende Frau: Louise Dumont
Ein Nachruf

Jasmin Grande
Über eine bedeutende Frau: Louise Dumont (1862-1932)

Louise Dumont
Die Schauspielerin

Walter Fähnders und Uta Schaffers
„Ich schrieb. Und es war eine Seligkeit.“ Dichterbild und Autorenrolle
bei Annemarie Schwarzenbach

Annemarie Schwarzenbach
Frühe Texte von Annemarie Schwarzenbach und ein unbekanntes Foto
Gespräch
Das Märchen von der gefangenen Prinzessin
„mit dem Knaben Michael.“
Erik

Walter Fähnders und Uta Schaffers
Zu Annemarie Schwarzenbachs frühen Texten

Walter Delabar
Mädchen im Querschnitt.
Über Faszination und Emanzipation der jungen Frau

Irmgard Keun
System des Männerfangs

Gregor Ackermann, Peter Langemeyer und Michael Pilz
Neue Ernst Toller-Funde. Ergänzungen zur Personalbibliographie
für die Jahre 1917 bis 1939

Ernst Toller
Ausgewählte Texte

Schafott/Über den grünen Klee - Rezensionen und HInweise

 

 

Diese Ankündigung wurde von H-GERMANISTIK [Lukas Büsse] betreut – editorial-germanistik@mail.h-net.msu.edu